| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:

 

Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:

Startseite : Gesund altern : Beiträge - 2012 : Motivation im Alter – wie lässt sie sich erhalten?


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Alte Menschen können sich schlecht auf Neues einstellen


Montag, 30. Juli 2012

Motivation im Alter – wie lässt sie sich erhalten? Schon die Erwartung des Neuen erfrischt


Unsere Berufswelt ist widersprüchlich: Während einerseits immer neue Technologien und "lebenslanges Lernen" auf dem Vormarsch sind, befinden sich andererseits immer mehr ältere Menschen im Arbeitsleben. Ihnen fällt es jedoch oft nicht so leicht, sich immer wieder auf Neues einzustellen. Eine Ursache liegt unter anderem in der natürlichen Alterung des Dopaminsystems des Gehirns. Körperliche Aktivität und Lust auf Neues können diesem Prozess entgegenwirken.

Dr. Sandra Düzel ist noch jung - doch die 35-jährige Mitarbeiterin des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) erforscht intensiv das Alter. Für ihre Forschungsarbeiten hat sie den Förderpreis"Altern und Arbeit 2011" der Becker-Stiftung erhalten.

Alte Menschen können sich schlecht auf Neues einstellen. "Schuld" daran ist unter anderem das Nervensystem im Mittelhirn, dessen wichtigster Botenstoff das Dopamin ist. Diese sogenannten "dopaminergen Nervenzellen" verringern sich etwa ab dem 40. Lebensjahr. Das hat zur Folge, dass sowohl die Gedächtnisleistungen als auch die Motivationsfähigkeit und die körperliche Aktivität nachlassen. Vielen bekannt ist das Bild des Parkinson-Kranken, der in seiner Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt ist. Die Parkinsonkrankheit zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Dopamin-Nervenzellen in einem bestimmten Bereich des Mittelhirns krankhaft stark reduzieren. Dopamin spielt jedoch auch eine Rolle bei Erkrankungen wie Depressionen oder dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS). Es ist also an vielen Funktionen des Gehirns beteiligt.

Die gute Nachricht ist aber: Körperliche Aktivität kann dem alternden Dopaminsystem des Gehirns etwas entgegensetzen. Das Gehirn von Menschen, die körperlich aktiv sind, die sich immer wieder neue Eindrücke verschaffen und sich gerne bilden, ist häufig weniger stark von typischen Alterserscheinungen betroffen. Das Dopaminsystem kann durch die Faktoren Bewegung, Belohnung und Erleben von Neuem aktiviert werden. Dabei wirkt das Erleben von Neuem selbst schon als motivierender Faktor.

Wenn das Gehirn Neues erwartet, wird ein Teil des Gehirns aktiviert, das an der Bildung des Langzeitgedächtnisses beteiligt ist: der Hippocampus. Dr. Sandra Düzel erklärt, dass die Zusammenhänge mittels Magnetresonanztomografie (MRT) sogar sichtbar gemacht werden können: "... Belohnung, Erwartung von Belohnung, Neuheit, aber auch die Erwartung von Neuheit" würden das dopaminerge Nervensystem sichtbar aktivieren, so die Wissenschaftlerin im Blog der Becker-Stiftung (11.7.2012). Wer viel Neues erlebt und sich bewegt, hält sein Gehirn jung. Wichtig sei es, unter anderem in der Arbeitswelt Umgebungen zu schaffen, die "Menschen motiviert, sich fit zu halten und vor allem auch neugierig zu bleiben", schließt Sandra Düzel in einem Interview mit der Zeitschrift "DGUV Kompakt" (Juli/August 2012).


Quellen und Links

Blog der Becker-Stiftung (11.7.2012): Alles zum Thema Alter Link

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Link

Sandra Düzel, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin Link

Berliner Altersstudie "BASE" Link

Düzel, Sandra. "Gesundes Altern und Gedächtnis: Der Einfluss neuromodulatorischer und psychosozialer Faktoren." Diss. Universität Magdeburg, 2010 Link

DGUV Kompakt im Gespräch mit Dr. Sandra Düzel "Auch unser Motivationssystem altert"(Juli/August 2012) "Auch unser Motivationssystem altert" Link




Dieser Beitrag gefällt 360 Person(en)


Seite zuletzt geändert am: 30.07.2012 09:09:00, ursprünglich angelegt am: 25.07.2012 13:18:00
Autor/-in der Seite: Dr. Dunja Voos






Termine und Ankuendigungen: