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Prävention von Diabetes - Mehr Bewegung bringt langfristig Erfolge


Dienstag, 8. März 2011

Prävention von Diabetes - Mehr Bewegung bringt langfristig Erfolge


Wer durch einen aktiveren Lebensstil Fettleibigkeit und damit einen Risikofaktor für Diabetes mellitus Typ 2 (so genannte „Altersdiabetes“) verhindern will, muss dazu keinen unrealistisch hohen Aufwand betreiben: Die genannten Ziele sind durch eine mäßige und dauerhafte Erhöhung der regelmäßigen täglichen Schrittzahl zu erreichen. Dies ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten australischen Kohortenstudie.

Das Besondere der Studie ist ihre Dauer: sie wurde in den Jahren 2000 bis 2005 mit knapp 600 im Durchschnitt über 50 Jahre alten AustralierInnen durchgeführt. In mehreren zuvor durchgeführten Studien mit Messzeiten von nur wenigen Wochen oder ein paar Monaten konnten hingegen höchstens leichte Gewichtsverluste festgestellt werden, aber keine messbare Reduktion verschiedener physiologischer Werte, die für die Entstehung von Diabetes Bedeutung haben.

In der hier vorgestellten Studie wurden zu Beginn und am Ende der Interventionszeit neben mehreren allgemeinen medizinischen Werten und gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen der Body Mass Index (BMI), der Taillen-/Hüftumfang (waist to hip ratio) und die Insulinsensitivität als wichtige Risiko-Indikatoren für Diabetes gemessen. Der untersuchte Einflussfaktor, nämlich die Anzahl der täglichen Schritte, wurde sowohl durch eine Befragung der TeilnehmerInnen als auch durch Schrittzähler erhoben.

Eine weit verbreitete Empfehlung gibt 3.000 Schritte pro Tag an 5 Tagen in der Woche als erstrebenswert an.

Wesentliche Zusammenhänge zwischen der Schrittzahl und den ausgewählten Risiko-Indikatoren waren:

  • Eine Zunahme der täglichen Anzahl von Schritten in der Zeit von 2000 bis 2005 senkte den Body Mass Index signifikant um 0,08 Einheiten pro 1.000 Schritte.
  • Eine Zunahme der Zeitdauer der gesamten körperlichen Aktivitäten pro Woche im selben Zeitraum senkte den BMI signifikant um 0,07 Punkte je zusätzlicher Stunde.
  • Eine erhöhte Schrittzahl und länger dauernde körperliche Aktivitäten reduzierten das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang um 0,15 bzw. 0,09 Einheiten und verbesserten die Insulinsensitivität um 1,38 bzw. 1,27 Einheiten.
  • Durch statistische Analysen konnten für alle diese Ergebnisse der Einfluss anderer Faktoren (wie Alter, Geschlecht, Bildungsniveau, Schichtzugehörigkeit, Energieaufnahme, Alkoholkonsum, Rauchen) im Jahr 2000 ausgeschlossen werden.
  • Wem es innerhalb der fünf Jahre gelang, die Anzahl seiner täglichen Schritte auf 10.000 zu erhöhen, was ungefähr einer Fußstrecke von 8 Kilometern entspricht, hat dadurch eine dreifach höhere Verbesserung seiner Insulinsensitivität als eine ansonsten vergleichbare Person, welche die Marke von 3.000 Schritten pro Tag erreicht.
  • Der Effekt der verbesserten Insulinsensitivität beruht maßgeblich auf Veränderungen beim Übergewicht bzw. der Fettsüchtigkeit.

Den in der Zeitschrift "British Medical Journal" (2010;341:c7249) erschienenen Aufsatz "Association of change in daily step count over five years with insulin sensitivity and adiposity: population based cohort study" von T Dwyer, Ponsonby, A Pezic,Venn, D Dunstan, E Barr, S Blair, P Zimmet und J Shaw erhält man komplett kostenlos als PDF-Datei.


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Seite erstellt am: 08.03.2011 14:33:00
Autor/-in der Seite: Dr. Beate Robertz-Grossmann
Quelle: Dr. Bernard Braun, Dr. Gerd Marstedt






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