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Expertise liefert Gesamtbild einer in sich heterogenen Altersgruppe


Donnerstag, 4. Juli 2013

Expertise 'Lebenslagen im Alter'. Planungshilfe für Präventionsaktivitäten


Gruppe älterer Menschen auf einer Bank„Erfolgreiche Maßnahmen müssen die Lebenswelt der Zielgruppe berücksichtigen“ – so Prof. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA, im Rahmen der Bundeskonferenz „Gesund und aktiv älter werden“ Anfang Juni. Doch was kennzeichnet die Lebenslage von Menschen im Alter zwischen 65 und 80 Jahren? Eine Expertise der BZgA gibt Aufschluss.

Die Expertise liefert ein Gesamtbild einer in sich sehr heterogenen Altersgruppe. Basierend auf nationalen und öffentlich zugänglichen Daten wird ein Überblick über die sozioökonomische Situation, die Formen sozialer Beziehungen und die gesundheitliche Lage der 65- bis 80-Jährigen gegeben. Zudem werden Pflege und Pflegebedürftigkeit, Freizeit und Wohnen auf Grundlage aktueller Daten beleuchtet. Die Expertise stellt damit eine Planungsgrundlage für Präventions- und Gesundheitsförderungsaktivitäten für alte Menschen dar.


Wie stellt sich die Lebenslage alter Menschen dar?

Der überwiegende Teil der 65- bis 80-Jährigen befindet sich im Ruhestand und erhält Renten, Pensionen oder lebt von Vermögen und Ersparnissen. Ein nicht unerheblicher Teil der Menschen ist jedoch finanziell wenig abgesichert und somit von Altersarmut bedroht. Dies trifft vor allem auf Menschen mit niedriger Bildung, Migrationshintergrund und einer diskontinuierlichen Erwerbsbiografie zu.

Der größte Teil der Zielgruppe ist der Expertise zufolge sozial eingebunden. Dabei nimmt vor allem die Familie eine Schlüsselrolle ein. Die meisten 65- bis 80-Jährigen sind verheiratet und haben Kinder, oft auch Enkelkinder. Der Kontakt zu diesen wird als regelmäßig beschrieben. Zudem ist dieser Lebensabschnitt durch Verwitwung geprägt. Einsamkeit und Rückzug können die Folge sein, denn außerfamiliäre Netzwerke sind im Vergleich zu jüngeren Generationen weniger ausgeprägt.

Die Expertise gibt zudem einen Überblick über die gesundheitliche Situation der 65- bis 80-Jährigen. Zu den vorherrschenden Erkrankungen zählen vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems. Diese sind bei alten Menschen mit niedrigem sozioökonomischen Status stärker verbreitet. Darüber hinaus ist fast ein Viertel der Altersgruppe von psychischen Erkrankungen betroffen. Dennoch sind die heute 65- bis 80-Jährigen im Vergleich zu jüngeren Kohorten gesünder, weisen weniger Erkrankungen auf und verfügen über eine höhere fernere Lebenserwartung.

Das Thema Hilfe- und Pflegebedürftigkeit betrifft die betrachtete Zielgruppe gleich in doppelter Hinsicht, denn diese sind teilweise selbst auf Hilfen angewiesen, ein nicht unerheblicher Teil tritt ebenfalls als Helfer für pflegende Angehörige ein. Dabei entstehende Belastungen können zusätzlich zu gesundheitlichen Gefährdungen führen.

Der Ruhestand wird von den 65- bis 80-Jährigen zugleich als Freiheit und als Herausforderung wahrgenommen. Denn wie diese Zeit genutzt wird, ist abhängig von finanziellen, sozialen und gesundheitlichen Ressourcen. Trotz eines auffallend hohen Fernsehkonsums dieser Zielgruppe ist die Phase des Ruhestands bei vielen durch Aktivität geprägt. Dies wird u.a. an der Anzahl von Vereinsmitgliedschaften oder ehrenamtlichen Tätigkeiten deutlich.

Der Expertise zufolge bevorzugen Menschen der Altersgruppe 65 bis 80 das selbstständige Wohnen in den - oft eigenen - vier Wänden. Diese sind jedoch häufig nicht barrierefrei, die Bereitschaft zum Umzug oder zur Durchführung von Anpassungsmaßnahmen ist eher gering.


Gesund und aktiv älter werden

Die gesellschaftliche und ökonomische Relevanz der betrachteten Zielgruppe wird sich durch den demografischen Wandel weiter fortsetzen, denn die Lebenserwartung steigt. Derzeit leben fast 17 Millionen 65-Jährige und ältere Menschen in Deutschland, 2060 werden es fast 22 Millionen sein. Während ein 65-jähriger Mann noch durchschnittlich 17 Jahre vor sich hat, sind es bei einer Frau gleichen Alters sogar 20 Jahre. Damit diese gewonnenen Lebensjahre bei möglichst hoher Lebensqualität verbracht werden können, ist es wichtig, gesundheitliche Potenziale zu stärken und zu fördern - in jedem Alter. Vor diesem Hintergrund richtete die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Anfang Juni 2013 die zweite Bundeskonferenz "Gesund und aktiv älter werden" aus und beleuchtete dabei die Bedeutung von körperlicher Aktivität, psychischer Gesundheit und Teilhabe in höherem Alter. Die Einzelvorträge der zweiten Bundeskonferenz können auf der Internetplattform der BZgA "Gesund und aktiv älter werden" eingesehen werden. Darüber hinaus bietet die Seite zahlreiche Gesundheitsinformationen und Ratgeber aus dem Themenfeld.


Quellen

Zur gemeinsamen Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Bundeskonferenz "Gesund und aktiv älter werden" gelangen Sie hier.

Zur Fachpublikation "Alte Menschen. Expertise zur Lebenslage von Menschen im Alter zwischen 65 und 80 Jahren" gelangen Sie hier.

Zur Informationsplattform der BZgA "Gesund und aktiv älter werden" gelangen Sie hier.




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Seite erstellt am: 04.07.2013 08:44:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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