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Häufigkeit von Demenzerkrankungen zurückgegangen


Dienstag, 19. April 2016

Entwicklung von Demenz: Inzidenzen innerhalb von 30 Jahren halbiert


Älteres PaarTrotz steigender Lebenserwartung ist die Häufigkeit von Demenzerkrankungen in den USA in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen – so legen es Auswertungen der Framingham Heart Study nahe. Dem Bildungsgrad scheint dabei eine besondere Bedeutung zuzukommen.

Im Rahmen der prospektiven Framingham Heart Study wurden seit 1948 ältere Menschen begleitet; auch die Durchführung neurologischer Test war seit 1975 Bestandteil einer regelmäßigen Untersuchung. Die dabei gewonnenen Daten machten sich nun ForscherInnen um Neurologin Dr. Claudia Satizabal von der Universität in Boston zunutze.

Sie verglichen die Demenzinzidenz im Rahmen von vier aufeinanderfolgenden Perioden - beginnend Ende der 1970er Jahre bis hin zum Jahr 2010. Dazu wurden sowohl die Angaben der ursprünglichen Kohorte als auch deren Nachkommen einbezogen. Für jede der Perioden konnten Angaben von 2.000 bis 2.500 Teilnehmenden einbezogen werden.

Wie die WissenschaftlerInnen aufzeigten, sank die alters- und geschlechtsadjustierte Demenzrate kontinuierlich - innerhalb von 30 Jahren hatte sich die Demenzinzidenz fast halbiert: Erkrankten um 1980 noch 3,6 Prozent der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer im Laufe von fünf Jahren an einer Demenz, so waren es 30 Jahre später nur noch 2,0 Prozent. Über 30 Jahre konnten die ForscherInnen somit einen Rückgang der Demenzinzidenz um 44 Prozent feststellen.

Auch das Alter bei der Demenzdiagnose erhöhte sich im Laufe des Beobachtungszeitraums um etwa fünf Jahre: Lag dieses um 1980 noch bei etwa 80 Jahren, stieg es zum Ende des Beobachtungszeitraus auf 85 Jahre an.  

 
Schützt Bildung vor Demenz?!

Wie die ForscherInnen herausfanden, konnten jedoch nicht alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Risikoreduktion profitieren; vielmehr zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Demenzrisiko und dem Bildungsgrad: Bei älteren Menschen mit einem Schulabschluss war die Demenzinzidenz im Laufe des Beobachtungszeitraums um 56 Prozent gesunken; bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern ohne Schulabschluss hingegen ließ sich eine Zunahme um 66 Prozent nachweisen.

Einen wichtigen Stellenwert im Rahmen dieser Entwicklung maßen Dr. Satizabal et al. der Reduktion kardiovaskulärer Risikofaktoren bei. Denn bei den älteren Menschen, die einen Schulabschluss aufwiesen, war auch die Häufigkeit der meisten kardiovaskulären Risikofaktoren zurückgegangen. Bei den Menschen ohne Schulabschluss war dies jedoch nicht der Fall. 

 
Quellen

Satizabal CL et al. (2016): Incidence of Dementia over Three Decades in the Framingham Heart Study. N Engl J Med 2016; 374:523-532

Müller T (2016): Demenz-Prävention: Inzidenz in 30 Jahren fast halbiert. Ärzte Zeitung Jg. 35, 19./20. Februar 2016

 

 


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Seite erstellt am: 19.04.2016 09:46:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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