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„Neue Rückenschule“ als wirksames Verfahren


Montag, 24. März 2014

Schule für den Rücken


Ältere Frau Huckepack auf MannRückenschulen sollen dazu beitragen, die Rückengesundheit zu fördern und zu verhindern, dass Rückenschmerzen chronisch werden. Doch „klassische“ Rückenschulen zeigten nicht durchgängig Wirksamkeit. Dagegen hat sich Studienergebnissen zufolge die „Neue Rückenschule“ als wirksames Verfahren erwiesen.

Das Konzept der „Neuen Rückenschule"

Vor dem Hintergrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie aktueller Empfehlungen und Leitlinien zur Prävention von Rückenschmerzen (vgl. Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz 2011) wurden bisherige Konzepte der Rückenschule weiterentwickelt und erweitert. Eine Neukonzipierung mit Integration psychologischer und sozialer Aspekte wurde als notwendiger Schritt für das Konzept der „Neuen Rückenschule" in Deutschland vollzogen. Entstanden ist dieses basierend auf einem Konsens des Forums „Gesunder Rücken – besser leben e. V." und der „Konföderation der Deutschen Rückenschulen" (KddR). Das Konzept umfasst neben einem kurzen Aufwärmprogramm eine Haltungs- und Bewegungsschulung, ein Training der motorischen Eigenschaften sowie unterschiedliche Entspannungsverfahren. Im Vordergrund stehen dabei sowohl Körperwahrnehmung und -erfahrung als auch Wissens- und Informationsvermittlung.

Damit verfolgt die „Neue Rückenschule" die nachfolgenden fünf Kernziele (Kempf 2010):

  1. Stärkung physischer Gesundheitsressourcen,
  2. Stärkung psychosozialer Gesundheitsressourcen,
  3. Verminderung von Risikofaktoren für Rückenschmerzen,
  4. Förderung gesundheitsorientierter körperlicher Aktivität,
  5. Sensibilisierung für haltungs- und bewegungsförderliche Verhältnisse.

Evaluation der „Neuen Rückenschule"

Für die Prüfung der Effektivität der „Neuen Rückenschule" dienten insbesondere die ersten drei Kernziele als Grundlage. Physische, psychosoziale und schmerzbezogene Kennwerte wurden im Langzeitverlauf bei allen Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern verfolgt.

Für schmerzbezogene und psychologische Kennwerte wie Schmerzintensität, körperliche Funktionsfähigkeit, Angst-Vermeidungs-Einstellungen, Depressivität, passive Schmerzbewältigungsstrategien und internale Kontrollüberzeugungen zeigte die multimodale Evaluation kurz- und langfristige Effekte. Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit eingangs gering angepassten Bewältigungsstrategien und vergleichsweise höheren Depressivitätswerten fanden sich nach der Intervention mit höherer Wahrscheinlichkeit in der Gruppe mit Interventionserfolg im Bereich Schmerzreduktion bzw. funktioneller Beeinträchtigung.

Auch auf der physischen Ebene zeigten die Teilnehmenden mit nicht-spezifischem Rückenschmerz im Hinblick auf muskulär-physiologische Kennwerte positive Effekte. Insbesondere zum Untersuchungszeitpunkt „ein Jahr nach Abschluss der Rückenschulintervention" nahmen die in der untersuchten statischen Testsituation festgestellten Differenzen zur gesunden Kontrollgruppe deutlich ab.

Den Evaluationsergebnissen zufolge weist die Intervention sowohl kurz- als auch langfristige Effekte auf physischer und psychischer Ebene auf. Dem Autorenteam nach kann die Teilnahme an der „Neuen Rückenschule" folglich den Weg für gesundheitsorientierte Aktivitäten bahnen. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine langfristige Begleitung der Teilnehmenden durchRückenschul-Lehrerinnen und -lehrer (Details in Borys et al. 2013, Tutzschke et al. 2014).


Quellen

Borys C, Nodop S, Tutzschke R, Anders C, Scholle HC, Strauß B (2013) Evaluation der Neuen Rückenschule: Schmerz- und psychologische Merkmale. Schmerz 27:588-596

Kempf HD (2010) Die Neue Rückenschule. Das Praxisbuch. Springer Medizin Verlag, Heidelberg

Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz 2011. Link...

Tutzschke R, Anders C, Borys C, Nodop S, Rößler O, Strauß B, Scholle HC (2014)

Evaluation der Neuen Rückenschule: Muskulär-physiologische Merkmale. Schmerz, DOI 10.1007/s00482-014-1390-x




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Seite erstellt am: 24.03.2014 16:30:00
Autor/-in der Seite: Prof. Dr. H.-C. Scholle






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