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Rückgang der Gewalt an deutschen Schulen


Montag, 27. Juni 2016

Gewaltprävention an Schulen


Verzweifelter JungeGewaltprävention ist trotz positiver Entwicklungstrends ein wichtiges Handlungsfeld an deutschen Schulen – dies verdeutlichen Prof. Dr. Wolfgang Melzer, TU Dresden, und Prof. Dr. Wilfried Schubarth, Universität Potsdam, im Rahmen einer aktuellen Übersichtsarbeit.

Wie die Autoren aufzeigen, ist an Schulen ein breites Spektrum von Gewalt vorzufinden. Dieses reicht von verbalen und psychischen Aggressionen über Cybermobbing bis hin zu physischen Gewaltakten.

Zu den Einflussfaktoren auf die Gewaltbereitschaft von Schülerinnen und Schülern zählt neben dem Familienklima auch der Erziehungsstil der Eltern: Während ein restriktiver oder gleichgültiger Erziehungsstil mit stärkerem Gewalthandeln der Kinder einhergeht, erhöht eine Verhätschelung das Risiko, Opfer zu werden. Darüber hinaus können auch Variablen der Peerkultur sowie das Medienverhalten Einfluss auf die Gewaltbereitschaft Heranwachsender nehmen.

 

Entwicklungstrends an deutschen Schulen

Aktuellen Studienergebnissen zufolge konnte in den vergangenen 20 Jahren ein Rückgang der Gewalt an deutschen Schulen beobachtet werden. In diesem Zusammenhang belegen auch die Ergebnisse der HBSC (Health Behaviour in School-aged Children)-Studie eine Verringerung der Mobbing-Problematik: Von 2002 bis 2014 wuchs die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die angaben, in den letzten Monaten nie gemobbt worden zu sein von 63,4 auf 76,9 Prozent. Im gleichen Zeitraum nahm auch die Anzahl der TäterInnen von Gewalthandlungen von etwa 13 auf acht Prozent ab.

 
Auswirkungen von Gewalt

Wie die Autoren anhand von Studienergebnissen aufzeigen, lassen sich Zusammenhänge zwischen dissozialem Verhalten und Parametern der Gesundheit nachweisen. So beurteilen Opfer von Gewalthandlungen ihre subjektive Gesundheit schlechter und geben häufiger an, unter psychosomatischen Beschwerden zu leiden.  Ebenso belegt sind soziale Folgen (geringere Einbindung, niedrigeres Niveau der Anerkennung) sowie Auswirkungen auf Schulkarriere und Bildungserfolg. TäterInnen hingegen weisen - entgegen gängiger Annahmen - überwiegend positive Werte im Hinblick auf ihre mentale Gesundheit auf: Sie verfügen über eine positive Grundstimmung und fühlen sich wohl in ihrer Haut.

 
Wie lässt sich Gewalt in der Schule vorbeugen?

Trotz positiver Entwicklungen im Handlungsfeld sprechen sich die Autoren für einen weiteren Ausbau der Präventionsbemühungen aus. Als besonders nachhaltig habe sich hier die Verbindung von Gewaltprävention und Schulentwicklung herausgestellt. Erfolgversprechend sei weiterhin, Maßnahmen auf Grundlage einer Ist-Analyse zu implementieren und diese kontinuierlich und mit klaren Zuständigkeiten zu realisieren.   

 
Quelle

Melzer W, Schunarth W (2016): Gewalt in der Schule und die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Bundesgesundheitsblatt 2016, 59: 66-72.

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 27.06.2016 08:04:00, ursprünglich angelegt am: 20.06.2016 16:04:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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