| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:

 

Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Keine gesicherte Evidenz für Wirksamkeit kitabasierter Prävention


Mittwoch, 15. Juli 2015

Wie wirksam sind Interventionen im Setting Kita?


In der KitaMaßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung erhalten inzwischen Einzug in zahlreiche Kitas. Doch welche Interventionen haben sich als wirksam erwiesen? Dieser Frage gehen Berit Steenbock und ihr Team im Rahmen einer Übersichtsarbeit nach.

Neben Familien bieten Kitas ein geeignetes Setting zur Durchführung von Präventionsmaßnahmen, denn in diesen können 90 Prozent der Kinder in der Altersgruppe 3 bis 6 erreicht werden (Statistisches Bundesamt 2012). Interventionen – insbesondere in den Bereichen Bewegung und Ernährung – wurden bereits in zahlreichen Kitas durchgeführt; diese umfassen Maßnahmen wie (un-)strukturierte Bewegungseinheiten, die Bereitstellung von gesunden Snacks oder Weiterbildungen von Kita-Personal. Wenig evaluiert ist jedoch, welche Interventionen sich zur Ernährungs- und Bewegungsförderung als wirksam erwiesen haben. Diese Frage greift die Übersichtsarbeit von Steenbock et al., Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen, auf.

Mit Hilfe einer systematischen Literaturrecherche identifizierten Steenbock und ihr Team unter Berücksichtigung festgelegter Ein- und Ausschlusskriterien (vgl. Review, S. 609) 13 Reviews und Metaanalysen, die die Wirksamkeit ernährungs- und bewegungsbezogener Interventionen im Setting Kita untersuchten.


Was wirkt?

Den Review-Ergebnissen zufolge konnte keine gesicherte Evidenz für die Wirksamkeit einer kitabasierten Prävention kindlichen Übergewichts festgestellt werden. Positive Hinweise ergaben sich hingegen bezüglich der Förderung einer ausgewogenen Ernährung: Erfolge konnten hier im Hinblick auf einen gesteigerten Obst- und Gemüsekonsum sowie einen reduzierten Verzehr gesättigter Fettsäuren verzeichnet werden. Interventionen hingegen, die auf die Steigerung körperlicher Aktivität und die Verbesserung motorischer Fähigkeiten abzielten, wiesen inkonsistente Ergebnisse auf – hier belegten lediglich einzelne Studienergebnisse positive Effekte.

Weiterhin untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anhand der einbezogenen Reviews Merkmale effektiver Interventionen. Insgesamt bezeichneten sie die Evidenz für wirksame Interventions-Merkmale als gering. Dennoch konnten die Vermittlung von Fähigkeiten und Kompetenzen, die Stärkung der Selbstwirksamkeit sowie eine starke Einbeziehung der Eltern mit einer erhöhten Wirksamkeit der Interventionen in Verbindung gebracht werden.


Einschränkungen und weiterer Handlungsbedarf

Zwar zeigen sich erste Hinweise auf Verbesserungen im Ernährungs- und Bewegungsverhalten durch kitabasierte Interventionen, dennoch wird die Evidenz durch eine geringe Studienanzahl der in den Reviews eingeschlossenen Primärstudien, methodische Aspekte und Inkonsistenzen in der Zielparameter-Erfassung eingeschränkt. Erforderlich sei es darüber hinaus, zukünftig Langzeitstudien durchzuführen, die Aussagen über die klinische Relevanz und Nachhaltigkeit kitabasierter Interventionen ermöglichen.


Quellen

Steenbock B et al. (2015): Wie wirksam sind ernährungs- und bewegungsbezogene primärpräventive Interventionen im Setting Kita? Ein Review von Reviews. In: Bundesgesundheitsblatt 2015, 58: 609-610.

Statistisches Bundesamt (2012): Statistisches Jahrbuch 2012 – Bevölkerung, Familie, Lebensformen. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden.




Dieser Beitrag gefällt 88 Person(en)


Seite erstellt am: 15.07.2015 13:39:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






Termine und Ankuendigungen: