| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:

 

Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Steigerung der Trinkmenge und -qualität


Dienstag, 22. Juli 2014

Wasser marsch! Mehr trinken, gesünder lernen


Schüler beim LernenDie Bereitstellung von Mineralwasser im Klassenraum stellt eine geeignete verhältnispräventive Maßnahme der Gesundheitsförderung dar – so das Ergebnis einer aktuellen Studie von Prof. Lührmann und ihrem Team. Eine dadurch erreichte Steigerung der Trinkmenge und -qualität konnte insbesondere bei Hauptschulen nachgewiesen werden.

Zur Förderung von Leistung und Wohlbefinden sollten Kinder und Jugendliche der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge je nach Alter etwa 1 bis 1,5 Liter trinken; empfohlen werden v.a. energiearme Getränke wie Mineral- und Trinkwasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Energie- und zuckerreiche Getränke wie Limonaden und Fruchtsäfte sollten hingegen nur sparsam konsumiert werden - ein übermäßiger Verzehr hiervon gilt als bedeutender Risikofaktor für Übergewicht und Adipositas.

Studien zufolge erreichen aber viele Heranwachsende diese Empfehlungen zum Trinkverhalten nicht. Vielmehr ist bekannt, dass gerade energiereiche Getränke von Kindern und Jugendlichen - insbesondere aus Familien mit niedrigen sozioökonomischen Status - in hohem Maße konsumiert werden.


Bereitstellung von Mineralwasser hat Auswirkungen auf das Trinkverhalten

In ihrer Interventionsstudie untersuchten Forscherinnen und Forscher um Prof. Petra Lührmann, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, die Auswirkungen der Bereitstellung von Mineralwasser auf das Trinkverhalten von 232 Schülerinnen und Schülern an Gymnasien und Hauptschulen. Über einen Zeitraum von acht Schulwochen wurden diese kostenlos mit Mineralwasser versorgt; ergänzend fanden zwei Unterrichtseinheiten zum Thema "Trinken" statt.

Der Interventionsgruppe stand eine Kontrollgruppe gegenüber, bei der kein Mineralwasser bereitgestellt wurde; ebenfalls wurden bei dieser keine zusätzlichen Unterrichtseinheiten durchgeführt.

Positive Auswirkungen des Mineralwasserangebots konnten v.a. bei den Hauptschülerinnen und -schülern festgestellt werden. Vor Beginn der Intervention tranken diese signifikant weniger Mineralwasser und mehr energiereiche Getränke als Gymnasiastinnen und Gymnasiasten; zum Ende der Intervention näherte sich ihr Mineralwasserkonsum dem der Gymnasialschülerinnen und -schüler an. Diese wiesen bereits zu Beginn der Intervention eine deutlich höhere Mineralwasserzufuhr auf, die durch die Intervention jedoch nicht weiter gesteigert werden konnte.

Bei den Hauptschülerinnen und Hauptschülern hingegen hatte die Intervention einen signifikanten Effekt auf den Mineralwasserkonsum: Während in der Kontrollgruppe der Wasserkonsum konstant blieb bzw. abfiel, stieg der Konsum in der Interventionsgruppe während der Schulzeit um etwa 300 ml am Tag.

Der Anstieg des Mineralwasserkonsums hatte zudem eine Erhöhung der Gesamttrinkmenge zur Folge - dies werteten die Forscherinnen und Forscher als sehr erfreulich, da die Hauptschülernnen und -schüler zu Studienbeginn weniger als die Hälfte ihres Flüssigkeitsbedarfs durch Wasser abdeckten.

Trotz des gestiegenen Mineralwasserkonsums konnten jedoch keine "Austausch"-Effekte auf den Konsum energiereicher Getränke erzielt werden: diese wurden weiterhin von Schülerinnen und Schülern beider Schultypen in unverändertem Ausmaß konsumiert.

Eine regelmäßige Bereitstellung von Mineralwasser in Klassenräumen stellt - so die Autorinnen und Autoren der Studie - dennoch insgesamt eine wirksame verhältnispräventive Maßnahme dar, die sich vor allem an Hauptschulen bewährt. Notwendig sind jedoch weiterführende Untersuchungen, die Aufschluss darüber geben, ob die positiven Veränderungen des Trinkverhaltens auch nachhaltig sind, also zu einer dauerhaften Gewohnheit der Heranwachsenden werden.


Quelle

Lührmann P, Simpson F, Sickinger S, Fuchs T, Dohnke B (2014): Auswirkungen der Bereitstellung von Mineralwasser auf das Trinkverhalten von Schülerinnen und Schülern. Ernährungs Umschau 61(6):82.




Dieser Beitrag gefällt 134 Person(en)


Seite erstellt am: 22.07.2014 14:27:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






Termine und Ankuendigungen: