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Sitzendes Verhalten dominiert den Alltag vieler Beschäftigter


Donnerstag, 13. März 2014

Sitzen – ein gesundheitsgefährdendes Verhalten?!


SitzungSitzendes Verhalten dominiert den Alltag vieler Beschäftigter – sowohl während der Arbeit als auch in der Freizeit. Dass sich ein sitzender Lebensstil unabhängig vom Bewegungsverhalten negativ auf die Gesundheit auswirkt, zeigt nun eine Übersichtsarbeit von J. Bucksch, Universität Bielefeld, und W. Schlicht, Universität Stuttgart.

Studien zeigen, dass die Deutschen im Durchschnitt mehr als fünf Stunden am Tag sitzen, wobei Männer durchschnittlich pro Tag 45 Minuten länger sitzen als Frauen. Ebenfalls lassen sich altersspezifische Unterschiede aufzeigen, denn insbesondere junge Altersgruppen sitzen mehr und länger als die älteren. Des Weiteren verlängern sich Sitzzeiten mit steigendem Bildungsgrad: Akademikerinnen und Akademiker nehmen demnach mit etwa 360 Minuten "Sitz-Zeit" pro Tag die Spitzenposition ein.

Dass eine sitzende Lebensweise nicht folgenlos für die Gesundheit bleibt, belegen zahlreiche nationale Forschungsergebnisse, die Bucksch und Schlicht im Rahmen einer Übersichtsarbeit zusammenstellten. Diese zeigen u.a., dass sitzendes Verhalten das Risiko eines vorzeitigen Versterbens statistisch bedeutsam erhöht - dieses gilt sowohl für die Gesamt- als auch für die kardiovaskuläre Sterblichkeit. Darüber hinaus geben Studien Hinweise darauf, dass eine sitzende Lebensweise das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, für Bluthochdruck und für die Bildung von Gallensteinen erhöht. Ebenfalls konnte ein risikosteigernder Effekt auf die Inzidenz von Diabetes Mellitus Typ 2 nachgewiesen werden.

Trotz methodischer Schwächen, einer geringen Anzahl an prospektiven Studien mit Erwachsenen sowie fehlerhaften Forschungsdesigns, zeigen die metaanalytischen Befunde den Autoren zufolge "eine hinreichende bis moderate Evidenz, dass Erwachsene ihr gesundheitliches Risiko durch eine sitzende Lebensweise bedeutsam erhöhen" (S. 18). Bemerkenswert sei dabei, dass in der Mehrheit der Studien die Dauer des Sitzens die Gesundheit unabhängig vom Ausmaß der körperlichen (In-)Aktivität gefährdet.

Vor diesem Hintergrund fordern Bucksch und Schlicht auch die sitzende Lebensweise im Rahmen von Public Health-Empfehlungen zu körperlicher Aktivität zu berücksichtigen. Diese sollten zu mehr moderater und intensiver körperlicher Aktivität motivieren und dazu beitragen, die Dauer einer sitzenden Lebensweise im Alltag zu reduzieren.


Quellen

Bucksch J, Schlicht W (2014): Sitzende Lebensweise als ein gesundheitlich riskantes Verhalten. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 64, 15-21.

Wallmann, B. & Froboese, I (2011). Wie lange sitzen die Deutschen pro Tag? - Eine Analyse der körperlichen Inaktivität. Deutscher Sportärztekongress. 42, 247. Süddeutscher Verlag onpact GmbH: Frankfurt, Deutschland.




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Seite erstellt am: 13.03.2014 14:39:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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