Die meisten Fehltage gehen auf Depressionen zurück


Mittwoch, 15. Februar 2017

Mehr Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen


Gestresste Frau am ArbeitsplatzDie DAK-Analyse zum Krankenstand von Beschäftigten in Deutschland zeigt, dass die Ausfalltage aufgrund psychischer Erkrankungen im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht haben. Die meisten Fehltage gehen auf Depressionen zurück.

Ergebnisse der DAK-Studie 

Für die Krankenstandsanalyse (DAK Gesundheit, 2017) hat das Berliner IGES Institut die Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten für das Jahr 2016 ausgewertet. Demnach entfiel ein Anteil von 17 Prozent des Gesamtkrankenstandes auf psychische Erkrankungen.  

Insgesamt blieben zwar weniger Beschäftigte aufgrund einer entsprechenden Diagnose der Arbeit fern. Allerdings waren die Fehlzeiten der einzelnen Krankheitsfälle länger. Vor allem Frauen waren betroffen. Wegen keiner anderen Erkrankungsgruppe fehlten sie im vergangenen Jahr so lange am Arbeitsplatz. 

Durchschnittlich waren Beschäftigte aufgrund psychischer Probleme im letzten Jahr 38 Tage krank. Im Jahr 2015 waren es noch 35 Tage. Die Zahl der Fehltage hat sich in den letzten 20 Jahren verdreifacht. Die meisten Fehltage gehen auf Depressionen zurück. Etwa 114 Tage entfielen 2016 auf je 100 Versicherte. Personen, die Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen zeigten, fehlten mit 46 Tagen am zweitlängsten.

 

Psychische Erkrankungen als Kostenfaktor 

Psychische Erkrankungen verursachen nicht nur Leid bei den Betroffenen, sondern auch hohe gesellschaftliche Kosten. Für das Jahr 2015 errechnete die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA, 2017) insgesamt 9,5 Mrd. Euro Produktionsausfallkosten, die durch psychische Erkrankungen verursacht wurden. Die Rechnung für 2016 steht noch aus. Vor diesem Hintergrund erhalten präventive Maßnahmen, die Belastungsquellen reduzieren und den gesundheitsdienlichen Umgang mit unvermeidbaren Stressoren unterstützen, besondere Bedeutung. Sie können einen wichtigen Beitrag zur psychischen Gesundheit und zur Kostenreduktion leisten.  

 

Quellen:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) (2017). Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit 2015. Link...

DAK Gesundheit (2017). Psychische Erkrankungen. Höchststand bei Ausfalltagen. Link...

 

 




Seite erstellt am: 15.02.2017 14:32:00
Autor/-in der Seite: Dr. Martha Höfler