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Startseite : Gesund am Arbeitsplatz : Beiträge - 2015 : Herz-Kreislauf und Arbeitszeit


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Belastungen für Herz und Kreislauf


Mittwoch, 25. November 2015

Regelmäßige Überstunden: Ein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?!


Gestresster Mann am ArbeitsplatzÜbersteigt das wöchentliche Arbeitspensum eine Wochenarbeitszeit von mehr als 40 Stunden, erhöht dies das Risiko für einen Schlaganfall deutlich – so das Ergebnis einer aktuellen Übersichtsarbeit. Aber nicht nur Überstunden können das Herz-Kreislauf-System von Beschäftigten gefährden; der neue iga-Report zeigt weitere Belastungsfaktoren auf.

Wer regelmäßig viele Überstunden macht, hat ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – so das Ergebnis eines internationalen WissenschaftlerInnenteams um Mika Kivimäki. Basis ihrer Übersichtsarbeit bilden 25 Kohortenstudien aus Europa, den USA und Australien. Damit berücksichtigten die ForscherInnen die Daten von mehr als 600.000 Probandinnen und Probanden.

Die Analyse ergab, dass das Schlaganfallrisiko zunahm, wenn regelmäßig die wöchentliche Arbeitszeit das normale Pensum von 35 bis 40 Stunden überschritt. So wiesen Beschäftigte, die 49 bis 54 Stunden pro Woche arbeiteten, ein um 28 Prozent erhöhtes Schlaganfallrisiko auf; arbeiteten Beschäftigte regelmäßig 55 Stunden oder mehr, so wiesen diese sogar ein um 33 Prozent erhöhtes Risiko auf.

Der Zusammenhang zwischen einem hohen Überstundenaufkommen und einem erhöhten Schlaganfallrisiko konnte gleichermaßen für Männer und Frauen, als auch in unterschiedlichen Regionen nachgewiesen werden.

Ebenfalls konnten die ForscherInnen im Rahmen ihrer Analysen einen Zusammenhang zwischen Überstunden und einer koronaren Herzerkrankung feststellen; dieser war jedoch weniger deutlich. 

 
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Weitere Risikofaktoren

Dass Überstunden mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Beziehung stehen, bestätigt auch der aktuelle iga Report 31. Dieser widmet sich in erster Linie dem Gefährdungspotenzial psychischer Belastungen;  zeigt jedoch auch Zusammenhänge zwischen Arbeitsbelastungen und somatischen Beeinträchtigungen auf.

Im Hinblick auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigen die im Report einbezogenen Reviews und Meta-Analysen,

  • dass ein geringer Handlungsspielraum im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-bedingter Mortalität steht (S. 22);
  • dass unsichere Arbeitsplätze signifikant mit erhöhtem Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen einhergehen (S. 27);
  • dass Job Strain (hohe Arbeitsintensität bei geringem Handlungsspielraum) mit dem Risiko von somatischen Erkrankungen in Form von erhöhtem Blutdruck, Hypertonie, erstem Herzinfarkt, kardiovaskulären Erkrankungen insgesamt und Typ-2-Diabetes assoziiert ist (S. 30);
  • dass das Erleben einer Effort-Reward-Imbalance (fehlenden Balance zwischen geforderter Verausgabung und gebotener Belohnung) mit dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert ist (S. 30).  
 
Quellen

Kivimäki et al. (2015): Long working hours and risk of coronary heart disease and stroke: a systematic review and meta-analysis of published and unpublished data for 603 838 individuals. The Lancet, Vol. 386, 1739-1746. Link...

iga Report 31 (2015): Risikobereiche für psychische Belastungen. Link...

 

 


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Seite erstellt am: 25.11.2015 15:31:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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