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Pendler weisen ein höheres Stressempfinden auf


Dienstag, 3. Mai 2016

Der Preis der Mobilität


Autos im StauPendlerinnen und Pendler weisen ein höheres Stressempfinden auf und sind damit auch eher von gesundheitlichen Nachteilen betroffen – dass dies insbesondere auf Frauen und Eltern zutrifft, zeigt Heiko Rüdiger, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, nun mit seiner aktuellen Untersuchung auf.

Dass lange Anfahrten zur Arbeit mit einem höheren Stressempfinden verbunden sind und auch eher mit gesundheitlichen Nachteilen einhergehen können, belegen bereits zahlreiche Studien. Heiko Rüdiger, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, und sein Kollege Alexander Schulze, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, sind nun der Frage nachgegangen, ob diese Nachteile auch durch die Art der beruflichen Mobilität beeinflusst werden und ob sie verschiedene Bevölkerungsgruppen unterschiedlich stark betreffen.

Zur Beantwortung dieser Forschungsfrage werteten die Wissenschaftler Daten einer europäischen Studie basierend auf Befragungen von mehr als 7.000 Menschen im Alter von 25 bis 54 Jahren aus. Neben Daten zum Geschlecht und Familienstand wurden im Rahmen dieser Befragung auch Angaben zum Stressempfinden und zum Gesundheitszustand von Erwerbstätigen erhoben. 

 

Fernpendler, Vari- und Multi-Mobile

Auf Grundlage ihrer Auswertungen unterschieden die Forscher drei Gruppen mobiler Erwerbstätiger:

  • FernpendlerInnen: Diese benötigen mindestens eine Stunde für den einfachen Weg zur Arbeit und legen diesen an mindestens drei Tagen die Woche zurück.
  • Vari-Mobile: Zu dieser Gruppe zählen Erwerbstätige, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit mindestens 60 Nächte im Jahr auswärts übernachten.
  • Multi-Mobile: Diese kombinieren verschiedene Arten beruflicher Mobilität.

Wie die Auswertungen zeigen, zählen sieben Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland zu den FernpendlerInnen, 4,5 Prozent lassen sich den Vari-Mobilen und 2,5 Prozent den Multi-Mobilen zuordnen. Dabei ist die Anzahl der Männer unter den mobilen Erwerbstätigen fast doppelt so hoch wie bei den Frauen.  

 

Beruflich bedingte Mobilität - Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit

Im Hinblick auf den Gesundheitszustand konnten die Wissenschaftler Unterschiede zwischen den Gruppen aufzeigen. So wiesen FernpendlerInnen hier durchschnittlich um vier Prozent schlechtere Werte auf als nicht mobile Erwerbstätige. Ein negativer Effekt auf den Gesundheitszustand zeigte sich insbesondere bei Frauen und Erwerbstätigen mit Kindern.

Erwerbstätige hingegen, die mehr als 60 Nächte im Jahr auswärts übernachteten, stuften ihren Gesundheitszustand nicht schlechter ein als nicht mobile Frauen und Männer. Unter den Multi-Mobilen berichteten insbesondere Frauen, Kinderlose und Jüngere von einem schlechteren Gesundheitszustand.

Im Hinblick auf das Stressempfinden wiesen besonders Frauen und Eltern, deren Arbeitsweg täglich mehr als zwei Stunden in Anspruch nimmt, ein vergleichsweise hohes Stresslevel auf. Hierbei wird das Pendeln sowohl von Jüngeren als auch von Älteren als gleichermaßen stressig wahrgenommen.  

 

Quellen

Rüger H, Schulze A (2016): Zusammenhang von beruflicher Pendelmobilität mit Stresserleben und Gesundheit: bestehen Unterschiede nach soziodemografischen Gruppen? Prävention und Gesundheitsförderung 11 (2016) 1, 27-33.

Rüger H (2016): Der Preis der Mobilität. In: Demografische Forschung. Aus erster Hand. Jahrgang 13, 1. Quartal. Link zur PDF-Datei...

 

 


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Seite erstellt am: 03.05.2016 15:14:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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