| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:

 

Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Schädlicher Alkoholkonsum als Phänomen der Mittelschicht?!


Mittwoch, 29. Juli 2015

50plus, gesund und gut ausgebildet – Risikofaktoren für gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum?!


WeinflaschenSchädlicher Alkoholkonsum scheint ein verstecktes Phänomen der englischen Mittelschicht – so legen es zumindest aktuelle Auswertungen der English Longitudinal Study of Ageing (ELSA) nahe. Sind diese Ergebnisse auch auf Deutschland übertragbar? Eine Einschätzung liefert die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS).

Professor José Iparraguirre untersuchte im Rahmen seiner Analysen sozioökonomische Determinanten, die mit dem Risiko eines schädlichen Alkoholkonsums bei über 50-jährigen Engländerinnen und Engländern in Verbindung stehen. Forschungsgrundlage dafür stellten die Angaben von 9.251 älteren Menschen dar, die im Rahmen der English Longitudinal Study of Ageing (ELSA) erhoben wurden.

Den Auswertungen zufolge besteht ein Zusammenhang zwischen einer Reihe von sozioökonomischen Faktoren und einem erhöhten Risiko für schädlichen Alkoholkonsum bei älteren Menschen.

Demnach stellt das Alter einen bedeutenden Risikofaktor dar. Insbesondere Männer in ihren frühen 60ern sind häufig von gesundheitsschädlichem Alkoholkonsum betroffen. Darüber hinaus gelten ein Single-Status sowie Trennung oder Scheidung als weitere Risikofaktoren. Auch mit einem erhöhten Risiko assoziiert, sind ein guter Gesundheitsstatus sowie eine gute Ausbildung bei Männern.

Bei Frauen hingegen weisen die Auswertungen auf einen positiven Zusammenhang zwischen jüngerem Alter und einem erhöhten Risiko für gesundheitsschädlichen Alkoholkonsum hin. Weitere Risikofaktoren sind Berentung sowie ein hohes Einkommen; die Übernahme von Verantwortung hingegen reduziert das Risiko eines gesundheitsschädlichen Alkoholkonsums bei Frauen.

Schädlicher Alkoholkonsum scheint ein verstecktes Phänomen der englischen Mittelschicht zu sein - so die Schlussfolgerung von Professor Iparraguirre auf Basis seiner Ergebnisse.


Lässt sich dieses Phänomen auch in Deutschland beobachten?

Einer Einschätzung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) zufolge trinken auch in Deutschland viele Menschen in riskanter Weise Alkohol. "Das Vorurteil, dass eher ärmere Menschen zu viel Alkohol trinken, ist falsch", so Gabriele Bartsch, stellvertretende Geschäftsführerin der DHS. "Eine repräsentative Studie des Robert Koch-Instituts von 2013 (DEGS 1) zeigt, dass ab dem 30. Lebensjahr v.a. Menschen mit einem mittleren und hohen sozio-ökonomischen Status riskant Alkohol trinken und dies bis ins höhere Alter von 79 Jahren hinein. Besonders ausgeprägt ist der Unterschied bei den Frauen zwischen 65 und 79 Jahren: Während von den Frauen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status 10,8 Prozent riskant trinken, sind es bei denen mit hohem sozio-ökonomischen Status 32,8 Prozent!"

Da die Risiken von Alkohol-, Tabak- und Medikamentenkonsum im Alter häufig unterschätzt werden, unterhält die DHS eine Website speziell zum Thema "Unabhängig im Alter". Link...


Quellen

Iparraguirre J (2015): Socioeconomic determinants of risk of harmful alcohol drinking among people aged 50 or over in England. BMJ Open 2015, 5e 007684

Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland - Welle 1 (DEGS 1). Link...




Dieser Beitrag gefällt 55 Person(en)


Seite erstellt am: 29.07.2015 10:02:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






Termine und Ankuendigungen: