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Startseite : Gesunde Kinder und Jugendliche : Beiträge - 2013 : Gesundheitsrisikofaktor Armut


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Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit


Mittwoch, 2. Oktober 2013

Gesundheitsrisikofaktor Armut


Eine Gruppe JugendlicherVor allem unter jungen Menschen ist eine Zunahme des Armutsrisikos zu beobachten. Die Publikation „Jugendarmut. Beiträge zur Lage in Deutschland.“ zeigt Ursachen und Auswirkungen auf und berücksichtigt dabei auch die gesundheitliche Perspektive.

„Armut in Deutschland hat ein jugendliches Gesicht" (S. 11), schreibt die Herausgeberin des Sammelbands Yvonne Ploetz und untermauert ihr Statement mit Daten des Statistischen Bundesamts. Demnach betrug das Armutsrisiko der unter 18-jährigen Jugendlichen im Jahr 2011 18,9 Prozent, bezogen auf die 18- bis 25-Jährigen betrug die Armutsgefährdungsquote in dieser Altersgruppe sogar 23,4 Prozent. Mit ihrem Buch möchte die Herausgeberin nun zu einer größeren Sensibilität für diese Problematik in Politik, Wissenschaft und den öffentlichen Debatten beitragen.

Die Beiträge des Sammelbands „Jugendarmut. Beiträge zur Lage in Deutschland." zeigen Ursachen und Auswirkungen von Jugendarmut in der Bundesrepublik auf und diskutieren Auswege aus der Armut junger Menschen. Dabei werden unterschiedliche Dimensionen von Jugendarmut in den Blick genommen und u.a. folgende Fragen aufgeworfen:

  • Welche Einzelschicksale verbergen sich hinter den statistischen Zahlen?
  • Welche Rolle spielt Armut bei Jungen und Mädchen, die sich auf dem Weg ins Erwachsenenleben befinden?
  • Welche politischen Instrumente sind denkbar, um dem Problem Jugendarmut zu begegnen?

Ebenfalls stellt der Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit einen inhaltlichen Schwerpunkt des Buches dar. So gibt Gerhard Trabert im Kapitel „Gesundheit, Ernährung und psychisches Wohlbefinden. Gesundheitsrisikofaktor Armut" einen Überblick zu Forschungsergebnissen, die den Zusammenhang zwischen sozialer Benachteiligung und einem erhöhten Krankheitsstatus belegen. Er verweist u.a. auf Ergebnisse der KIGGS-Studie, die zeigen, dass Kinder und Jugendliche, die aus Familien mit niedrigem Wohlstandsniveau stammen, gesundheitsgefährdendere Verhaltensweisen wie eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und regelmäßigen Zigarettenkonsum aufweisen, als Gleichaltrige aus Familien mit höherem Wohlstandsniveau.

Um diese Zielgruppe mit Prävention und Gesundheitsförderung zu erreichen, ist es dem Autor zufolge notwendig, Maßnahmen auf die soziale Situation und die spezielle Lebensphase der Jugendlichen zuzuschneiden. Besonderes Potenzial schreibt Gerhard Trabert sowohl der internetgestützten Vermittlung gesundheitsrelevanter Inhalte als auch sozialräumlich orientierten, aufsuchenden Konzepten für Jugendliche aus sozialen Brennpunkten zu.

Die Veröffentlichung „Jugendarmut. Beiträge zur Lage in Deutschland." öffnet den Blick für eine Zielgruppe, die bisher eher wenig Beachtung in öffentlichen Debatten erfahren hat. Die einzelnen Kapitel bündeln eine Vielzahl wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in verständlicher Sprache und sind damit geeignet, um sowohl Professionelle als auch Interessierte für die vielfältigen Auswirkungen von Jugendarmut zu sensibilisieren. Das breite thematische Spektrum der abgedruckten Beiträge bietet insbesondere im Hinblick auf die Diskussion um gesundheitliche Chancengleichheit zahlreiche Ansatzpunkte für Aktivitäten im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung.


Quelle:

Yvonne Ploetz (Hrsg.)(2013): Jugendarmut. Beiträge zur Lage in Deutschland. Verlag Barbara Budrich, Berlin. 280 Seiten, Preis: 33 Euro.




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Seite zuletzt geändert am: 02.10.2013 08:38:00, ursprünglich angelegt am: 23.09.2013 13:38:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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