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Startseite : Bewegung und Ernährung : Beiträge - 2012 : Was Menschen in Bewegung bringt


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Serie zum Thema 'Körperliche Aktivität'


Dienstag, 2. Oktober 2012

Treppenlaufen und Sportangebote auf öffentlichen Plätzen: Was Menschen in Bewegung bringt


Das beste Bewegungsangebot nutzt nichts, wenn niemand davon weiß. Werbekampagnen und Einladungen zu Sport-Events sind wichtige Bausteine von Interventionen, die das Ziel haben, Menschen zu körperlicher Aktivität zu motivieren. Gregory W. Heath von der University of Tennessee at Chattanooga, USA, hat mit Kollegen aus verschiedenen Ländern anhand von 100 Reviews untersucht, welche Strategien geeignet sind, um körperliche Aktivität zu fördern.

So viel ist sicher: Allein geht's nicht so gut. Sowohl Institutionen, die sich für die körperliche Aktivität von Menschen einsetzen, als auch die Menschen selbst, die sich wieder mehr bewegen wollen, sind effektiver, wenn sie sich mit anderen zusammentun.

Der Gesundheitswissenschaftler Gregory Heath und seine Kollegen fanden in ihrer Analyse wissenschaftlicher Studien heraus, dass Bewegungskampagnen immer dann besonders wirkungsvoll sind, wenn Institutionen mit anderen zusammenarbeiten. So sind zum Beispiel Aktionen und Bemühungen von Krankenkassen effektiver, wenn sie mit Partnern wie zum Beispiel Firmen, Schulen, Verkehrs- und Gesundheits-Ministerien, Ernährungsinstituten und Erholungs-Einrichtungen zusammenarbeiten. Die Menschen wiederum, die angesprochen werden sollen, können ihre Bewegung dauerhafter und effektiver steigern, wenn sie zusammen mit anderen gehen, walken, laufen, Gymnastik machen oder anderen Sport treiben.

Die Bewegungsangebote von Institutionen finden schließlich über Werbung und Information den Weg zum Einzelnen. Informationskampagnen über die Massenmedien wie Radio, Internet und Fernsehen sind dabei besonders effektiv.

Doch schon im kleinen Kreis können Hinweise auf Bewegungsmöglichkeiten die körperliche Aktivität steigern, wie zum Beispiel Schilder mit dem Hinweis, die Treppe anstatt des Aufzugs zu benutzen. Scheinbare Nebensächlichkeiten können große Wirkung haben: Wenn Treppen leicht erreichbar sind, werden sie auch öfter genutzt. Wenn Bürgersteige sicher und durchgängig sind, gehen die Menschen lieber zu Fuß. Auch Städtebauplaner und Architekten sind also gefragt, wenn es darum geht, körperliche Aktivität zu fördern.


Tanz auf öffentlichen Plätzen

Ob sich Menschen viel bewegen oder nicht, hängt sowohl von persönlichen Faktoren wie z.B. dem Geschlecht, dem Alter, dem Gewicht oder der Gesundheit ab als auch von Umweltfaktoren wie z.B. der Nähe der eigenen Wohnung zu Wäldern, Grünanlagen oder Fitness-Centern. Nicht immer sind Orte, an denen man sich bewegen kann, leicht erreichbar. Bewegungsangebote in den unmittelbaren Arbeits- und Lebensräumen können da helfen. Als besonders wirksam bei Schülern haben sich zum Beispiel Bewegungsprogramme erwiesen, die entweder während der Schulzeit oder nachmittags direkt am Anschluss an die Schule angeboten werden.

Gerne angenommen werden auch kostenlose Bewegungsangebote wie Tanz, Aerobic oder Gymnastik auf öffentlichen Plätzen - so können auch Menschen mit geringem Einkommen erreicht werden, die oft stärker an gesundheitlichen Belastungen und Bewegungsmangel leiden als Menschen mit höherem Einkommen. Gregory Heath und seine Kollegen stellten dabei fest, dass Gemeinschaftsaktionen eher in Ländern mit niedrigem Einkommen angeboten und angenommen werden als in Ländern mit höherem Einkommen. In Ländern mit höherem Einkommen ist der Individualismus stärker ausgeprägt, sodass "Personal Coaches und Trainer" sowie persönlich zugeschnittene Bewegungsprogramme besonders beliebt sind. Dennoch finden Gemeinschaftsaktionen auch in den USA, in Kanada und Europa immer weitere Verbreitung.



Quelle

Heath, Gregory W. et al. (2012): Evidence-based intervention in physical activity: lessons from around the world. The Lancet, Volume 380, Issue 9838, 21-27 July 2012, Pages 272-281
Den vollständigen Text erhalten Sie hier.

Informationen zu Gregory W. Heath finden Sie hier.


Die Fachzeitschrift "The Lancet" hat dem Thema "Bewegung" eine fünfteilige Serie gewidmet. Wir haben Ihnen mit diesem und zwei weiteren Beiträgen einen Teil davon vorgestellt.

  • Bewegung im Alltag - Warum sind manche Menschen körperlich aktiv und andere nicht? Link
  • Mit dem Auto zum Sport, mit dem Handy zum Wunschgewicht: Wie moderne Technologien das Bewegungsverhalten beeinflussen Link



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Seite zuletzt geändert am: 02.10.2012 07:59:00, ursprünglich angelegt am: 01.10.2012 08:59:00
Autor/-in der Seite: Dr. Dunja Voos






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