| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:


Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Gesundheitliche Ungleichheit als bedeutendes Public Health-Problem


Donnerstag, 8. August 2013

Rahmenkonzept für ein gesünderes Europa


Europäische FlaggenGesundheitliche Ungleichheit stellt ein bedeutendes Public Health-Problem des 21. Jahrhunderts dar. Die Notwendigkeit, gesundheitliche Chancengleichheit sicherzustellen, wird in der Fachöffentlichkeit breit diskutiert. Einen Beitrag dazu liefert die Weltgesundheitsorganisation mit dem Europäischen Gesundheitsbericht und mit dem Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“.

Eine höhere Lebenserwartung, ein Rückgang der Kindersterblichkeit, weniger Verkehrstote - dem Europäischen Gesundheitsbericht 2012 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge lassen sich vielfältige gesundheitliche Verbesserungen in der europäischen Region der WHO aufzeigen. Diese sind jedoch nicht gleich verteilt, denn wie der Bericht ebenfalls verdeutlicht, bestehen erhebliche Ungleichheiten im Gesundheitsbereich, die sich vielerorts sogar noch verschärfen.


Gesundheitliche Situation in Europa

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Europa beträgt 76 Jahre und ist damit im Vergleich zum Jahr 1980 um fünf Jahre gestiegen. Jedoch variiert die Lebenserwartung stark innerhalb der betrachteten Länder: 13 Jahre liegen zwischen der höchsten durchschnittlichen Lebenserwartung von 83 Jahren in der Schweiz und dem Schlusslicht Kasachstan. Auch in Bezug auf das Geschlecht variiert die Lebenserwartung deutlich: Im europäischen Durchschnitt leben Frauen 80 Jahre, Männer hingegen nur 72,5 Jahre. Die geschlechtsspezifische Lebenserwartung variiert ebenfalls von Land zu Land, die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern weisen Länder mit einer insgesamt geringeren Lebenserwartung auf.

Haupt-Todesursachen in der Region Europa sind mit 80 Prozent nicht-übertragbare Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronische Lungenerkrankungen. Dabei entfallen etwa die Hälfte der Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und etwa jeder fünfte Todesfall auf eine Krebserkrankung. Neun Prozent der Todesfälle lassen sich auf Unfälle und Vergiftungen zurückführen.

Verantwortlich für eine Vielzahl dieser Todesfälle sind Risikofaktoren wie Rauchen und Alkoholkonsum. Schätzungen der WHO zufolge sind etwa 6,5 Prozent aller Todesfälle in der Region Europa auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen. Darüber hinaus rauchen den Ergebnissen des Berichts zufolge 27 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren. Auch schädliche Umweltfaktoren stellen eine Gesundheitsbedrohung dar - so führen Studienergebnissen zufolge Luftverschmutzungen zu einer Reduktion der Lebenserwartung von bis zu acht Monaten.


Gesundheitsbericht liefert Evidenzgrundlage für das europäische Rahmenkonzept "Gesundheit 2020"

Mit der Darstellung der gesundheitlichen Situation in Europa liefert der Bericht politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern sowie Gesundheitsexpertinnen und -experten eine epidemiologische Evidenzgrundlage, auf der das europäische Rahmenkonzept "Gesundheit 2020" basiert.Dieses zeigt auf, wie die Politik auf wirksamere und effizientere Weise auf die heutigen und zukünftigen sozialen, demografischen, epidemiologischen und finanziellen Herausforderungen reagieren kann (und sollte). Das Rahmenkonzept "Gesundheit 2020" liefert einen Überblick über Gestaltungsmöglichkeiten und Handlungsspielräume in Bezug auf Maßnahmen zugleich zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation und zur Reduktion gesundheitlicher Ungleichheit.

Das Rahmenkonzept "Gesundheit 2020" umfasst vier Handlungsfelder:

  • Investitionen in Gesundheit durch einen Lebensverlauf-Ansatz und durch Stärkung der Handlungsfähigkeit der Menschen;
  • Bekämpfung der Krankheitslast aufgrund nicht-übertragbarer und übertragbarer Krankheiten in der europäischen Region;
  • Stärkung von bürgernahen Gesundheitssystemen, von Kapazitäten in den öffentlichen Gesundheitsdiensten und von Vorsorge-, Surveillance- und Gegenmaßnahmen für Notlagen;
  • Schaffung widerstandsfähiger Gemeinschaften und stützender Umfelder.

Diese vier Handlungsfelder sind voneinander abhängig und ergänzen sich gegenseitig. Zugleich verdeutlichen sie, dass gesundheitliche Verbesserungen sowie der Abbau gesundheitlicher Ungleichgewichte nur durch ressortübergreifende Ansätze erreicht werden können.


Quellen:

World Health Organization (WHO) (2013): The European health report 2012. Charting the way to well-being.

Zum europäischen Gesundheitsbericht gelangen Sie hier.

World Health Organization (WHO)(2013): Europäisches Rahmenkonzept "Gesundheit 2020" für gesamtstaatliches und gesamtgesellschaftliches Handeln zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden

Zum europäischen Rahmenkonzept "Gesundheit 2020" gelangen Sie hier.




Dieser Beitrag gefällt 2 Person(en)


Seite erstellt am: 08.08.2013 08:41:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






Termine und Ankuendigungen: