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Wie hat sich das Ausmaß gesundheitlicher Ungleichheit verändert?


Montag, 28. April 2014

„Nimmt die gesundheitliche Ungleichheit zu?“


Spielfiguren in ungleichen GruppenSozioökonomischer Status und Gesundheitszustand sind eng miteinander verknüpft - das hat bereits eine Vielzahl an Studien belegt. Doch wie hat sich das Ausmaß gesundheitlicher Ungleichheit in den letzten Jahren verändert? Dieser Frage gehen J. Maron und Team im Rahmen einer aktuellen Forschungsarbeit nach.

Grundlage der Untersuchung des Forscherteams um J. Maron bilden die Daten der MONICA/KORA-Studie. Hierbei handelt es sich um vier bevölkerungsrepräsentative Querschnittserhebungen, die unter der Schirmherrschaft des Helmholtz-Zentrums in München über einen Zeitraum von 15 Jahren durchgeführt wurden.

Erwachsene im Raum Augsburg wurden zur Entstehung und zum Verlauf chronischer Krankheiten und deren Risikofaktoren befragt. Darüber hinaus wurden Variablen zur Erfassung des sozioökonomischen Status erhoben.

Um Aussagen über das Ausmaß gesundheitlicher Ungleichheit treffen zu können, untersuchte die Studiengruppe zeitliche Trends im Hinblick auf den subjektiven Gesundheitszustand, das Rauchen und die Entwicklung von Adipositas.

Anhand der Datenauswertungen konnte das Forscherteam folgende Entwicklungen aufzeigen:

  • Der Anteil von Personen mit niedriger Bildung ist im Zeitraum 1984/85 bis 1999/2000 deutlich zurückgegangen – sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
  • In Bezug auf den subjektiven Gesundheitszustand ergab sich ein differenziertes Bild: Während der Anteil der Personen, die ihren Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht einschätzten, bei Männern in allen vier Surveys relativ konstant blieb, nahm dieser bei Frauen kontinuierlich ab.
  • Der Anteil der männlichen Raucher ist zurückgegangen, wohingegen die Raucherquote bei Frauen leicht gestiegen ist.
  • Eine Zunahme des Adipositas-Anteils ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu beobachten.

Weiterhin zeigen die Ergebnisse der statistischen Analysen, dass die gesundheitliche Ungleichheit gemessen am subjektiven Gesundheitszustand und an der Entwicklung von Adipositas relativ konstant geblieben ist.

Beim Rauchen hingegen konnte das Forscherteam deutliche Hinweise für eine Zunahme der gesundheitlichen Ungleichheit feststellen. Unterschiede waren u.a. bei den Frauen in Abhängigkeit von der Schulbildung erkennbar: In der untersten Bildungsgruppe konnte eine signifikante Zunahme der gesundheitlichen Ungleichheit um rund 20 Prozent festgestellt werden. Damit sei der Studiengruppe zufolge auch zukünftig eine Zunahme gesundheitlicher Ungleichheit bei den mit dem Risikofaktor „Rauchen" assoziierten Erkrankungen zu erwarten.

Vor diesem Hintergrund forderten die ForscherInnen, auch zukünftig die Diskussion um die Entwicklung gesundheitlicher Ungleichheit weiter voranzutreiben und zudem dieBemühungen um eine Verringerung bestehender Ungleichheiten zu verstärken.


Quelle

Maron J, Hunger M, Kirchberger I, Peters A, Mielck A (2014): Nimmt die gesundheitliche Ungleichheit zu? Trends beim subjektiven Gesundheitszustand, beim Rauchen und bei Adipositas zwischen 1984/85 und 1999/2000 bei Erwachsenen in Augsburg. Bundesgesundheitsblatt 2014, 57: 431-444.




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Seite erstellt am: 28.04.2014 09:05:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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