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Menschen in schwierigen Lebenslagen sind gesundheitlich stärker belastet


Mittwoch, 11. Februar 2015

„Gesundheitliche Versorgung von Menschen in prekären Lebenslagen“


Obdachloser auf ParkbankMenschen in schwierigen Lebenslagen sind gesundheitlich stärker belastet als andere; entsprechend weisen sie einen höheren medizinischen Versorgungsbedarf auf. Diesen sowie potenzielle Lösungsansätze thematisierten Expertinnen und Experten Anfang Februar im Rahmen der Veranstaltung „Gesundheitliche Versorgung von Menschen in prekären Lebenslagen“.

Über 150 Expertinnen und Experten kamen am 9. Februar der Einladung zur gemeinsamen Veranstaltung "Gesundheitliche Versorgung von Menschen in prekären Lebenslagen" der Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen sowie des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen nach.

Die Vortragenden verdeutlichten, dass der Zugang zum Gesundheitssystem und dessen Inanspruchnahme für zahlreiche Menschen erschwert ist und diese deshalb nicht oder nur sehr eingeschränkt an der gesundheitlichen Regelversorgung teilhaben können.

Dies betrifft v.a. Menschen in prekären Lebenslagen - also solchen, "die einerseits durch materielle Armut und anderseits durch eine eingeschränkte Teilhabe am ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Leben in der Gemeinschaft gekennzeichnet sind" (LGK, S. 3) - hierzu zählen zum Beispiel Wohnungslose, Flüchtlinge, AsylbewerberInnen oder Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus.

Wie Studien belegen, erkranken Menschen, die dauerhaft materielle Schwierigkeiten und soziale Ausgrenzung erleben, häufiger als diejenigen, die diese Erfahrungen nicht machen. Menschen in prekären Lebenslagen sind damit im Durchschnitt gesundheitlich stärker belastet als andere Bevölkerungsgruppen. Daraus folgt, dass diese einen erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung aufweisen - diesen zu decken, stellt jedoch eine bedeutende Herausforderung dar.


Wie lässt sich die gesundheitliche Versorgung verbessern?

Mit den Projekten "Lenzgesund" und "Wenn Wohnungen unbewohnbar werden" wurden im weiteren Verlauf der Veranstaltung zwei richtungsweisende Ansätze zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Menschen in prekären Lebenslagen vorgestellt.

  • Das Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramm "Lenzgesund - Vernetzte frühe Hilfe rund um Schwangerschaft, Geburt und erste Lebensjahre" läuft seit über zwölf Jahren in einem benachteiligten Hamburger Quartier. Mit Angeboten aus den Bereichen Geburtsvorbereitung, Versorgung nach der Geburt, Impfen, Zahngesundheit, Ernährung und Bewegung zielt es auf einen verbesserten Zugang zur Gesundheitsversorgung, die Stärkung des Gesundheitsbewusstseins sowie auf die Vernetzung und Qualifizierung von AnbieterInnen medizinischer und sozialer Dienstleistungen vor Ort.
  • Das Projekt "Wenn Wohnungen unbewohnbar werden" greift die Thematik der Wohnungsverwahrlosung und Selbstvernachlässigung seelisch erkrankter BewohnerInnen auf. Auf Basis einer Analyse zurückliegender Fälle in Dortmund konnten Patientenverhalten, Wohnprognosen sowie durchzuführende sozialpsychiatrische Maßnahmen - je nach Art der zugrunde liegenden Erkrankung - klassifiziert und entsprechende Vorschläge zum praktischen Vorgehen entwickelt werden.

Als besonders gelungene Beispiele für Projekte, die auf die Verbesserung der Gesundheit und der Lebensqualität der Bevölkerung abzielen, wurden diese mit dem Qualitätspreis 2014 der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen ausgezeichnet.

Weitere Informationen zu diesen Projekten erhalten Sie hier:

  • Präventionsprogramm Lenzgesund - Vernetzte frühe Hilfen rund um Schwan­gerschaft, Geburt und erste Lebensjahre, Bezirksamt Hamburg-Eimsbüttel, Fachamt Gesundheit. Link...
  • "Wenn Wohnungen unbewohnbar werden" - Vermüllung, Wohnungsverwahrlosung und pathologisches Horten, Stadt Dortmund, Ge­sundheitsamt - Sozialpsychiatrischer Dienst. Link...

Quelle

23. Landesgesundheitskonferenz NRW (LGK) (2014): Für ein solidarisches Gesundheitswesen in NRW - Gesundheitliche Versorgung von Menschen in prekären Lebenslagen verbessern. Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen. Link...



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Seite erstellt am: 11.02.2015 09:09:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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