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Perspektiven auf das Alter(n) und Altsein


Mittwoch, 9. September 2015

Silver-Age, Versorgungsfall oder doch ganz anders?


Älteres PaarDie Lebensphase „Alter“ ist durch eine zunehmende Ausdifferenzierung gekennzeichnet. Mit dem Ziel, die Perspektiven auf das Alter(n) und Altsein entsprechend zu erweitern, ist nun die Publikation „Silver-Age, Versorgungsfall oder doch ganz anders?“ erschienen.

Vor dem Hintergrund überholter Altersbilder, dem vermeintlichem Zwang zum „aktiven Altern", dem Kampf gegen die Altersarmut sowie kommunalen Ressourcenengpässen fordern die Herausgeberinnen und Herausgeber der Publikation „Silver-Age, Versorgungsfall oder doch ganz anders?" die Aufnahme eines gesellschaftlichen Dialogs. Denn das Handlungsfeld „Alter(n) und Gesundheit" – so stellen es Sandra Exner et al. gleich zu Beginn ihrer Ausführungen dar – verzeichnet eine wachsende Ausdifferenzierung.

Ziel der Publikation ist es somit, die Perspektiven auf das Alter(n) und Altsein zu erweitern sowie einen Überblick über die Herausforderungen einer zielgruppensensiblen Gesundheitsförderung für Menschen in der zweiten Lebenshälfte vermitteln. Damit richtet sich die Publikation vorrangig an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Im Rahmen von neun Kapiteln werden unterschiedliche Schwerpunkte wie der demografische Wandel, Seniorenpolitik, aktives Altern, bürgerschaftliches Engagement, Altersarmut, Selbsthilfe, Demenz und kommunale Gesundheitsförderung aufgegriffen.

Wie anhand der Beiträge deutlich wird, handelt es sich bei der älteren Generation nicht um eine homogene Gruppe – in den Vordergrund treten zunehmend differenzierte Lebenslagen und Settings, die auch im Hinblick auf die Gestaltung von Prävention und Gesundheitsförderung berücksichtigt werden müssen.

Dies wird u.a. im abschließenden Beitrag von Dr. Antje Richter-Kornweitz deutlich. Die Autorin greift den Aspekt der gesundheitlichen Ungleichheit im Alter auf und thematisiert den damit verbundenen Auftrag an Kommunen: Diesen kommt im Hinblick auf die Reduktion sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit ein wichtiger Stellenwert zu. Um Voraussetzungen für gesunde Lebensbedingungen schaffen, sei ein „lebenslauforientiertes Handlungskonzept zur Gesundheitsförderung" (S. 127) notwendig, das alle Bürgerinnen und Bürger von klein auf begleitet.

Dazu ist es jedoch notwendig, die Erreichbarkeit gesundheitsbezogener Angebote sicherzustellen sowie Vernetzung, Kooperation und eine abgestimmte Aufgabenteilung der handelnden Akteure zu etablieren. Die Autorin kritisiert jedoch, dass in vielen Kommunen zu wenig in in- und externe Kooperationen und ressortübergreifendes Handeln investiert wird. Notwendig wären jedoch eine Verbesserung der sozialen Integration sowie die Vermittlung von Unterstützungsangeboten in Nachbarschaft und Quartier.

 

 

Fazit

Die 133 Seiten umfassende Publikation „Silver-Age, Versorgungsfall oder doch ganz anders?" beleuchtet das Thema „Alter(n)" aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigt, dass die Bezeichnung „Versorgungsfall" für die Lebensphase „Alter" zu kurz greift. Wichtige Aspekte, die kennzeichnend für die Diversität im Alter sind – wie bürgerschaftliches Engagement oder Seniorenpolitik – werden benannt und kritisch beleuchtet. Weitgehend unberührt  bleiben jedoch die Perspektive der Pflege sowie der Zusammenhang zwischen Migration und Gesundheit – Aspekte, die angesichts zunehmender Diversität im Alter sicherlich von Bedeutung sind. Wünschenswert wäre zudem eine abschließende Zusammenführung der einzelnen Perspektiven sowie eine Diskussion der Zusammenhänge – diese bleibt jedoch vollständig aus.

 

 

Zur Publikation

Exner S et al. (2015): Silver-Age, Versorgungsfall oder doch ganz anders? Perspektiven auf Alter(n) und Altsein erweitern! Nomos Verlag, 133 Seiten. Preis: 29,00 Euro. 

 

 


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Seite erstellt am: 09.09.2015 08:32:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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