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Startseite : Gesund altern : Beiträge - 2013 : Methoden der Alter(n)sforschung


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Förderung eines gesunden und aktiven Alterns im Betrieb


Freitag, 3. Januar 2014

SOK-Modell: Ansatzpunkte zur Gestaltung alter(n)sgerechter Arbeit


Älterer Mann gut gelauntWie die Trias der adaptiven Verhaltensweisen Selektion, Optimierung und Kompensation (SOK) zur Gestaltung alternsgerechter Arbeit beitragen kann, zeigt ein Beitrag der Publikation „Methoden der Alter(n)sforschung“.

Unter dem Titel „Alternsgerechte Arbeit" beleuchten Andreas Müller, Matthias Weigl und Peter Angerer aus arbeitspsychologischer Perspektive, wie sich Arbeit unter Berücksichtigung demografischer Entwicklungen gesundheitsförderlich gestalten lässt. Im Zentrum des Kapitels steht die Frage, wie die Arbeitswelt verändert werden muss, damit Beschäftigte länger arbeiten können und wollen.

Eine Schlüsselrolle schreiben die Autoren in diesem Zusammenhang den Arbeitsbedingungen zu, denn „ungünstige Arbeitsbedingungen können biologische Alternsverluste beschleunigen oder verstärken und Alternsgewinne minimieren" (S. 96). Doch wie können diese Verluste durch gut gestaltete Rahmenbedingungen ausgeglichen werden?

Die theoretische Grundlage dazu liefert das SOK-Modell von Paul und Margret Baltes. Dieses besagt, dass jeder menschliche Entwicklungsprozess eine Kombination von drei adaptiven Verhaltensweisen umfasst: Selektion, Optimierung und Kompensation. Konkret bedeutet dies, mit voranschreitendem Alter die persönlichen Ressourcen vorwiegend auf wenige, ausgewählte Ziele zu konzentrieren, die auf eigenen Wünschen und Motiven beruhen (Selektion). Um diese zu erreichen, müssen Ressourcen bestmöglich eingesetzt werden (Optimierung) oder – sollten entsprechende Handlungsstrategien nicht mehr genutzt werden können – alternative Optionen identifiziert werden, um dennoch das angestrebte Ziel zu erreichen (Kompensation).

Beschäftigte, die mehr SOK-Verhaltensweisen anwenden, weisen Studienergebnissen zufolge ein besseres Wohlbefinden, eine höhere Arbeitszufriedenheit sowie positivere Erwartungen bezüglich zukünftiger Arbeitschancen auf.


Betriebliche Möglichkeiten zur alternsgerechten Arbeitsgestaltung

In Anlehnung an das SOK-Modell leiten die Autoren schließlich Handlungsempfehlungen ab, die zur Förderung eines gesunden und aktiven Alterns im Betrieb beitragen können:

  • Um arbeitsinduzierte Ressourcenverluste zu vermeiden, müssen Stressoren erkannt und beseitigt werden. Dazu gehört vor allem eine systematischere Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilungen in Betrieben. Hier besteht den Autoren zufolge jedoch noch großer Nachholbedarf.
  • Gebraucht werden weiterhin individuell passfähige Lösungen, die es dem Einzelnen erlauben, Alternsveränderungen sowie mögliche Ressourcenverluste auszugleichen. Dazu ist es jedoch erforderlich, Beschäftigten mehr Autonomie für eigene Entscheidungen einzuräumen. Diese ermöglichen es, die Arbeit nach eignen Prioritäten zu verrichten (Selektion) sowie im Sinne der Kompensation alternative Arbeitsweisen zu erproben.
  • Mit dem Ziel, die eigenen Ressourcen zu vermehren, sollten Beschäftigte durch vielseitige Anforderungen und Lernmöglichkeiten unterstützt werden. Diese tragen im Sinne der SOK-Theorie zur optimalen Verfolgung der Ziele bei (Optimierung).

Als Erfolgsfaktor für eine alternsgerechte Arbeitsgestaltung nennen die Autoren weiterhin die Beteiligung von Beschäftigten – bspw. in Form von Gesundheitszirkeln. Diese haben sich im Rahmen zahlreicher Studien als wirkungsvoll erwiesen, nicht unterschätzt werden sollte jedoch die dafür erforderlichen zeitlichen und strukturellen Ressourcen.


Quelle

Andreas Müller, Matthias Weigl und Peter Angerer (2013): Alternsgerechte Arbeit. Aktuelle arbeitspsychologische Perspektiven. In: Andrea von Hülsen-Esch, Miriam Seidler, Christian Tagsold (Hrsg.): Methoden der Alter(n)sforschung. Disziplinäre Positionen und transdisziplinäre Perspektiven. transcript Verlag, Bielefeld, 274 Seiten, Preis: 29,99 Euro.




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Seite zuletzt geändert am: 03.01.2014 13:01:00, ursprünglich angelegt am: 16.12.2013 13:44:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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