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Embodimenttechniken im Emotionalen Feld


Mittwoch, 23. September 2015

Emotionale Aktivierungstherapie


Frau im Liegestuhl am SeeMit der aktuellen Publikation „Emotionale Aktivierungstherapie (EAT): Embodimenttechniken im Emotionalen Feld“ zeigen die AutorInnen auf, wie Emotionen als Ressource bei der Bewältigung von Problemen genutzt werden können. EAT findet u.a. Anwendung bei Stressbelastungen und
Burnout-Erkrankungen.

Emotionale Aktivierungstherapie (EAT) als psychotherapeutische Arbeitsweise ermöglicht mit Hilfe des Körpers, Emotionen bewusst wahrzunehmen, zu benennen und zu unterscheiden. Sie kann emotionale Ressourcen erkennbar und nutzbar machen und damit die Homöostase des psychophysischen Wohlergehens wieder herstellen, erhalten und fördern. Besonders Menschen mit hohen Stressbelastungen und psychischen Erkrankungen finden auf somatischem Lernweg Zugang zu ihren Gefühlen und Handlungsreaktionen und lernen dabei, eigene Körperbotschaften kognitiv zu verstehen und sprachlich zu äußern. Sie lernen auch, Gefühle zu akzeptieren und wieder zuzulassen, die sie sich innerhalb ihrer persönlichen emotionalen Überlebensstrategie verboten haben. Sie bauen Vertrauen in ihr Bauchgefühl auf, das schneller als der Verstand einzuschätzen vermag, was gut oder schlecht für sie ist. Noch bevor das Bewusstsein eine Emotion erkennt, bewerten und verbalisieren kann, ist im Körper bereits ein neurobiochemischer Prozess in Gang, der erste physische Reaktionen auslöst und diese mit Veränderung der Körperhaltung, Bewegung, Mimik, Gestik, Stimme und Atmung ausdrückt. An diesen vorsprachlich verkörperten (embodied) Emotions- und Reaktionsketten setzt die EAT an und aktiviert mit spezifischen Embodiment-Übungen Emotionen und Reaktionen, anhand derer Patientinnen und Patienten eine Steuerbarkeit ihrer Gefühle erfahren und den kognitiv-behavioralen Umgang erlernen können.     

Die Autorin sowie der Autor sind Diplom-PsychologInnen und erfahrene PsychotherapeutInnen. Sie präsentieren in ihrem Buch Grundlagen und therapeutisches Verfahren einer neuen Form intensiver Arbeit mit Emotionen, die auf Erkenntnisse der modernen Achtsamkeits- und Embodimentforschung sowie auf die traditionelle Emotionspsychologie gestützt sind. Von Anfang bis Ende sind ihre Darstellungen sehr praxisbezogen und damit ohne größere fachkundige Voraussetzungen leicht verständlich. 

 
EAT – Die Inhalte auf einem Blick 

Das erste Kapitel führt unter dem Titel „Der Verstand folgt den Gefühlen" in die Konzeption der EAT ein und verschafft anhand eines konkreten Fallbeispiels einen Überblick über die Philosophie und Praxis der EAT. Für die Arbeit im „Emotionalen Feld" werden im nächsten Kapitel emotionspsychologische Grundlagen in Bezug auf die Beziehung zwischen Emotion und Ratio beschrieben. Es folgt die Methodik der Embodimenttechniken mit Anleitungen, wie durch bewusstes Einstellen der Körperhaltung, Gestik, Mimik und Atmung Emotionen hergestellt werden. Die so körperlich aktivierten Gefühle sind bildlich dargestellt. Im vierten und fünften Kapitel gibt das Autorenteam Handlungsanleitungen zur achtsamen Entwicklung eines dem jeweiligen Patienten/der jeweiligen Patientin entsprechenden emotionalen Felds, in dem an und mit den aktivierten Gefühlen zielführend gearbeitet wird. Der Weg von der Exposition bis zur Selbstregulation der Gefühle kann für die PatientInnen sehr anstrengend sein und zu psychophysischen Über- oder Unterreaktionen führen. Daher beschreibt das sechste Kapitel vor neurobiologischem Hintergrund therapeutische Einflussmöglichkeiten auf neurale Regulationssysteme. Im Folgekapitel können die embodimentorientierte Anwendung und die Wirkfaktoren der EAT anhand verschiedener Indikationen nochmals nachvollzogen werden. Abschließend zeigt das achte Kapitel Möglichkeiten, EAT in Gruppen anzubieten.   

 
Fazit 

Dieses wissenschaftlich fundierte Buch ist ein didaktisch sehr sorgfältig aufbereitetes Therapie-Manual und ermöglicht auch Fachkräften aus den Bereichen der Ergo- und Physiotherapie, der Psychomotorik und Motopädie sowie der Bewegungs- und Entspannungspädagogik eine sinnvolle Nutzung. Es kann ebenso bei präventiven Praktiken der Stressverarbeitung im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung wertvolle methodische Hilfe leisten.   

 
Zur Publikation

Hauke G, Dall‘ Occhio M (2015): Emotionale Aktivierungstherapie (EAT) – Embodimenttechniken im Emotionalen Feld, Schattauer Verlag, Stuttgart. 168 Seiten, Preis: 29,99 €.

 

 


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Seite erstellt am: 23.09.2015 11:24:00
Autor/-in der Seite: Cornelia M. Kopelsky, Freie Fachautorin, www.CMKopelsky.de






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