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Tracking-Systeme im betrieblichen Umfeld


Montag, 12. Dezember 2016

Self-Tracking als Optimierungsprojekt?!


Frau mit Telefon und NotebookMit der aktuellen Publikation „Leben nach Zahlen. Self-Tracking als Optimierungsprojekt?“ gehen Stefanie Duttweiler et al. der Frage nach, was passiert, wenn Selbsterkenntnis zum digitalen Produkt wird. Dabei zeigen die AutorInnen auch Implikationen für Prävention und Gesundheitsförderung auf.

Self-Tracking - also die "Erhebung, Sammlung, Zusammenführung und Auswertung von Daten über alle (...) Merkmale und Funktionen des eigenen Körpers durch mehr oder weniger ausgeklügelte Verfahren lässt uns (...) in eine neue Phase (...) der Selbstoptimierung eintreten" (S. 9) - so beschreiben Stefanie Duttweiler und Jan-Hendrik Passoth einleitend die aktuellen Entwicklungen zur Selbstvermessung.

Dabei machen sie deutlich: Die Praktiken des Self-Trackings gehen mit Chancen und Risiken einher. Zum einen sollen es gesammelte Daten ermöglichen, bessere gesundheitsbezogene Entscheidungen zu treffen; andererseits wecken diese vielfältige Befürchtungen im Hinblick auf den Verlust von Kontrolle und Selbstbestimmung.

Die Beiträge des Buches greifen dieses Spannungsfeld aus unterschiedlichen Perspektiven auf und fragen nach gesellschaftlichen Bedingungen, Auswirkungen und damit einhergehenden Veränderungen zeitgenössischer Selbst- und Körperverhältnisse.

 

Self-Tracking als Maßnahme der Gesundheitsförderung?!

Auch mit Blick auf das Handlungsfeld "Prävention und Gesundheitsförderung" kommt der Selbstvermessung eine wachsende Bedeutung zu, wie u.a. der Beitrag "Benchmarking the Self. Kompetitive Selbstvermessung im betrieblichen Gesundheitsmanagement" von Thorben Mämecke illustriert. Dieser widmet sich der Verbindung von individueller Selbstvermessung und betrieblichen Prozessen.

Wie der Autor darstellt, wird die Technologie des Self-Trackings derzeit noch in wenigen Unternehmen eingesetzt, doch - so seine Prognose - werde die Abfrage und Analyse von Körperwerten und Gefühlszuständen zukünftig stärkeren Einfluss auf Personalentscheidungen nehmen.

Entsprechend versteht Thorben Mämecke Tracking-Systeme im betrieblichen Umfeld als "ambivalente Kontrolltechnologien" (S. 119). Dafür machen sich Unternehmen die außerbetriebliche Akzeptanz ihrer Beschäftigten gegenüber neuen Technologien zunutze und stellen diesen Instrumente für die Planung ihrer eigenen Ressourcen (z.B. Schrittzähler, Kalorienmesser, etc.) zur Verfügung. Ebenso werden innerbetriebliche Datenvergleiche eingesetzt, um die Motivation zu erhöhen und einen "gesunden Wettbewerb" unter den Mitarbeitenden zu fördern. Auf diese Weise sollen Beschäftigte schließlich dazu angehalten werden, "zwischen maximaler Arbeitsleistung und minimaler krankheitsbedingter Ausfallwahrscheinlichkeit approximativ ein stabiles Verhältnis herzustellen" (S. 119). 

 

Buch

Duttweiler S, Gugutzer R, Passoth JH, Strübing J (2016): Leben nach Zahlen. Self-Tracking als Optimierungsprojekt? transcript Verlag, 352 Seiten. Preis: 29,99 Euro. Link... 

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 12.12.2016 08:50:00, ursprünglich angelegt am: 28.11.2016 13:50:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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