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Startseite : Bewegung und Ernährung : Beiträge - 2013 : Körperliche Inaktivität


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Strategien zur Förderung körperlicher Aktivität


Montag, 5. August 2013

Körperliche Inaktivität als bedeutendes Public-Health Problem des 21. Jahrhunderts


SpinningDass regelmäßige körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf die Gesundheit nimmt, ist hinlänglich bekannt. Allerdings ist der Alltag vieler Menschen heute durch Inaktivität geprägt. Welche Strategien sich zur Förderung körperlicher Aktivität als wirkungsvoll erwiesen haben, zeigen zwei aktuelle Übersichtsarbeiten.

Um die Gesundheit zu fördern und das Risiko für das Auftreten chronischer Erkrankungen zu reduzieren, wird eine Mindestaktivitätszeit von 150 Minuten pro Woche empfohlen. Ergebnissen der aktuellen Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) zufolge wird dieses Minimum jedoch von lediglich 20 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen erzielt. Verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen, die darauf abzielen, regelmäßige körperliche Aktivität in den Alltag einzubinden, nehmen somit weiterhin einen wichtigen Stellenwert im Bereich der Gesundheitsförderung ein.

In ihrer Übersichtsarbeit "Population Based Approaches for Health Promotion" stellen die Autoren evidenzbasierte Ansätze vor, die einen Beitrag zur Erhöhung körperlicher Aktivität in der Bevölkerung leisten konnten. Dabei differenzieren sie zwischen informationsbezogenen Ansätzen, verhaltensbezogenen und sozialen Ansätzen sowie umwelt- und politikbezogenen Ansätzen; machen aber zugleich deutlich, dass nur durch die Zusammenarbeit aller Sektoren eine nachhaltige Steigerung der körperlichen Aktivität in der Gesamtbevölkerung erzielt werden kann.

Wirkungsvolle informationsbezogene Ansätze, die auf die Wahrnehmung körperlicher Aktivität abzielen, umfassen massenmediale Kampagnen sowie öffentlichkeitswirksame Aufklärungsarbeit. Als erfolgversprechend haben sich beispielsweise öffentliche Veranstaltungen oder entscheidungsbeeinflussende Aufforderungen in Alltagssituationen (z.B. "Treppe nutzen" als Aufforderung vor einem Fahrstuhl) herausgestellt. Zukünftig räumen die Autoren ebenfalls Social Media eine wichtige Rolle im Kontext informationsbezogener Ansätze ein.

In Bezug auf verhaltensbezogene und soziale Ansätze haben sich den Ergebnissen der Übersichtsarbeit zufolge u.a. Interventionen bewährt, die das Konzept der sozialen Unterstützung berücksichtigen. Der Einsatz von Übungspartnern sowie die Durchführung gemeinschaftlichen Bewegungseinheiten haben sich im Hinblick auf eine Steigerung körperlicher Aktivität als effektiv herausgestellt.

Um mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren, müssen darüber hinaus auf Umwelt- und Politikebene entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden. Als wirkungsvoll haben sich der Übersichtsarbeit zufolge u.a. die Schaffung von bewegungsförderlichen Plätzen sowie der Auf- und Ausbau von Radwegen erwiesen.

Förderung körperlicher Aktivität bei Kindern und Jugendlichen

Auch in Bezug auf Bewegungsförderung bei Kindern und Jugendlichen belegt eine aktuelle Übersichtsarbeit von Drenowatz und Kollegen die Wirksamkeit von Mehr-Komponenten-Modellen. Die in der Übersichtsarbeit zusammengetragenen Interventionen zeigen, dass Schulen die meistgenutzten Settings für bewegungsfördernde Interventionen darstellen, sich erfolgreiche Strategien aber weiterhin durch den Einbezug von Familie, Gemeinde und Öffentlichkeit auszeichnen. So zeigt die Übersichtsarbeit beispielsweise auf, dass eine Steigerung der körperlichen Aktivität bei Kindern und Jugendlichen durch die Gestaltung eines sicheren Schulwegs, die Bereitstellung von kinderfreundlichen Bewegungsarealen und eine aktive Pausengestaltung erreicht werden konnten. Darüber hinaus haben sich gemeinsame Aktivitäten zwischen Schulen und Fitnessstudios als wirksam erwiesen. Zu beachten ist jedoch - wie die Autoren anhand einer Studie verdeutlichen - dass Interventionen bei Schülerinnen und Schülern nicht in gleicher Weise wirken und somit genderspezifische Aspekte bei der Entwicklung von Strategien zu beachten sind.


Quellen:

Der Ananian C., Ainsworth B. (2013): Population Based Approaches for Health Promotion. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Jahrgang 64, Nr. 6, 166-169.

Drenowatz C., Wartha O., Fischbach N., Steinacker J.M. (2013): Intervention Strategies for the Promotion of Physical Activity in Youth. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Jahrgang 64, Nr. 6, 170-175.




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Seite erstellt am: 05.08.2013 15:27:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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