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Arbeitesbezogene Risiko- und Schutzfaktoren


Donnerstag, 3. Dezember 2015

Psychische Belastungen von Führungskräften


Besprechung im BüroZahlreiche Studien deuten darauf hin, dass Führungskräfte die (psychische) Gesundheit ihrer MitarbeiterInnen beeinflussen. Doch wie stark sind diese selbst psychisch gefährdet? Dieser Frage sind Andreas Zimper, SRH Hochschule Heidelberg, und sein Team im Rahmen einer Literaturübersicht nachgegangen.

In ihrer Literaturübersicht werteten die WissenschaftlerInnen insgesamt 34 Artikel aus, die Ergebnisse zur Verbreitung psychischer Beeinträchtigungen sowie zu arbeitsbezogenen Risiko- und Schutzfaktoren beinhalten. Im Mittelpunkt standen dabei folgende Fragestellungen:

  • Wie stark sind psychische Beeinträchtigungen bei Führungskräften im Vergleich zu anderen Beschäftigungs- oder Bevölkerungsgruppen verbreitet?
  • Erhöhen bzw. verringern arbeitsbezogene Risiko- und Schutzfaktoren empirisch das Risiko für psychische Beeinträchtigungen?
 
Verbreitung psychischer Beeinträchtigungen

Ob psychische Beeinträchtigungen bei Führungskräften im Vergleich zu anderen Beschäftigungs- oder Bevölkerungsgruppen stärker verbreitet sind, konnte anhand der einbezogenen Studien nicht eindeutig beantwortet werden. Die insgesamt hierzu ausgewerteten 15 Studien gaben teilweise Hinweise auf eine höhere Prävalenz psychischer Belastungen bei Führungskräften; ein fast ebenso hoher Anteil wies jedoch gegenteilige Befunde auf. Wurden dagegen nur Studien berücksichtigt, die ausschließlich klinische Kriterien zugrunde legten (bspw. depressive und psychosomatische Faktoren), so wiesen diese übereinstimmend auf höhere gesundheitliche Belastungen bei Führungskräften hin.

 
Arbeitsbezogene Risiko- und Schutzfaktoren

Ein einheitlicheres Bild lieferten die Studien zu arbeitsbezogenen Risiko- und Schutzfaktoren. Insbesondere sozialer Unterstützung, Arbeitsplatzsicherheit und einem hohen Handlungsspielraum schrieben die WissenschaftlerInnen einen schützenden Effekt zu. Ebenso konnten in einzelnen Studien Karriere- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten einen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit von Führungskräften nehmen.

Eine hohe Arbeitsintensität und lange Arbeitszeiten stellten hingegen Belastungsfaktoren dar, die mit psychischen Gesundheitsrisiken einhergehen. Ebenfalls werden Konflikte, die durch die Führungsrolle entstehen (z.B. Rollenkonflikte und Rollenambiguität), als belastend wahrgenommen.

Darüber hinaus konnten die WissenschaftlerInnen Frauen in Führungspositionen als besondere Risikogruppe identifizieren. Diese weisen epidemiologischen Untersuchungen zufolge eine im Vergleich zu Männern höhere Prävalenz psychischer Störungen auf.

 
Welcher Weiterentwicklungsbedarf ist notwendig?

Um angemessene Präventionsmaßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit von Führungskräften ableiten zu können, bedarf es nach Ansicht der Autorinnen und Autoren weiterer Forschungsbemühungen. Hier sollten insbesondere einheitliche Angaben zur Führungsposition (z.B. zu Anzahl der untergeordneten Personen) verwendet werden als auch zwischen Branchen und Führungsebenen differenziert werden. Darüber hinaus sind weitere Längsschnittstudien erforderlich, um die bisher überwiegend vorgelegten Querschnittsuntersuchungen abzusichern.   

 

Weitere Artikel zum Themenfeld "Gesunde Führung" finden Sie auch auf der Homepage der BVPG:

  • Beförderung als Psychofalle? - Zwei Studien zeichnen ein differenziertes Bild. Link...
  • Burnout - Was Unternehmen und Führungskräfte tun können. Link...
  • Führungsverhalten und Mitarbeitergesundheit. Link...
  • Unterstützung durch Vorgesetzte - eine wichtige Gesundheitsressource. Link...
  • Altersdiskriminierung macht krank - gute Führung kann vorbeugen. Link...

 

Quelle

Zimber A et al. (2015): Wie stark sind Führungskräfte psychisch gefährdet? Eine Literaturübersicht zu Gesundheitsrisiken und arbeitsbezogenen Risiko- und Schutzfaktoren. In: Zeitschrift für Gesundheitspsychologie, 23 (3), 123-140.

 

 


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Seite erstellt am: 03.12.2015 08:38:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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