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Kosteneinsparungen durch langfristig angelegte Präventionsmaßnahmen


Dienstag, 4. Juni 2013

Adipositas eindämmen. Prävention – ein Leben lang


Geldscheine und VersichertenkarteAdipositas gilt als Risikofaktor für eine Vielzahl von Erkrankungen. Dass der Anteil an adipösen Menschen an der Bevölkerung steigt, belegen aktuell die Ergebnisse der DEGS-Studie. Zu enormen Kosteneinsparungen können hier langfristig angelegte Präventionsmaßnahmen führen, wie Alex Brill im Rahmen seiner Analyse zeigt.

Prävalenz von Adipositas in Deutschland

Die Ergebnisse der jüngst erschienenen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) zeigen, dass das Thema Übergewicht in Deutschland nach wie vor eine bedeutende Rolle spielt. Die Studienergebnisse belegen, dass der Anteil übergewichtiger Frauen und Männer auf einem konstant hohen Niveau liegt. Derzeit sind 53,0% der Frauen und 67,1% der Männer übergewichtig. Unter Adipositas leiden 23,9% der Frauen und 23,3% der Männer. Bei einem Vergleich mit früheren Studienergebnissen wird deutlich, dass insbesondere der Anteil junger adipöser Männer zugenommen hat und diese infolgedessen ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus Typ II und für bestimmte Krebsarten tragen. Der Anteil adipöser Männer beträgt bei den 30 bis 39-Jährigen 22,0%, bei den Frauen dieser Altersgruppe sind es 17,9%.


Folgeschwere Gesundheitskosten durch Adipositas

Dass eine Adipositas-Epidemie auch aus ökonomischer Sicht zu einem "folgenschweren" Problem werden kann, illustriert eine Analyse des US-Ökonomen Alex Brill zu den Kosten durch Adipositas und zu potenziellen Einsparmöglichkeiten. Brill zeigt zu Beginn seiner Analyse auf, dass Adipositas in den USA direkte Kosten in Höhe von 210 Milliarden Dollar verursacht und damit ein Fünftel der amerikanischen Gesundheitsausgaben ausmacht. Werden zusätzlich zu diesen Kosten auch noch indirekte Kosten wie arbeitsbedingte Ausfälle oder eine verringerte Leistungsfähigkeit berücksichtigt, summieren sich die verursachten Kosten sogar auf 450 Milliarden US Dollar.

Wenn wirkungsvolle Präventionsmaßnahmen ausbleiben, werden sich - so der Ausgangspunkt von Brills Berechnungen - die Kosten, die durch Adipositas verursacht werden, in den nächsten 15 Jahren nochmals um ein Viertel erhöhen. Besonderes Potenzial sieht Brill - vor allem in Bezug auf die ökonomischen Einsparungen - bei einer Verlängerung des Präventionszeitraums. Statt der in den USA üblichen zehn Jahre, sollte nach Brill für Präventionsmaßnahmen ein längerer Zeitraum veranschlagt werden - vorzugsweise die gesamte Lebensspanne eines Menschen. Denn setzen Präventionsmaßnahmen bereits im Kindesalter an und tragen sie im Verlauf des Lebens dazu bei, die Entwicklung von Adipositas zu verhindern, entstehen für die Gesellschaft beachtliche Einsparungen in Milliardenhöhe. Brills Berechnungen zufolge übersteigt der Nutzen früh ansetzender Präventionsmaßnahmen bei Weitem den von erst zu einem späteren Zeitpunkt einsetzenden Maßnahmen.


Bedeutung für Deutschland

In Deutschland belaufen sich einer Studie aus dem Jahr 2008 zufolge die durch Adipositas verursachten Kosten auf 13 Milliarden Euro pro Jahr (Knoll/Hauner 2008), liegen damit jedoch bezogen auf die Pro-Kopf-Ausgaben deutlich unter den Ausgaben der USA. Doch in Anbetracht einer steigenden Prävalenz von Adipositas, wie sie im Rahmen der Studie zur Gesundheit Erwachsender in Deutschland (DEGS) belegt wird, sollten Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung bei Adipositas auch hierzulande verstärkt in den Blick genommen und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden.


Quellen

Die "Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland" (DEGS) erhalten Sie hier im PDF-Format.

Zur PDF-Datei des Artikels "The Long-Term Returns of Obesity Prevention Policies" gelangen Sie hier.

Knoll K.-P.; Hauner H.(2008): Kosten der Adipositas in der Bundesrepublik Deutschland - Eine aktuelle Krankheitskostenstudie; Adipositas - Ursachen, Folgeerkrankungen, Therapie (Vol. 2), Heft 4; 204-210.
Ein Abstract zum Artikel finden Sie hier.




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Seite zuletzt geändert am: 04.06.2013 08:20:00, ursprünglich angelegt am: 03.06.2013 14:52:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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