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67 Jahre und knochengesund? 15-Jahres-Intervall für Knochendichtemessung ist ausreichend


Donnerstag, 2. Februar 2012

67 Jahre und knochengesund? 15-Jahres-Intervall für Knochendichtemessung ist ausreichend


Niedrige Knochenmineraldichte (Osteopenie) und Knochenschwund (Osteoporose) mit hohem Frakturrisiko sind die häufigsten Knochenerkrankungen im Alter. Rund 80% der Erkrankten sind Frauen. Vor allem an sie richten sich daher auch Angebote, regelmäßig und screeningartig die Knochendichte messen zu lassen. Doch in welchen Abständen müssen solche Messungen stattfinden, um einen Nutzen zu haben? Eine aktuelle Untersuchung weist jetzt nach: Bei über 67-jährigen knochengesunden Frauen reicht es aus, alle 15 Jahre die Knochendichte zu messen.

Eine kürzlich abgeschlossene und im New England Journal of Medicine veröffentlichte Untersuchung mit 4.957 Teilnehmerinnen und einer Beobachtungszeit von rund 15 Jahren zeigt: Bei über 67-jährigen Frauen mit normaler Knochendichte, ohne eine Vorgeschichte mit Hüft- oder Wirbelfrakturen und ohne eine bereits stattgefundene Osteoporosebehandlung sowie bei Frauen mit einer nur leicht niedrigeren Knochenmineraldichte reicht ein Mess-Intervall von 15 Jahren aus. Bei Frauen, deren Knochenmineraldichte zu Beginn der Beobachtungszeit moderat oder fortgeschritten niedrig war, sollte das Intervall auf 5 oder 1 Jahr verkürzt werden. In einzelnen Altersgruppen, wie beispielsweise den 85 Jahre alten und älteren Frauen, plädieren die WissenschaftlerInnen aber auch dafür, das bisher praktizierte Intervall von 5 auf 3 Jahre zu verringern.

Für die Untersuchung wurden die Teilnehmerinnen in vier Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe mit normaler Knochendichte und drei Gruppen mit einer milden, moderaten und fortgeschrittenen Verringerung der Knochenmineraldichte. Das Kriterium, das darüber entschied, ob die Länge des Abstands für den gesundheitlichen Nutzen ausreichte, war die Anzahl der Frauen, die nach dem Beginn der Studie an Osteoporose erkrankten. Solange nicht mehr als 10% der Angehörigen einer dieser Gruppen an Osteoporose erkrankte, hielten die WissenschaftlerInnen eine Knochendichtemessung für nicht notwendig bzw. nicht nützlich. Generell halten sie es zusammen mit anderen Autoren für unwahrscheinlich, dass regelmäßige Knochendichtemessungen, die in kurzen Abständen durchgeführt werden, die Vorhersage von Knochenbrüchen verbessern.

Ob die jetzt zugängliche Evidenz für Messintervalle den Anlass darstellt, die restriktive Regelung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKBV) bei der Finanzierung von Knochendichtemessungen zu modifizieren, ist offen. Die geltende Regelung war im Jahr 2000 eingeführt worden, nachdem es eine rasche Zunahme der Messungen ohne klaren Nutzen gab. Als Sachleistung der Krankenkasse darf seither eine Messung nur erbracht und in Anspruch genommen werden, wenn die/der Patient/in bereits ohne äußere Einwirkung einen Knochenbruch erlitten hat oder bei einem wahrscheinlich sehr niedrigen Knochenmineralgehalt.


Den von Margaret L. Gourlay, M.P.H., Jason P. Fine, John S. Preisser, Ryan C. May, Chenxi Li, Li-Yung Lui, David F. Ransohoff, Jane A. Cauley und Kristine E. Ensrud verfassten Aufsatz "Bone-Density Testing Interval and Transition to Osteoporosis in Older Women", veröffentlicht im „New England Journal of Medicine (2012; 366: 225-233), finden Sie hier.




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Seite zuletzt geändert am: 02.02.2012 09:04:00, ursprünglich angelegt am: 31.01.2012 09:04:00
Autor/-in der Seite: Dr. Bernard Braun






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