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Bedeutung verkehrsbedingter Umweltverschmutzung


Montag, 15. Januar 2018

Gut für die Gesundheit: Bewegung an der „frischen Luft“?!


Älteres Paar beim SpaziergangBewegung im Freien ist gut für die Gesundheit, so eine weitverbreitete Annahme. Eine britische Untersuchung an 135 älteren Menschen sät jetzt zumindest Zweifel daran und hebt die gesundheitliche Bedeutung verkehrsbedingter Umweltverschmutzung hervor.

Luftverschmutzung kann die Lungenfunktion und das Herz-Kreislaufsystem insbesondere im Alter beeinträchtigen - so legen es zahlreiche Studien nahe. Diesen Zusammenhang haben nun auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des National Heart and Lung Institute des Imperial College in London an 135 Männern und Frauen untersucht. Einbezogen wurden Menschen über 60 Jahre; ein Drittel der Teilnehmenden wies koronare Herzerkrankungen auf, ein Drittel hatte eine stabile COPD (chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung) und ein Drittel war bei guter Gesundheit. Alle Teilnehmenden waren seit mindestens zwölf Monaten Nichtraucherinnen und -raucher.

Im Rahmen der Untersuchung sollten die Teilnehmenden zwei zweistündige Spaziergänge absolvieren - sowohl an der Oxford Street, einer vielbefahrenen Straße im Londoner Westen, als auch im verkehrsberuhigten Hyde Park.

Erwartungsgemäß konnte auf der Oxford Street eine höhere Feinstaubbelastung als im Hyde Park nachgewiesen werden.

Wie die Untersuchungsergebnisse weiterhin zeigten, wiesen alle Teilnehmenden, die im Hyde Park spazieren gegangen waren, unabhängig von ihrem Gesundheitsstatus eine Verbesserung ihrer Lungenfunktion und eine verringerte Pulswellengeschwindigkeit[1] auf. Diese positiven Effekte wurden jedoch nach einem Spaziergang an der Oxford Street abgeschwächt. Teilnehmende mit COPD berichteten zudem nach der Straßenetappe von mehr klinischen Symptomen wie Husten, Kurzatmigkeit oder Niesen.

Positive kardiopulmonale Effekte, die mit körperlicher Aktivität im Freien einhergehen, scheinen somit durch verkehrsbedingte Umweltverschmutzung nahezu aufgehoben. Aufgabe der Politik sollte es also sein - so das Fazit der Autorinnen und Autoren - die Umweltbelastung an vielbefahrenen Straßen stärker zu kontrollieren und im Hinblick auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen ernst zu nehmen.

 

[1] Die Pulswellengeschwindigkeit (engl. pulse wave velocity, kurz: PWV) gibt an, mit welcher Geschwindigkeit sich die Druckwelle des Blutes nach einem Herzschlag in den Arterien bewegt.Die PWV wird demnach als Parameter für die Steifigkeit arterieller Gefäße genutzt; diese nimmt mit steigendem Alter zu. 

 

Quelle

Sinharay R et a. (2017): Respiratory and cardiovascular responses to walking down a traffic-polluted road compared with walking in a traffic-free area in participants aged 60 years and older with chronic lung or heart disease and age-matched healthy controls: a randomised, crossover study. In: The Lancet. Link zum Abstract...


 

 



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Seite zuletzt geändert am: 15.01.2018 09:28:00, ursprünglich angelegt am: 21.12.2017 13:28:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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