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Wie können Kinder an gesunde Ernährung herangeführt werden?


Freitag, 24. Juli 2015

„GartenKinder“: Ernährungsbildung im Kindergarten


Kinder liegen auf RasenWie können Kinder an eine gesunde Ernährung herangeführt werden? Wie lässt sich deren Wertschätzung von Lebensmitteln erhöhen? Einen Ansatz liefert das Projekt „GartenKinder“, das vom Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv) unterstützt wird.

Bedingt durch die zunehmende Berufstätigkeit beider Elternteile sowie den ansteigenden Anteil Alleinerziehender werden Kinder immer häufiger außerhalb des Elternhauses, z.B. in Kindergärten, Kindertagesstätten oder Horten betreut und versorgt. Diesen Settings kommt damit auch im Hinblick auf die Ernährungsbildung wachsende Bedeutung zu. Wie jedoch eine Fachgruppe der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in einem Übersichtsartikel betont, wird diese in vielen Kindergärten noch nicht ausreichend umgesetzt; Gründe dafür sind u.a. der Fachkräftemangel sowie ein Mangel an externer Unterstützung (Bartsch et al. 2013).

Hier setzt das von der AMC-Stiftung „Besser essen. Besser Leben" entwickelte Projekt „GartenKinder" an. In Kooperation mit dem Deutschen LandFrauenverband e.V. sollen Kinder in praxisnaher und sinnesorientierter Weise u.a. Wissen über Nahrungsmittel erwerben und Verständnis für den Naturkreislauf entwickeln. Stiftungspräsidentin Dagmar von Cramm: „Je früher Kinder Gemüse kennen und schätzen lernen, desto besser für ihr Essverhalten." Kernstück des Projekts ist eine Indoor-Pflanzbox mit Pflanzerde, Saatgut und Arbeitsmaterialien sowie Elterninformationen. Unterstützung vor Ort erhalten die Kindergärten durch eine LandFrau, die die jeweiligen Einrichtungen besucht und die Erziehenden im Umgang mit den Materialien schult.

Eine Evaluation des Projekts „GartenKinder" erfolgte im Frühjahr 2014 durch das Institut für Ernährungspsychologie an der Universität Göttingen. Befragt wurden die ErzieherInnen aller Einrichtungen, die im Jahr 2013 das Projekt durchlaufen hatten. Von 408 per E-Mail angeschriebenen Kindergärten sendeten 308 den Fragebogen ausgefüllt zurück – dies entspricht einer Rücklaufquote von 75 Prozent.

Mit „gut" bis „sehr gut" bewerteten die teilnehmenden ErzieherInnen das Konzept des Projekts sowie die Zusammenarbeit mit den LandFrauen. Darüber hinaus beurteilten sie den Wissenszuwachs der Kinder, die Verbesserung ihrer praktischen Fertigkeiten sowie ihre emotionale Beziehung zu den selbst gezogenen Lebensmitteln ebenfalls mit „gut" bis „sehr gut".

Etwas weniger positiv wurden die wahrscheinlichen Auswirkungen auf das Essverhalten sowie die häusliche Ernährungssituation beurteilt. Um auch diese häuslichen Rahmenbedingungen günstig beeinflussen zu können, müssten die Eltern stärker in das Projekt involviert werden, so das Fazit der Studienautorinnen und -autoren.

„Das Projekt zur Ernährungsbildung für Kindergartenkinder hat mit anhaltendem Erfolg den Weg in die Praxis gefunden. 185 LandFrauen haben inzwischen rund 20.000 Kinder begeistert und ihnen spielerisch das Verständnis für Naturkreisläufe und gesunde Ernährung nahegebracht", sagt Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes. „Davon sollten zukünftig noch viele weitere Kinder und Kindergärten profitieren können."


Quelle

Ellrott T, Austel A, Maurer I (2015): Praktische Ernährungsbildung im Kindergarten. Evaluation des Projekts GartenKinder. In: ErnährungsUmschau 1/2015, S1-S4.

Bartsch S et al. (2013): Ernährungsbildung – Standort und Perspektiven. ErnährungsUmschau 60, M84-M95.




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Seite erstellt am: 24.07.2015 11:08:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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