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„Morgen werden wir 100. Wie unser langes Leben gelingt“


Dienstag, 17. Juli 2018

Wie ein langes Leben gelingt


Gruppe gut gelaunter älterer HerrenWie kann ein langes Leben ein wirkliches Geschenk werden? Zum Neu- und Nachdenken darüber laden Lynda Gratton und Andrew Scott, britische Wissenschaftler und Lehrende an der London Business School, mit ihrem Buch „Morgen werden wir 100. Wie unser langes Leben gelingt“ ein.

Die Schrift wartet mit einer Reihe klarer Botschaften auf, so zum Beispiel, dass wir den Dreischritt von Ausbildung, Arbeit und Rente überwinden und neue Lebensphasen definieren müssen, dass Experimentierfreude und die Bereitschaft, immer wieder neue Entscheidungen zu treffen, unverzichtbar sind und dass wir dafür unser Vermögen gut verwalten müssen. „Vermögen" verstehen die Autoren dabei nicht nur als materielle, sondern vor allem auch als immaterielle Güter und fassen darunter Freundschaften und Wissen, Gesundheit und Fitness, diversifizierte Netzwerke und Offenheit für neue Erfahrungen.


Und da die Lebensgestaltung nicht nur eine persönliche, sondern auch eine kollektive Aufgabe ist, benennt das Buch im Kapitel „Agenda für den Wandel" neben den individuellen Herausforderungen auch diejenigen, die sich für die Sektoren „Schule und Bildung", „Unternehmen" sowie „Politik" stellen.


So müssen den Autoren zufolge die Bildungsinstitutionen neue Lerntechnologien und erfahrungsbasiertes Lernen einbeziehen, die Trennung der Altersgruppen aufheben, Kreativität, Innovation, Mitmenschlichkeit und Empathie mobilisieren; „und der Praxisbezug von Fachwissen muss im Vordergrund stehen, damit die Bildung beim Wettlauf gegen die Technologie nicht verliert." (S. 325)


Für Unternehmen gibt es sechs Vorschläge, um den Menschen in einer Gesellschaft des langen Lebens gerecht zu werden; u.a., „die Entwicklung ihrer Mitarbeiter zu fördern und deren Transformationsfähigkeit" (S. 330) zu schützen, sich mit der „neuen Bedeutung der Familie für die Arbeitswelt auseinanderzusetzen" (S. 332) und die „Einstellung...gegenüber dem Alter zu verändern und einen Wandel in Richtung Altersneutralität einzuleiten". (ebd.)


Die Politik schließlich sehen die Autoren in zweifacher Hinsicht gefordert. „Erstens: die Lebenserwartung steigt, aber sie steigt nicht für alle Menschen gleichermaßen…Die Reichen leben sehr viel länger als die Armen." (S. 345). Zweitens: „Menschen mit einem geringeren Lebenseinkommen" besitzen „weniger Flexibilität" und sind „damit weniger gut dafür gerüstet, das dreistufige Lebensmodell aufzubrechen. Es droht die Gefahr, dass ihr Leben ‚scheußlich, brutal und kurz’ sein wird, wie Hobbes es ausdrückte." (S. 346) Der Staat ist also zum Handeln aufgefordert (S. 347), denn ein „langes Leben sollte nicht nur einer privilegierten Minderheit zugänglich sein." (S. 346)


Grattons und Scotts Erkenntnisse sind für gerontologisch gebildete Fachleute sicher nicht neu, doch sie sind spannend, verständlich und mit interdisziplinärer Perspektive dargelegt. Und so ist „Morgen werden wir 100" insgesamt ein lesenswertes Buch - für Expertinnen und Experten ebenso wie für jede und jeden Lebensgestalter/in.



Lynda Gratton, Andrew Scott: Morgen werden wir 100. Wie unser langes Leben gelingt, edition Körber, ISBN: 978-3-89684-264-0, 20,00 Euro




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Seite zuletzt geändert am: 17.07.2018 09:05:00, ursprünglich angelegt am: 16.07.2018 09:18:00
Autor/-in der Seite: Dr. Beate Grossmann






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