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Was bedeutet Digitalisierung für die Praxis der Gesundheitsförderung?


Dienstag, 6. Dezember 2016

Nachlese zur BVPG-Statuskonferenz „Digitalisierung und Gesundheitsförderung“


Plenum der StatuskonferenzWas bedeutet Digitalisierung für die Praxis der Prävention und Gesundheitsförderung? Diese Frage stand im Mittelpunkt der BVPG-Statuskonferenz „Digitalisierung und Gesundheitsförderung“, die am 5. Dezember 2016 in Kooperation mit dem Verband der Ersatzkassen e.V. in Berlin stattfand.

Apps, E-Commerce, Crowd Working, Online Banking - die Digitalisierung hat Einzug in zahlreiche Lebensbereiche erhalten. Diese Entwicklung gehe mit Chancen, aber auch mit Risiken einher, wie Ulrike Elsner, hauptamtliche Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen (vdek), im Rahmen ihrer Einführung herausstellte.

Chancen schrieb Oliver Schenk,Leiter der Abteilung Grundsatzfragen der Gesundheitspolitik und Telematik des Bundesministeriums für Gesundheit, insbesondere der Stärkung des Empowerments zu. So könnten digitale Technologien auch solche Zielgruppen ansprechen, die sonst keine Hilfe in Anspruch nehmen würden. Zu klären seinen in diesem Zusammenhang jedoch Fragen zur Qualität, Nachhaltigkeit und Wirkung neuer Technologien.

Die unterschiedlichen Herausforderungen, die mit der Entwicklung und langfristigen Implementierung von digitalen Technologien einhergehen, beleuchtete anschließend Dr. Christoph Dockweiler, Universität Bielefeld. Dabei stellte er u.a. heraus, dass bereits einige Hinweise zur Evidenzbasierung neuer Technologien vorliegen, diese jedoch eher den Bereich der Versorgung betreffen als den der Gesundheitsförderung.

 

Impulsforum: Was bedeutet Digitalisierung für die Praxis der Prävention und Gesundheitsförderung?

Mit der Frage "Was bedeutet Digitalisierung für die Praxis der Prävention und Gesundheitsförderung" beschäftigten sich anschließend vier Referenten im Rahmen des Impulsforums:

  • Das Grünbuch "Arbeiten 4.0" stellte Dr. Oliver Lauenstein, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), vor. Dieses skizziert Trends, wichtige Handlungsfelder und zentrale Fragestellungen zur zukünftigen Arbeitsgesellschaft.
  • Einige Studienergebnisse zu Maßnahmen digitaler Gesundheitsförderung im Betrieb benannte anschließend Prof. Dr. David Matusiewicz, FOM Hochschule für Oeconomie & Management. Dabei machte er deutlich, dass Maßnahmen, die auf neuen Technologien basieren, insbesondere für dezentrale Betriebsstrukturen von Vorteil sein können.
  • Das Engagement der Techniker Krankenkasse auf dem digitalen Gesundheitsmarkt verdeutliche Thomas Heilmann. Dazu stellte er Maßnahmen wie den "TK-GesundheitsCoach" vor, der Versicherte dabei unterstützen soll, gesundheitliche Ziele zu erreichen.
  • Alexander Markowetz, Autor des Buches "Digitaler Burnout", legte abschließend Ergebnisse seiner Studie zur Smartphone-Nutzung dar. Basierend auf diesen forderte er eine "Smartphone-Diät" sowie die Einführung einer neuen Kommunikations-Etikette.  
 
Digitalisierung in der Gesundheitsförderung: Zwischen Wissensdefizit und Empowerment

Das Spannungsfeld "Digitalisierung in der Gesundheitsförderung: Zwischen Wissensdefizit und Empowerment" griffen die Vorträge des Nachmittags aus unterschiedlichen Perspektiven auf.

Dass dem digitalen Gesundheitsrisiko "Cybermobbing" durch evidenzbasierte Präventionsmaßnahmen erfolgreich begegnet werden kann, zeigte Dr. Stefanie Pieschl, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, auf. Hierzu stellte sie das Präventionsprogramm "Surf-Fair" vor, das insbesondere bei den Faktoren "Empathie" und "Medienkompetenz" ansetzt.

Die Frage "Wie kann man Nutzerinnen und Nutzern dabei helfen, die Qualität von Angeboten zu erkennen?" griffen anschließend Martin Schumacher, Aktionsforum Gesundheitsinformation (afgis) e.V., und Rainer Beckers, Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH (ZTG), auf und stellten zwei unterschiedliche Lösungsansätze vor:

  • Mit dem afgis-Siegel hat das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem dem Grundsatz "Qualität durch Transparenz" folgend Qualitätskriterien entwickelt und ein Prüfverfahren operationalisiert.
  • Mit "AppCheck" hat das ZTG eine Qualitäts- und Bewertungsplattform für gesundheitsbezogene Apps aufgebaut. Diese soll dabei unterstützen, den Mehrwert und eventuelle Risiken einer Anwendung besser einschätzen zu können.

Inwiefern Digitalisierung zu mehr (Patient) Empowerment führen kann, diskutierte abschließend Dr. Felix Rebitschek, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung/Harding-Zentrum für Risikokompetenz, im Rahmen seines Vortrags. Dabei machte er deutlich, dass wesentliche Chancen der Digitalisierung für Patientinnen und Patienten an die Erfüllung zweier Voraussetzungen geknüpft sind: transparente Gesundheitsinformationen sowie die Stärkung der digitalen und Risikokompetenzen. 

 

Im Rahmen der abschließenden Diskussion zeigten die Anwesenden auf, dass trotz neuer Technologien alte Ungleichheiten erhalten bleiben. Zwar biete die Digitalisierung Chancen - zum Beispiel im Hinblick auf die Verbesserung der Versorgungsqualität, die Generierung gesundheitsbezogener Daten sowie die Motivation zur individuellen Auseinandersetzung mit gesundheitsbezogenen Themen. Unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten, Wissensstände und Kompetenzen der Nutzerinnen und Nutzer sorgen jedoch dafür, dass sich gesundheitliche Ungleichheiten auch im digitalen Bereich fortsetzen. Hier gilt es, durch Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung und der Bereitstellung transparenter Informationen entgegenzuwirken. 

 

In Kürze stehen Ihnen auch die Präsentationen der Referentinnen und Referenten auf Anfrage zur Verfügung. Ebenso ist die Veröffentlichung einer Veranstaltungsdokumentation vorgesehen. Diese kann dann bei der BVPG kostenfrei bestellt werden (info@bvpraevention.de) und wird ebenfalls auf der Internetseite zu finden sein.

 

 


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Seite erstellt am: 06.12.2016 16:30:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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