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Startseite : Prävention allgemein : Beiträge - 2013 : Buch: 'Aus Erfahrung gut'


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Ungenutztes Potenzial älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer


Donnerstag, 7. November 2013

Potenziale älterer Beschäftigter: „Aus Erfahrung gut“


Mann mit NotebookIn ihrem neuen Buch „Aus Erfahrung gut“ gibt Margaret Heckel Einblicke in die Arbeitswelt von Morgen. Dabei schreibt sie insbesondere der betrieblichen Prävention und Gesundheitsförderung einen wichtigen Stellenwert für die zukünftige Arbeitsfähigkeit in Zeiten des demografischen Wandels zu.

Der demografische Wandel hat einschneidende Konsequenzen für die Arbeitswelt. So erwartet die Bundesagentur für Arbeit bereits ab 2020 rund 6,5 Millionen erwerbstätige Personen weniger als heute. Vor diesem Hintergrund wird die Arbeitsleistung älterer Beschäftigter immer bedeutender, denn diese sind - so Heckels Ansatz - "aus Erfahrung gut". Mit ihrem Buch möchte die Autorin für das bisher ungenutzte Potenzial älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sensibilisieren. Deshalb räumt sie mit zahlreichen Vorurteilen gegenüber älteren Beschäftigten auf und widerlegt beispielsweise, dass die Produktivität im Alter abnimmt (S. 75) oder dass ältere ArbeitnehmerInnen häufiger krank sind als Jüngere (S. 122).

Auf ihrer Reise quer durch die Republik hat Margaret Heckel zahlreiche Unternehmen ausfindig machen können, die sich schon heute mit ihrer alternden Belegschaft auseinandersetzen. In ihrem Buch legt sie dar, welche betrieblichen Vorkehrungen dort getroffen werden, um den demografischen Veränderungen entgegenzuwirken. Dazu zählen Investitionen in spezielle Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, die Einführung von (Lebens-)Arbeitszeitmodellen und die Bildung von altersgemischten Teams. Wesentlich für eine erfolgreiche Demografiestrategie ist nach Heckel zudem die Entwicklung einer neuen Arbeitskultur der Anerkennung und Wertschätzung. Denn für sie steht fest: "Wo Ältere keine Wertschätzung erfahren, sich nicht gewürdigt fühlen oder nicht motiviert werden, ist ihre Leistung tatsächlich auch niedriger" (S. 12).

Ein wichtiger erster Schritt, um ein Unternehmen demografiefest zu machen, stellt der Autorin zufolge die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements dar. Diesem widmet sie ein gesondertes Kapitel, in dem sie neben verhaltenspräventiven Maßnahmen auch Aspekte der Verhältnisprävention aufzeigt, die in den besuchten Unternehmen einen erfolgreichen Beitrag zur Mitarbeitergesundheit leisten. Dazu gehören beispielsweise Investitionen in eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung oder die Einführung von Rotationsverfahren in Fertigung und Produktion (S. 56 ff).

Mit ihrer Veröffentlichung illustriert Heckel, dass die Aussicht auf ein längeres Erwerbsleben keine Zumutung sein muss, sondern vielmehr ein Signal darstellt, um mit überholten Altersbildern aufzuräumen. Durch die Vorstellung individueller und erfolgreicher Erwerbsbiografien gelingt es ihr, die Leserschaft zu einer positiven Sichtweise gegenüber einem längeren Arbeitsprozess zu motivieren. Sie macht deutlich, dass der demografische Wandel nicht nur Schattenseiten aufweist, sondern mit Chancen für ArbeitnehmerInnen einhergeht, v.a. in Bezug auf zeitliche Flexibilisierung und mehr Selbstbestimmung. Inwiefern sich jedoch Zukunftsvisionen wie die Einführung eines Lebensarbeitszeitkontos in Zeiten von befristeten Verträgen und häufiger Arbeitsplatzwechsel umsetzen lassen, bleibt kritisch zu hinterfragen. Die Autorin selbst räumt ein, dass in diesem Bereich noch viel Entwicklungsbedarf besteht.


Quelle:

Heckel, M. (2013): Aus Erfahrung gut. Wie die Älteren die Arbeitswelt erneuern. edition Körber-Stiftung; Hamburg. 231 Seiten. Preis: 16 Euro.




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Seite erstellt am: 07.11.2013 13:59:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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