| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:

 

Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:

Startseite : Prävention allgemein : Beiträge - 2014 : Tag der Zahngesundheit 2014


Vertikale Navigation:


Inhalte:

„Gesund beginnt im Mund – ein Herz für Zähne“


Freitag, 19. September 2014

Fürsorge für die Mundgesundheit


Logo Unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – ein Herz für Zähne“ fand am 25. September 2014 der Tag der Zahngesundheit statt. Dr. Uwe Prümel-Philippsen, Leiter des Aktionskreises zum „Tag der Zahngesundheit" und Geschäftsführer der BVPG, erläutert im Interview Botschaften, Zielgruppen und Hintergründe des Aktionstages.

BVPG: Sehr geehrter Herr Dr. Prümel-Philippsen, am 25. September 2014 findet zum 24. Mal der "Tag der Zahngesundheit" statt. Was ist das Hauptanliegen dieses bundesweiten Aktionstages? Welche Zielgruppen sind die wichtigsten?

Seit 24 Jahren ist es das Hauptanliegen dieses speziellen "Gesundheitstages", für die Mund- und Zahngesundheit zu sensibilisieren. Der Allgemeinbevölkerung ebenso wie vielen Fachkräften des Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesens soll durch diesen Tag vermittelt werden, was jede und jeder - gleich welchen Alters - präventiv für ihre/seine Mund- und Zahngesundheit tun kann. Zugleich besteht am Tag der Zahngesundheit auch jedes Jahr die Möglichkeit, dass die Leistungserbringer und Kostenträger in diesem Handlungsfeld der Öffentlichkeit über den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und der praktischen Erfahrungen berichten und aufzeigen, welchen zukünftigen Herausforderungen bzgl. der Mund- und Zahngesundheit wir begegnen müssen.


BVPG: Das Thema des diesjährigen Aktionstages lautet "Gesund beginnt im Mund - ein Herz für Zähne". Was sind die Botschaften hierzu?

Kernbotschaft des diesjährigen Tags der Zahngesundheit ist das Thema "Fürsorge" - für die eigene Mundgesundheit, aber vor allem auch für diejenigen Menschen, die sich noch nicht, nur eingeschränkt oder nicht mehr selbst darum kümmern können. Insbesondere die Eltern tragen Verantwortung für das Wohl ihrer Kinder, da Gesundheit - und eben auch Mund- und Zahngesundheit - ohne ihre Unterstützung nicht zu erreichen ist. Das zielt auf die Milch-, aber auch auf die dann bleibenden Zähne.

Der Tag der Zahngesundheit will in diesem Zusammenhang vor allem auch auf die Lage vernachlässigter Kinder aufmerksam machen und aufzeigen, welche Unterstützungs-Netzwerke es hierzu heute bereits gibt - z.B. durch eine enge Zusammenarbeit von Zahnärzten, Kinderärzten, Krankenkassen, Hebammen und Sozialpädagogen.

Doch nimmt aufgrund des demografischen Wandels auch die Zahl derer zu, die im fortgeschrittenen und im hohen Alter aufgrund von Behinderung und/oder Pflegebedürftigkeit auf Hilfen zum Erhalt oder zur Wiedergewinnung ihrer Mundgesundheit angewiesen sind.


BVPG: Welche konkreten Handlungserfordernisse ergeben sich vor diesem Hintergrund denn für die nahe Zukunft?

Da die mit sozialer Benachteiligung verbundenen gesundheitlichen Probleme - also auch solche der Mund- und Zahngesundheit - nicht im Gesundheits-, sondern sozusagen im Gemeinwesen entstehen, bedarf es nicht nur ressortübergreifender fachlicher, sondern gesamtgesellschaftlicher, also vor allem politischer Anstrengungen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die zu mehr gesundheitlicher Chancengleichheit und damit zu mehr Lebensqualität für die Betroffenen führen bzw. diese gewährleisten.

