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Auf dem Weg zu einer höheren Lebenserwartung


Donnerstag, 22. Oktober 2015

Gebildet und verheiratet – Vorreiter auf dem Weg zu einer höheren Lebenserwartung?!


Geschäftsmann auf der LandstraßeKönnen besser gebildete und verheiratete Menschen als „Avantgarde“ der übrigen Bevölkerung den Weg zu einer höheren Lebenserwartung weisen? Dieser Frage gingen WissenschaftlerInnen um Domantas Jasilionis vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung nach.

Zur Beantwortung dieser Frage analysierten die WissenschaftlerInnen die Entwicklung der Lebenserwartung in Finnland, Norwegen und Schweden von Beginn der 1970er bis Mitte der 1990er Jahre.

Dabei fanden sie heraus, dass die Lebenserwartung von verheirateten und gebildeten Frauen und Männern im Vergleich zur übrigen Bevölkerung besonders stark angestiegen war: So nahm beispielsweise in Finnland die Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung im betrachteten Zeitraum um etwa vier Jahre zu; bei den verheirateten und gebildeten Männern sogar um fünf und bei den Frauen um fünfeinhalb Jahre.

Eine vergleichbare Entwicklung konnte auch für Norwegen und Schweden aufgezeigt werden: Auch hier ging die Schere zwischen gebildeten und verheirateten Menschen und der übrigen Bevölkerung weiter auseinander.

Als wichtigste Ursache für diese Entwicklung benannten die ForscherInnen die Bekämpfung von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Diese Strategie führte dazu, dass die dadurch bedingte Sterblichkeit zurückging - und davon profitierten insbesondere gut gebildete und verheiratete Menschen. Auch zivilisationsbedingte Todesursachen wie alkohol- oder nikotinbedingte Erkrankungen, (Selbst-)Morde oder Verkehrsunfälle bei Verheirateten und gut Ausgebildeten kommen seltener vor als bei den übrigen Bevölkerungsgruppen.

Die Frage liegt deshalb nahe, ob gebildete und verheiratete Menschen eine Vorreiterrolle einnehmen und den Weg für mehr Gesundheit auch für die übrige Bevölkerung ebnen können.

Doch wer bei der Ausarbeitung von Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung auf eine solche Vorreiter-Strategie setzt, den belehren die AutorInnen der Studie nun eines Besseren. Unter Berücksichtigung der Analyseergebnisse ist dies nämlich eher unwahrscheinlich. Vielmehr gehen Jasilionis et al. davon aus, "dass der weniger privilegierte Teil der Bevölkerung einen eigenen Weg gehen und die Sterblichkeit nicht einfach zeitverzögert auf dem gleichen Wege verringern werde wie die Vorreiter-Gruppen" (Jasilionis et al. 2015). Auch in egalitären Gesellschaften wie der finnischen seien Unterschiede in der Gesundheitsversorgung, Lebensführung und bei den sozialen und Umweltbedingungen ausschlaggebend für die Entwicklung der Lebenserwartung. 

 

 

Quellen

Jasilionis D et al. (2014): Do Vanguard populations pave the way towards higher life expectancy for other population groups? Population: An English Selection 69, 4, 531-556.

Jasilionis D (2015): Gibt es einen Wegweiser für ein langes Leben? Demografische Forschung. Aus erster Hand. Jg. 12, Nr. 3.

 

 


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Seite erstellt am: 22.10.2015 13:35:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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