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Betriebliche Programme zur Sport- und Bewegungsförderung


Mittwoch, 17. Februar 2016

Mehr Bewegung im Betrieb durch soziale Unterstützung?!


Männer beim HandballBetriebliche Programme zur Sport- und Bewegungsförderung können davon profitieren, wenn sie den Aspekt der sozialen Unterstützung berücksichtigen – so das Ergebnis einer Interventionsstudie, die von Wissenschaftlerinnen um Simone Krebs, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, durchgeführt wurden.

Im Rahmen ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen die Wirkung eines Interventionsbausteins zur sozialen Unterstützung im Kontext eines betrieblichen Programms zur Sport- und Bewegungsförderung. Das Programm zielt darauf, körperlich inaktive Beschäftigte dabei zu unterstützen, einen sportlich-aktiven Lebensstil aufzubauen und diesen langfristig aufrechtzuerhalten. In vier Sitzungen erlernen die Teilnehmenden die Grundlagen für eine dauerhafte Verhaltensänderung und werden in je vier anschließenden Praxiseinheiten an verschiedene Bewegungsmöglichkeiten herangeführt. Abgerundet wird das Programm durch zwei Verstetigungsinterventionen - einen schriftlichen Reminder und ein Kurztelefonat sechs Wochen bzw. sechs Monate nach der Intervention.

Im Kontext dieses Programms untersuchten die Wissenschaftlerinnen die spezifische Wirkung der Coaching-Einheit "Planung sportbezogener sozialer Unterstützung", denn wie Studienergebnisse nahe legen, zählt diese zu den zentralen Steuerungsgrößen einer regelmäßigen Sportaktivität.

Um dieses auch im Hinblick auf die betriebliche Bewegungsförderung zu überprüfen, wurden 69 Beschäftigte aus zwei Unternehmen im Raum Freiburg und einem Unternehmen aus Ingolstadt für das Programm gewonnen und einer Interventions- und einer Kontrollgruppe zugeordnet. Teilnehmende an der Interventionsgruppe beschäftigten sich in einer der vier Sitzungen mit der Planung sportbezogener sozialer Unterstützung und setzten sich mit der Frage auseinander, wie Familie, PartnerInnen, Freunde, Bekannte oder Kolleginnen und Kollegen die Umsetzung des eigenen Sportvorhabens unterstützen können. Im Anschluss erstellten sie Unterstützungspläne, in denen konkrete Umsetzungsmaßnahmen festgehalten wurden (z.B. "Mein Kollege geht jeden Dienstagabend mit mir joggen"). Die Kontrollgruppe erhielt währenddessen Informationen zum Thema "Sport und Ernährung".

 

Sportlich-aktiv durch soziale Unterstützung?!

Die Aspekte "Sportaktivität" und "soziale Unterstützung" wurden sowohl vor (T1) und nach der Intervention (T2) als auch sechs Wochen (T3) und sechs Monate (T4) nach der Intervention mit Hilfe eines Fragebogens erfasst. Wie die Auswertungen zeigen, nahm der Anteil der sportlich-aktiven Personen zwischen T1 und T3 in beiden Gruppen deutlich zu: Sechs Wochen nach der Intervention gaben 91,9 Prozent der Interventionsgruppe und 75,0 Prozent  der Kontrollgruppe an, für mindestens 30 Minuten pro Woche sportlich-aktiv zu sein. Dies bestätigten vor Interventionsbeginn 67,6 Prozent der Teilnehmenden aus der Interventions- und 65,6 Prozent der Teilnehmenden aus der Kontrollgruppe. Von T3 zu T4 sank jedoch der Anteil sportlich-aktiver Personen in beiden Gruppen - in der Interventionsgruppe auf 75,7 Prozent, und in der Kontrollgruppe auf 62,5 Prozent.

Wie die Ergebnisse zeigen, lässt sich in der Interventionsgruppe auch ein halbes Jahr nach der Intervention ein Zuwachs an sportlich Aktiven gegenüber T1 um rund acht Prozent verzeichnen. In der Kontrollgruppe hingegen ist der Anteil sportlich-aktiver Personen im Vergleich zu T1 um drei Prozentpunkte gesunken. Die Befunde zeigen, so die Wissenschaftlerinnen, dass in beiden Gruppen eine kurzfristige Steigerung der Sportteilnahme erzielt werden konnte; dort aber, wo die Coaching-Einheit "Planung sportbezogener sozialer Unterstützung" zum Einsatz kam, konnte eine langfristige Verbesserung des Interventionseffektes erzielt werden.  

 

 

Quelle

Krebs S et al. (2015): Soziale Unterstützung als Baustein eines betrieblichen Programms zur Sport- und Bewegungsförderung. Zeitschrift für Gesundheitspsychologie 23 (4), 177-190. 

 

 


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Seite erstellt am: 17.02.2016 15:53:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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