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Häufige psychische Störungen bei SchülerInnen


Montag, 20. Juni 2016

Wie lässt sich die psychische Gesundheit im schulischen Umfeld fördern?


Verzweifelter JugendlicherWelche Möglichkeiten die schulische Diagnostik, Intervention und Prävention hat, um in diesem Setting die psychische Gesundheit zu fördern, stellt Prof. Gerd Schulte-Körne, Ludwig-Maximilians-Universität München, im Rahmen einer aktuellen Übersichtsarbeit heraus und nimmt dabei häufige psychische Störungen bei Schülerinnen und Schülern in den Blick.

Auf Grundlage einer systematischen Literaturübersicht stellt Prof. Schulte-Körne zunächst drei häufige psychische Störungen im schulischen Kontext heraus. Dazu zählen die hyperkinetische Störung, schulische Entwicklungsstörungen und depressive Störungen.

  • Die hyperkinetische Störung zählt mit einer Prävalenz von einem bis sechs Prozent zu den häufigsten psychischen Störungen. Betroffene weisen Symptome wie erhöhte Impulsivität, Aufmerksamkeitsstörungen und eine ausgeprägte Hypermotorik auf.
  • Schulische Entwicklungsstörungen umfassen Probleme beim Erlernen von Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen. Diese Lernstörungen treten bei etwa vier bis sechs Prozent der Heranwachsenden auf. Sie gehen häufig mit Ängsten, gedrückter Stimmung und negativen Gedanken einher.
  • An depressiven Störungen erkranken vier bis fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen - Mädchen sind doppelt so häufig von depressiven Störungen betroffen wie Jungen. Zu den Charakteristika zählen Konzentrationsprobleme, Selbstwertverlust und traurige Stimmung sowie Aktivitäts- und Interessenverlust.  

 

Schulische Belastungsfaktoren

Wie Prof. Schulte-Körne auf Grundlage bisher vorliegender Studien aufzeigt, sind  insbesondere das Schulklima, die LehrerIn-SchülerIn-Beziehung sowie die Schulverbundenheit Faktoren, die das Erkrankungsrisiko beeinflussen. Diese können die schulischen Leistungen eines Kindes beeinträchtigen und das Risiko für Schulabsentismus und Schulabbruch erhöhen. 

 

Welche Faktoren begünstigen die psychische Gesundheit im schulischen Umfeld?

Bisherige Studien zu schulischen Präventions- und Mental Health-Programmen zeigen vielfach eher geringe Effektstärken. Dies könne u.a. auf eine unklare Zielrichtung, fehlende Richtlinien bei der Umsetzung, nicht ausreichende Anleitung der Durchführenden und fehlende Umsetzungs- und Qualitätskontrollen zurückzuführen sein. Als erfolgreich erwiesen habe sich hingegen die Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen in Verbindung mit positiver Verstärkung sowie universelle und selektive Prävention zur Minderung von Ängsten, Depressionen oder Mobbing. Ebenso werden Programme empfohlen, die an der Verbesserung des Schul- und Klassenklimas ansetzen.

Um das Erkrankungsrisiko zu vermindern, plädiert Prof. Schulte-Körne weiterhin für eine qualifizierte Fortbildung von Lehrkräften, um diese im Umgang und bei der Identifikation psychischer Störungen zu schulen. Darüber hinaus regt der Autor eine Zusammenarbeit der Institution Schule mit Unterstützungssystemen im psychosozialen Bereich und im Gesundheitswesen an. Denn die Verringerung des Erkrankungsrisikos durch präventive Maßnahmen sei nicht allein Aufgabe der Schule, sondern eine fächerübergreifende Herausforderung. 

 

Quelle

Schulte-Körne G (2016): Mental health problems in a school setting in children and adolescents. Deutsches Ärzteblatt 2016, 113: 183-190.

 

 


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Seite erstellt am: 20.06.2016 15:39:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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