Aber natürlich sehen auch die Fachsysteme ihre jeweils spezifischen Möglichkeiten, präventive Strategien zu entwickeln und umzusetzen, um denjenigen Bevölkerungsgruppen oder Personen, die sich aus eigener Kraft nicht oder nur (noch) eingeschränkt helfen können, Unterstützung bei der Aufrechterhaltung oder Rückgewinnung ihrer Mund- und Zahngesundheit zu gewähren.

So arbeiten seit Herbst 2012 die Bundeszahnärztekammer (BZÄK), die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde und der Bundesverband der Kinderzahnärzte gemeinsam und fachübergreifend mit dem Deutschen Hebammenverband an einem gesundheitspolitischen Konzept zur zahnmedizinischen Prävention der frühkindlichen Karies, die überwiegend ja ein Problem sozial benachteiligter Gruppen unserer Bevölkerung ist. Hierzu hat auch die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege e.V. (DAJ) bereits im Jahr 2012 Empfehlungen zur Gruppenprophylaxe für diese Lebensphase gegeben und wird dies zukünftig mit einem gesundheitspädagogischen Ansatz ausbauen.

Auch das im Juni 2010 von der BZÄK, der KZBV, der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGÄZ) und dem Berufsverband Deutscher Oralchirurgen (BDO) veröffentliche Konzept "Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter" greift die aktuellen und zukünftigen (zahn)gesundheitlichen Probleme der demografischen und sozialen Entwicklung auf und zeigt Lösungsstrategien hierfür auf.

Die gesetzliche Krankenversicherung hat in der Zwischenzeit ihren Leistungskatalog entsprechend erweitert und z.B. mit der KZBV eine Rahmenvereinbarung geschlossen, in der die Anforderungen an eine kooperative und koordinierte zahnärztliche Betreuung von Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen festgelegt sind.


Für alle Eltern gibt Oberarzt Dr. Reinhard Schilke vom Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Medizinischen Hochschule Hannover anlässlich des diesjährigen "Tags der Zahngesundheit" die folgenden praktischen Empfehlungen:

  1. ab dem 1. Zahn Zahnpflege durch die Eltern mit Zahnbürste und Zahnpasta;
  2. Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta nach der Leitlinie "Fluoridierungsmaßnahmen";
  3. mindestens bis zum 8. Geburtstag (bis zum sicheren Beherrschen des Schreibens) abendliches Zähneputzen durch die Eltern;
  4. niemals die Saugflasche über die Nacht geben;
  5. spätestens am 1. Geburtstag Absetzen der Saugflasche;
  6. ab der "normalen Ernährung" maximal 4x täglich zucker- oder säurehaltige Zwischenmahlzeiten;
  7. spätestens am 2. Geburtstag Absetzen des Beruhigungssaugers oder des Lutschens;
  8. zwischen dem 6. und dem 9. Lebensmonat erste Vorstellung bei der Zahnärztin/beim Zahnarzt oder in einer Kinderzahnarztpraxis, anschließend regelmäßig 2x im Jahr Kontrollen.

BVPG: Herr Dr. Prümel-Philippsen, vielen Dank für das Interview!


Das Interview führte Ann-Cathrin Hellwig, BVPG.


Weiterführende Informationen

Zur Homepage des "Tags der Zahngesundheit" gelangen Sie hier.

Zum Tag der Zahngesundheit hat die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e.V. (DAJ) zahlreiche Informationen mit dem Fokus auf Gruppenprophylaxe zusammengestellt. Diese finden Sie hier.

Eine Übersicht der DAJ zu Publikationen der Landesarbeitsgemeinschaften für Zahngesundheit finden Sie hier.


Weitere Informationen rund um das Thema "Zahngesundheit" finden Sie auch auf der Homepage der BVPG:

  • Zahngesundheit in Deutschland. Link...
  • Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen. Link...
  • Welchen Einfluss hat das Geschlecht auf die Mundgesundheit? Link...





Dieser Beitrag gefällt 47 Person(en)


Seite zuletzt geändert am: 19.09.2014 12:00:00, ursprünglich angelegt am: 18.09.2014 12:46:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






Termine und Ankuendigungen: