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Startseite : Prävention allgemein : Beiträge - 2013 : Nachlese 6. Präventionskongress


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Was steht hinter dem Gender-Gedanken und wie wird dieser umgesetzt?


Dienstag, 2. Juli 2013

Wie lässt sich die Gesundheit von Frauen und Männern effektiv fördern? Nachlese zum 6. gemeinsamen Präventionskongress


Plenum PräventionskongressDamit Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung eine größtmögliche Wirkung entfalten, müssen sie geschlechtergerecht ausgestaltet werden. Was hinter dem Gender-Gedanken steht und wie dieser umgesetzt werden kann, war Thema auf dem 6. gemeinsamen Präventionskongress des Bundesgesundheitsministeriums und der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung am 28. Juni in München.

"Die mittlere Lebenserwartung bei Geburt ist bei Frauen fünf Jahre höher als bei Männern, im Alter von 65 Jahren haben Frauen noch eine gut drei Jahre längere Lebenserwartung als Männer", berichtete Dr. Cornelia Lange, Robert Koch-Institut, zu Beginn der Veranstaltung. Anhand epidemiologischer Kenngrößen präsentierte sie Faktoren, die maßgeblich für diese unterschiedliche Entwicklung verantwortlich sind. So zeigte sie, dass vor allem die vorzeitige Sterblichkeit bei Männern zu einer niedrigen Lebenserwartung beiträgt. Männer im mittleren Lebensalter sterben gegenüber Frauen mehr als drei Mal so häufig an Verletzungen und Vergiftungen. So ist beispielsweise der Anteil tabakassoziierter Krebserkrankungen und Krebssterbefälle bei Männern besonders groß.

Mit diesen und weiteren epidemiologischen Kenngrößen zur gesundheitlichen Lage lieferte Frau Dr. Lange die Rahmendaten, auf die weitere Aktivitäten der Prävention und Gesundheitsförderung Bezug nehmen müssen.

Wie effektive geschlechterspezifische Gesundheitsförderung und Prävention in der Praxis aussehen kann, verdeutlichten Prof. Dr. Ulrike Maschewsky-Schneider, Berlin School of Public Health, Thomas Altgeld, Geschäftsführer der Landesvereinigung Gesundheit Niedersachsen sowie Dr. Monika Köster von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anhand unterschiedlicher Handlungsstrategien und Modelle guter Praxis.

So berichtete Frau Prof. Maschewsky-Schneider von den Projekten "Stadtteilmütter für Familien mit Migrationshintergrund" sowie vom "Frauengesundheitstreff Bremen Tenever" und verwies hier besonders auf die spezifischen Problemlagen und Bedarfe bei Frauen - z.B. als Alleinerziehende, als junge Mutter oder als Berufstätige. Darüber hinaus verdeutlichte sie anhand der Praxisbeispiele, dass "Gender" ein Qualitätsmerkmal von Prävention und Gesundheitsförderung darstellt und zugleich einen Beitrag zum Ausgleich sozial bedingter gesundheitlicher Ungleichheit leisten kann.

Thomas Altgeld nahm das Thema Männergesundheit in den Blick und setzte einen Fokus auf die männliche Selbstwahrnehmung. Anhand gelungener und weniger gelungener Angebotsbeispiele zeigte er Ansatzpunkte für männergerechte Angebotsstrukturen auf.

Frau Dr. Monika Köster stellte die Gesundheitsportale www.maennergesundheitsportal.de und www.frauengesundheitsportal.de vor, erläuterte die zielgruppenspezifisch aufgearbeiteten Strukturen und Inhalte und präsentierte damit zwei Beispiele für gendersensible und geschlechterspezifisch aufbereitete Informationsvermittlung.

Die Ergebnisse der Workshops zu den Themen "Suchtprävention", "Betriebliche Gesundheitsförderung", "Bewegung", "geschlechterspezifische Angebote der Gesetzlichen Krankenversicherung" sowie "kommunale Gesundheitsförderung für Männer und Frauen" haben sowohl Schwerpunktthemen wie Schwerpunktsettings in den Blick genommen. Im Mittelpunkt stand der Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über vergangene Erfahrungen, zukünftige Projekte und neue Perspektiven. Festgestellt wurde u.a., dass es "die Frauen" und "die Männer" nicht gibt, sondern die Schichtenzugehörigkeit und die jeweilige konkrete soziale Problemlage von ausschlaggebender Bedeutung sind. Dies lässt sich aber nur vor Ort, in den Lebensumwelten der Beteiligten erkennen - deshalb spielt die kommunale Ebene eine herausragende Rolle für zukünftige Bemühungen im Handlungsfeld genderspezifischer Prävention und Gesundheitsförderung.

Seit 2008 führen das Bundesministerium für Gesundheit und die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. jährlich gemeinsam Präventionskongresse durch. Die Kongresse sollen dazu beitragen, den fachlichen "State of the Art" im Bereich "Prävention und Gesundheitsförderung" abzubilden, den bereits erreichten Umsetzungsstand zu klären und insbesondere auch zivilgesellschaftlichen Akteuren eine Plattform für den Austausch zu bieten.

In diesem Jahr nutzten gut 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung sowie Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich den Kongress als Diskussions- und Fortbildungsforum.


Weitere Informationen finden Sie hier.

Dort stehen Ihnen in Kürze auch die Abstracts und Präsentationen der Referentinnen und Referenten zur Verfügung. Für die zweite Jahreshälfte 2013 ist außerdem die Veröffentlichung einer Kongressdokumentation vorgesehen. Diese kann dann bei der BVPG kostenfrei bestellt werden (kongress@bvpraevention.de) und wird ebenfalls auf der Internetseite zu finden sein.




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Seite erstellt am: 02.07.2013 09:16:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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