| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:

 

Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Gesundheitsförderliche Einstellungen wollen gelernt werden


Mittwoch, 23. Juli 2014

Prävention in KiTas umsetzen: Fortbildung zur KiTa-Präventologin


Alltag in der KiTaGesunde Haltungen und gesundheitsförderliche Einstellungen wollen gelernt, trainiert und täglich praktiziert werden, damit sie so selbstverständlich werden wie das tägliche Zähneputzen. Wichtig ist es, damit so früh wie möglich zu beginnen. Deshalb bietet der Berufsverband der Präventologen e.V. nun die Fortbildung zur KiTa-Präventologin an.

BVPG: Sehr geehrte Frau Remmler-Bellen, Sie sind Vorstandsmitglied des Berufsverbands der Präventologen e.V. Seit dem 1. November 2013 bietet der Verband eine Ausbildung zur KiTa-Präventologin an. Was ist darunter zu verstehen und warum wird eine solche Fachkraft benötigt?

KiTa-Präventologinnen sind Fachkräfte für Gesundheitsförderung und Prävention im Kindergarten. Wichtig ist es, gesundheitsförderliche Einstellungen frühzeitig zu fördern. Deshalb bietet der Berufsverband der Präventologen e.V. zusätzlich zur bereits seit drei Jahren erfolgreich durchgeführten Qualifizierung zum Schulpräventologen nun auch die Fortbildung zur KiTa-Präventologin an.

Unsere Arbeit basiert auf Antonovskys Konzept der Salutogenese und der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung der WHO von 1986.

Wichtig ist uns der Settingansatz. So erreichen die von uns qualifizierten Fachkräfte alle Kinder, egal ob sie einen Migrationshintergrund haben, aus dem Bildungsbürgertum kommen, arm oder reich sind.

Wir möchten dazu beitragen, dass sich Kindergärten zu gesundheitsförderlichen Lebenswelten entwickeln können. Deshalb liegt uns nicht nur die Kindergesundheit, sondern auch die Erzieherinnengesundheit sehr am Herzen – sie ist die Basis für das Gelingen von Bildung.


BVPG: Wer kann sich zu dieser Fortbildung anmelden?

Unser Angebot richtet sich hauptsächlich an Erzieherinnen. Aber auch (Sozial-)Pädagoginnen und Pädagogen sowie alle Menschen, die mit Kindern in Kindergärten und KiTas arbeiten und sich für Gesundheitsförderung und Prävention interessieren, sind herzlich willkommen. Wichtig ist uns das eigene Interesse am Themenfeld und die Begeisterung dafür, diese Inhalte im Kindergarten erleb- und erfahrbar zu machen.


BVPG: Eine grundständige Ausbildung in diesem Bereich ist also nicht Voraussetzung?

Eine grundständige Ausbildung ist gewünscht und sinnvoll. Wenn aber jemand seit vielen Jahren in einem Kindergarten mit Kindern erfolgreich arbeitet, also über langjährige Praxiserfahrung verfügt und zu uns kommt, weil er oder sie sich im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention weiterbilden möchten, dann schicken wir ihn/sie nicht gleich weg, sondern führen ein individuelles Gespräch. Dabei wird geklärt, was an Vorwissen, persönlichen Erfahrungen und Grundqualifikationen vorhanden ist und wir schauen gemeinsam, ob die Ausbildung Sinn macht, welche Zusatzmodule eventuell nötig sein können und wie ein Einsatz im Kindergarten nach der Ausbildung aussehen könnte.

Das heißt, auch hier handeln wir salutogen und schauen ganz individuell auf die persönlichen Stärken und Ressourcen und nicht ausschließlich auf die Abschlüsse.


BVPG: Welche Inhalte werden während der Fortbildung vermittelt?

Wichtige Inhalte sind die Grundlagen von Gesundheitsförderung und Prävention, die Bereiche Ernährung, Bewegung und psychosoziale Gesundheit. Basiswissen im Bereich Organkunde und Krankheiten zählen ebenso dazu wie die Grundlagen der Kommunikation und Gesprächsführung.

