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Risiken und Chancen für den Zusammenhalt der deutschen Gesellschaft


Montag, 18. Juli 2016

Vielfalt statt Abgrenzung


BuntstifteIm Jahr 2015 sind über eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Was bedeutet das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Dieser Frage sind die Autorinnen und Autoren der Publikation „Vielfalt statt Abgrenzung“, herausgegeben von der Bertelsmann Stiftung, aus unterschiedlichen Perspektiven nachgegangen.

Dass sich auch positive Entwicklungen im Hinblick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland verzeichnen lassen, zeigt einleitend Dr. Kai Unzicker auf. Dazu verweist der Autor auf Ergebnisse der Bertelsmann Stiftung, die im Rahmen des "Radars gesellschaftlicher Zusammenhalt" aufbereitet wurden. Demnach rangiert Deutschland im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld; positive Entwicklungen konnten insbesondere im Hinblick auf die Akzeptanz von Homosexuellen sowie die zunehmende Offenheit gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund festgestellt werden.

Die Ereignisse der letzten Monate - Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, Hetze in den Medien sowie Demonstrationen gegen Einwanderungspolitik - lassen dem Autor zufolge jedoch den Verdacht erhärten, dass "die Risiken für den Zusammenhalt der deutschen Gesellschaft gewachsen sind" (S. 23).

Mit dem Aufstieg der AfD, der Rolle der Medien sowie der Diskussion um Religion, Demokratie und das deutsche Selbstverständnis greifen die Autorinnen und Autoren das Handlungsfeld aus unterschiedlichen Perspektiven auf, beleuchten Chancen und Risiken der Einwanderung und liefern Anhaltspunkte, wie sich ein gemeinsames Leben gestalten lässt. Dies ist nicht zuletzt auch für Gesundheit und Wohlbefinden von Bedeutung, denn "die Qualität des solidarischen Miteinanders beeinflusst (auch) die Lebenszufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger" (S. 198).

Ansatzpunkte, die dazu beitragen können, den Zusammenhalt in einer heterogenen Gesellschaft zu wahren, fasst Dr. Kai Unzicker im Rahmen des letzten Kapitels zusammen. Er plädiert hier u.a. für eine informationsoffene Gesellschaft sowie eine Haltung der Toleranz, stellt aber heraus, dass gleichzeitig "präzise zu benennen (ist), was nicht mehr tolerierbar ist, weil es sich gegen die freiheitliche, tolerante Gesellschaft selbst richtet" (S. 200). Auch müsse gewährleistet werden, dass Geflüchtete und Einheimische nicht gegeneinander ausgespielt werden. Um hier mehr gesellschaftliche Chancengleichheit zu schaffen, sind dem Autor zufolge Investitionen in Kitas, Schulen und den sozialen Wohnungsbau unerlässlich. Darüber hinaus macht der Autor deutlich, dass Strukturen geschaffen werden müssen, die dem bürgerschaftlichen Engagement Bestand geben. Ebenso können Partizipation, Aufklärung und persönliche Begegnungen dazu beitragen, bestehende Konflikte zu entschärfen.  

 

Quelle:

Bertelsmann Stiftung (2016): Vielfalt statt Abgrenzung. Wohin steuert Deutschland in der Auseinandersetzung um Einwanderer und Flüchtlinge? Verlag Bertelsmann Stiftung, 229 Seiten, Preis: 22 Euro

 


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Seite erstellt am: 18.07.2016 16:02:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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