| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:

 

Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Belastung durch Luftverschmutzung


Mittwoch, 28. Dezember 2016

Luftverschmutzung und Straßenlärm lassen Blutdruck steigen


Autos im StauEiner groß angelegten europäischen Studie zufolge können sich verkehrsbedingte Luftverschmutzung sowie Straßenlärm stärker auf die Gesundheit auswirken, als bisher angenommen. Selbst Feinstaubbelastungen unterhalb des EU-Grenzwertes stehen mit erhöhtem Blutdruck und einem verstärkten Risiko für Herzerkrankungen in Zusammenhang.

Die kurzfristigen negativen Auswirkungen von starker Luftverschmutzung auf den Blutdruck sind bereits seit längerem durch experimentelle Studien erwiesen, wohingegen die längerfristigen Effekte bisher weitgehend unbekannt sind. Eine kürzlich veröffentlichte europäische Langzeitstudie hat diese nun neben der zusätzlichen Lärmbelastung analysiert und liefert neue Erkenntnisse. Die zugrundeliegende Meta-Analyse ist Teil einer EU-Initiative mit dem Titel „European Study of Cohorts for Air Pollution Effects", kurz ESCAPE, die seit 2008 die Langzeitauswirkungen von Luftverschmutzung auf die Gesundheit der Menschen in Europa untersucht. Für die Analyse wurden Daten zu Feinstaubkonzentration und Lärmpegel sowie ärztliche Befunde der ProbandInnen aus insgesamt sieben Kohorten in fünf europäischen Staaten herangezogen. Insgesamt kann die Studie für zwei verschiedene Zeitpunkte im Abstand von neun Jahren Aussagen zu knapp 41.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen treffen. 

Im Rahmen der Untersuchungen wurde eine Vielzahl von Einflussfaktoren berücksichtigt, darunter neben Alter und Geschlecht auch Angaben zur physischen Aktivität und Konsumverhalten, bekannten Vorerkrankungen sowie zum sozioökonomischen Status der Probandinnen und Probanden.  

Wie die Studienergebnisse zeigen, liegen in zentral- und südeuropäischen Regionen höhere Durchschnittswerte der Luftverschmutzung vor als in skandinavischen Ländern; die höchsten Werte der Lärmbelastung wurden hingegen in Schweden und Spanien gemessen. Darüber hinaus konnten die WissenschaftlerInnen einen Zusammenhang zwischen diesen Belastungsfaktoren und dem Blutdruck feststellen: je höher die Belastung, desto höher der Blutdruck. Insbesondere ein hohes Verkehrsaufkommen führte zu einem Anstieg der Einnahme von blutdrucksenkenden Präparaten, so ein Ergebnis der Follow-Up-Studie.  

Zudem untersuchten die WissenschaftlerInnen den Einfluss einzelner Belastungsfaktoren auf die Gesundheit und stellten dabei fest, dass insbesondere eine langfristige Belastung durch Luftverschmutzung unabhängig von der Lärmexposition mit dem Bluthochdruck-Risiko verbunden war. Demnach ist vor allem der Feinstaub ausschlaggebend für das erhöhte Bluthochdruckrisiko. Dieses Risiko besteht selbst bei Einhaltung der Grenzwerte, die in der EU-Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft für Europa (Richtlinie 3008/50/EG) von 2008 festgelegt sind. Für die AutorInnen der Meta-Analyse folgt daraus eine unmittelbare Konsequenz: Um die Gesundheit aller EU-Bürger und Bürgerinnen nachhaltig schützen zu können, erfordere es strengere, verbindliche Regulationen zur Luftqualität. Die Verantwortung dafür liege bei der Europäischen Union.  

 

Quellen: 

Fuks, Kateryna B., Weinmayr, Gudrun et al.: Long-term exposure to ambient air pollution and traffic noise and incident hypertension in seven cohorts oft of the European study of cohorts for air pollution effects (ESCAPE), in: European Society of Cardiology (Hrsg.): European Heart Journal, Düsseldorf 2016, S. 1-8. 

Umweltbundesamt (Hrsg.): Luftreinhaltung in der EU, Link... (zuletzt abgerufen am 10.11.2016)

 


Dieser Beitrag gefällt 2 Person(en)


Seite zuletzt geändert am: 28.12.2016 14:12:00, ursprünglich angelegt am: 28.11.2016 14:12:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig, Hannah Rüdiger






Termine und Ankuendigungen: