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DANK fordert Werbeverbot von ungesunden Produkten für Kinder


Dienstag, 17. Juli 2018

Werbung steigert Kalorienaufnahme bei Kindern


CheeseburgerKinder nehmen schon durch eine kurze Werbeeinwirkung messbar mehr Kalorien pro Tag zu sich. Dies zeigt eine aktuelle Studie der australischen Universitäten Sydney, Liverpool und Wollongong.

Für die Studie wurden 160 Kinder eines Feriencamps zufällig in vier Gruppen eingeteilt (Norman J et al 2018). Gruppe 1 sah täglich einen 10-minütigen Film mit Werbeunterbrechungen für ungesunde Produkte wie Nestlé Frühstücksflocken, ein Burger King Menü oder Schokoladencreme. Gruppe 2 spielte zusätzlich noch ein kurzes Computerspiel mit ähnlicher Werbung. Gruppe 3 und 4 erhielt dieselbe Behandlung, sah aber Werbung für andere Produkte (Non-Food). Gemessen wurde dann, wie viel die Kinder bei Frühstück und Mittag sowie in einer Snackpause direkt nach dem Film/Spiel essen.


Ergebnis: Kinder, die in TV und Computerspiel Werbung für ungesunde Produkte sahen, aßen am Tag durchschnittlich 46 Kilokalorien mehr als die Kinder der beiden Kontrollgruppen. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei bereits übergewichtigen Kindern – sie aßen 95 kcal mehr. Dabei wurden nicht einmal die beworbenen Produkte angeboten: Die Werbung verführte die Kinder offenbar generell dazu, mehr zu essen. Bietet man den Kindern genau den beworbenen Snack an, fällt der Effekt noch dramatischer aus – das zeigt eine Studie aus den USA mit 60 Vorschulkindern (Jennifer A et al 2016). Sie konsumierten mit Snack-Werbung 30 % mehr Kalorien als ohne.


Die Studien bestätigen die Befunde vieler anderer Untersuchungen mit Kindern, die ebenfalls einen erhöhten Konsum nach Werbung feststellen (Boyland E, Whalen R, 2015).


Umgekehrt, auch das zeigen Studien, kann der Lebensmittelkonsum durch verständlichere Nährwertinformationen auch positiv beeinflusst werden. Mehrere Studien in Online- und realen Supermärkten haben gezeigt, dass sich dadurch die Nährwertqualität des eingekauften Warenkorbs um 6 bis 9 % verbessert (Chantal J und Hercberg S 2017) – auch bei Personen mit geringem Einkommen.


Die Deutsche Allianz nichtübertragbare Krankheiten (DANK) fordert deshalb die Bundesregierung auf, Werbung für ungesunde Produkte für Kinder generell zu verbieten.


Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten ist ein Zusammenschluss von 22 Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen, der sich für Maßnahmen zur Verhinderung von Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Krebs und Herz-Kreislaufkrankheiten einsetzt. Link zum DANK-Internetauftritt



Quellen 
Studie im Feriencamp: Norman J et al: Int J Behav Nutr Phys Act. 2018; 15: 37. Link
Studie mit Vorschulkindern: Jennifer A et al: Pediatrics. 2016 Dec; 138(6): e20162361. Link
Studie zur Ampelkennzeichnung: Chantal J. und Hercberg, S.: Nutr J. 2015; 14: 100. Link



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Seite zuletzt geändert am: 17.07.2018 09:04:00, ursprünglich angelegt am: 16.07.2018 18:04:00
Autor/-in der Seite: Dr. Beate Grossmann






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