Hinzu kommen spezifische Inhalte für den KiTa-Bereich. Hierzu zählen neben den Bereichen Ernährung, Bewegung und Entspannung die Entwicklung und die neuesten Ergebnisse der Hirnforschung sowie die Stärkung der Persönlichkeit der Kinder. Aber auch Themen wie Erzieherinnengesundheit und Selbstfürsorge und die Frage: „Wie kann ich eine KiTa zu einer gesundheitsförderlichen Lebenswelt entwickeln?" stehen auf dem Programm. Neben Wissen im Bereich der Verhaltensprävention sind die Verhältnisprävention und der systemische Ansatz feste Bestandteile der Fortbildung.

Auch der Praxisbezug spielt eine wichtige Rolle. Gegen Ende der Ausbildung wählen die Teilnehmenden ein eigenes Praxisprojekt aus dem Bereich Gesundheitsförderung und Prävention, das sie selbstverantwortlich gestalten und umsetzen.


BVPG: Nun gibt es eine ganze Reihe von Fortbildungsveranstaltungen für Erzieherinnen – auch mit gesundheitlichem Schwerpunkt. Was zeichnet Ihre Fortbildungsinhalte im Vergleich zu denen anderer Institutionen aus?

Unsere Qualifizierung zeichnet sich insbesondere durch den ganzheitlichen und salutogenen Ansatz aus. Wir stellen nicht nur einzelne Themen wie Ernährung oder Bewegung in den Fokus und wir haben stets alle Beteiligten in der KiTa im Blick: die Erzieherinnen, die Kinder, die Eltern. Dabei schauen wir immer auf die Ressourcen und Potenziale der Beteiligten, pflegen und wertschätzen, was schon gut gelingt.

In unserer Ausbildung werden die Absolventinnen zu Netzwerkerinnen, zu Moderatorinnen und Koordinatorinnen von Veränderungsprozessen ausgebildet; sie wissen, wie gesundheitsförderliche Veränderungen dauerhaft in den KiTa-Alltag implementiert werden. So wird Nachhaltigkeit entwickelt, die für uns eine hohe Priorität hat. Die Absolventinnen kennen die Akteure im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention, sind über unseren Berufsverband Teil dieses Netzwerkes und können sich dort sicher bewegen.


BVPG: Welche Aufgabengebiete kann eine Kita-Präventologin betreuen?

Aufgabengebiete der Kita-Präventologin können alle Themen rund um Gesundheitsförderung und Prävention bis hin zur Entwicklung der Kita zu einer gesundheitsförderlichen Lebenswelt sein. Durch das Wissen um „ihre" KiTa, gepaart mit dem neuerworbenen Wissen der Ausbildung, ist die KiTa-Präventologin in der Lage, Impulse zu setzen, Entwicklungsprozesse zu moderieren und zu koordinieren und insbesondere einen wichtigen Beitrag zum Gelingen von Nachhaltigkeit zu leisten, indem gesundheitsförderliche Haltungen fest in den KiTa-Alltag implementiert werden.

Die KiTa-Präventologin kann in Fragen rund um ihren Themenbereich die Ansprechpartnerin sowohl für die Kinder als auch für ErzieherInnen und Eltern sein.

Die Tätigkeitsbereiche sind so vielfältig wie die Kindergärten selbst – sie reichen von kleineren bis zu umfangreichen Aufgabengebieten. Jede KiTa-Präventologin wird, nach Absprache mit der KiTa-Leitung, ganz individuell und je nach Bedarf gesundheitsfördernde Schwerpunkte an ihrer KiTa setzen, so wie es die Schulpräventologinnen und -präventologen schon vielfältig praktizieren.

Dadurch eröffnen sich für Erzieherinnen vielfältige neue Gestaltungs- und Einsatzmöglichkeiten.


BVPG: Frau Remmler-Bellen, vielen Dank für das Interview!


Zum Info-Flyer „Fachkraft für Gesundheitsförderung und Prävention im Kindergarten" gelangen Sie hier.

Am 3. August lädt der Berufsverband zu einer kostenfreien Informationsveranstaltung nach Hannover ein, bei der auch die KiTa-Präventologin vorgestellt wird. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Zur Homepage des Berufsverbands der Präventologen e.V. gelangen Sie hier.



Dieser Beitrag gefällt 85 Person(en)


Seite erstellt am: 23.07.2014 15:24:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






Termine und Ankuendigungen: