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Grenzwert in einkommensschwachen Regionen nicht erreicht


Montag, 24. Oktober 2016

Ernährung: Verzehr von Obst und Gemüse abhängig von Einkommen


Gemüse und ObstDer durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum von Obst und Gemüse liegt vielerorts immer noch deutlich unter den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Welche Rolle das Einkommen dabei spielt, haben WissenschaftlerInnen aus über 20 Ländern zusammengetragen.

Um chronischen Krankheiten vorzubeugen und für eine ausreichende Energiezufuhr zu sorgen, ist der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge der Verzehr von ungefähr 400g Obst und Gemüse pro Tag erforderlich. Diese Angabe entspricht knapp drei Portionen Gemüse sowie zwei Portionen Obst über den Tag verteilt.  

Dass dieser Grenzwert vor allem in einkommensschwachen Regionen nicht erreicht wird, zeigten nun WissenschaftlerInnen im Rahmen der PURE-Studie (Prospective Urban Rural Epidemiology-Study). Dabei sei nicht nur das Gesamteinkommen eines Haushaltes ausschlaggebend, sondern auch der entsprechende Anteil, der monatlich für Nahrungsmittel aufgewendet werden muss und abhängig vom Entwicklungsstand eines Landes stark variiert. 

Für die Studie wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren Daten von knapp 160.000 Erwachsenen im Alter von 35 bis 70 Jahren aus fünf Kontinenten ausgewertet. Basierend auf einer Klassifizierung der Weltbank wurden insgesamt 18 Länder aus vier verschiedenen Einkommensschichten ausgewählt. Im Laufe der Erhebungen wurde erfasst, welchen Betrag Haushalte in verschiedenen Regionen durchschnittlich aufwenden müssen, um täglich die empfohlene Menge Obst und Gemüse verzehren zu können.  

 

Weniger Einkommen – weniger Obst und Gemüse?!  

Die Ergebnisse zeigen: Der durchschnittliche Konsum von Obst und Gemüse lag in den Ländern mit sehr geringem Einkommen wie beispielweise Bangladesch, Indien und Pakistan bei etwa zwei Portionen pro Tag. Mit zunehmendem Einkommen konnten die WissenschaftlerInnen einen gesteigerten Obst- und Gemüseverzehr feststellen: Haushalte in Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen wie beispielsweise Kanada, Schweden und die Vereinigten Arabischen Emirate wiesen einen durchschnittlichen Verzehr von etwa fünf Portionen auf. 

Diese Ergebnisse sind jedoch nicht allein auf das höhere Lohnniveau in Industriestaaten zurückzuführen. Vergleicht man die Preise für Gemüse in Industrie- und Entwicklungsländern, zeigt sich, dass die Kosten für dieselbe Menge an Lebensmitteln in Relation zum Gehalt in ärmeren Ländern fast das 19-Fache betragen. Da Haushalte in entwicklungsschwächeren Regionen bereits fast die Hälfte ihres Gehalts für Lebensmittel aufwenden müssen, ist es für sie fast unmöglich, die empfohlenen Mengen an Obst und Gemüse zu konsumieren, so die WissenschaftlerInnen.  

Im Kampf gegen Hunger und Unterernährung setzen die meisten Menschen auf kohlenhydratreiche, hochkalorische Kost. Die Folge: Weltweit sterben knapp 1,7 Millionen Menschen jährlich an den Folgen von Vitaminmangel, da Obst und Gemüse nicht erschwinglich oder verfügbar sind. Was bislang fehlt, sind vor allem politische Initiativen, um der Bevölkerung von Entwicklungsländern den Zugang zu ausgewogener Ernährung zu ermöglichen, so das Fazit der AutorInnen.

 

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (Hrsg.): Obst und Gemüse. Die Menge macht’s. Link...

Miller, Victoria/Yusuf, Salim et al.: Availability, affordability, and consumption of fruits and vegetables in 18 countries across income levels: findings from the Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE) study, in: Lancet Glob Health, 23. August 2016.

 

 

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 24.10.2016 13:35:00, ursprünglich angelegt am: 14.10.2016 13:35:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig, Hannah Rüdiger






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