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Rauschtrinken ist unter Jugendlichen verbreitet


Donnerstag, 8. Juni 2017

Rauschtrinken im Jugendalter: Vertraglich geregelt?!


Alkoholmissbrauch bei JugendlichenAktuelle Forschungsergebnisse belegen: Rauschtrinken ist unter Jugendlichen verbreitet. Inwiefern das Präventionsprogramm „Klar bleiben“ hier gegensteuern kann, haben nun WissenschaftlerInnen um Prof. Hanewinkel, Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung, IFT-Nord gGmbH, untersucht.

Der Konsum von Alkohol ist in Deutschland weit verbreitet - auch unter Jugendlichen. So hat Schätzungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge etwa jede/r 7. Jugendliche in den letzten 30 Tagen mindestens an einem Tag vier oder mehr alkoholische Getränke konsumiert.

Ein hoher Alkoholkonsum birgt gesundheitliche Risiken und kann sich negativ auf die Gehirnentwicklung Jugendlicher auswirken oder ein späteres Suchtverhalten begünstigen. Der Prävention des Rauschtrinkens kommt somit vor allem in dieser Altersgruppe eine wichtige Bedeutung zu. Hier setzt das schulbasierte Interventionsprogramm "Klar bleiben" an. 

 

Das Präventionsprogramm "Klar bleiben"

Das Präventionsprogramm richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe. Es setzt darauf, den Verzicht des Rauschtrinkens als soziale Norm zu etablieren. Dafür werden die Jugendlichen dazu aufgefordert, neun Wochen auf einen Alkoholrausch zu verzichten. Dazu verpflichten sie sich durch Unterzeichnung eines Klassenvertrags. Das Trinkverhalten der Heranwachsenden wird im Rahmen der Intervention alle zwei Wochen im Klassenverband abgefragt. Klassen, die bis zum Ende "rauschfrei" geblieben sind, erhalten die Chance auf einen Preis.

Die Wirksamkeit dieses schulbasierten Ansatzes untersuchten nun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. Hanewinkel im Rahmen einer aktuellen Studie. 

 

Klassenvertrag gegen Rauschtrinken - eine wirksame Intervention?

Wie die WissenschaftlerInnen anhand einer clusterrandomisierten Kontrollgruppenstudie mit 4.163 Schülerinnen und Schülern aufzeigten, konnte die Intervention zumindest bei denjenigen Jugendlichen, die bereits erste Konsumerfahrungen hatten, einen - zumindest kurzfristigen - präventiven Effekt erzielen. Dieser spiegelte sich sowohl in der Häufigkeit des Konsums von mindestens vier alkoholischen Getränken als auch in der typischen Trinkmenge wider. So konsumierten die Jugendlichen der Interventionsgruppe im Mittel 0,19 alkoholische Getränke pro Trinkgelegenheit weniger als ihre Altersgenossen in der Kontrollgruppe.

Dennoch ist weiterer Forschungsbedarf erforderlich, so die Autorinnen und Autoren im Rahmen ihres Resümees. Demnach sollten in weiterführenden Studien u.a. die Erhebungsmethodik, die Generalisierbarkeit der Ergebnisse sowie die langfristigen Auswirkungen der Intervention geprüft werden. 

 

Quelle

Hanewinkel R et al. (2017): Prävention des Rauschtrinkens im Jugendalter. Ergebnisse einer schulbasierten clusterrandomisierten Studie. In Deutsches Ärzteblatt; Jg. 114, Heft 16; 280-287. Link...

 

 


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Seite erstellt am: 08.06.2017 09:44:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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