| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:

 

Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:

Startseite : Gesund am Arbeitsplatz : Beiträge - 2011 : Pressemitteilung BVPG-Statuskonferenz


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Pressemitteilung zur BVPG-Statuskonferenz


Mittwoch, 26. Oktober 2011

Statuskonferenz zur Betrieblichen Gesundheitsförderung – Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung wachsen zusammen


Von einer gewissen historischen Bedeutung sei diese erste gemeinsame Statuskonferenz der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) und der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi), so Saskia Osing, Vorsitzende der Basi, und Helga Kühn-Mengel, Präsidentin der BVPG, einmütig. Nicht immer waren Arbeitsschutz und Betriebliche Gesundheitsförderung so eng miteinander verknüpft. Im Rahmen des 32. Internationalen Kongresses für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (A+A) in Düsseldorf verdeutlichte die Statuskonferenz, welche ungeborgenen Potentiale noch in der Betrieblichen Gesundheitsförderung liegen.

Auf reges Interesse von Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, Arbeitsmedizinern und -medizinerinnen sowie den weiteren Akteuren und Akteurinnen der Betrieblichen Gesundheitsförderung stieß die 1. BVPG-Statuskonferenz zur Betrieblichen Gesundheitsförderung "Gesundheit im Betrieb - Risiken vermeiden und Ressourcen stärken". Die Konferenz zeichnete die Entwicklung der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) seit den 80er Jahren nach und deutete Entwicklungslinien für die Zukunft an.

Dabei wurde deutlich, dass sich die ersten Schritte in der BGF in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone bewegten: Entwicklungen konnten über viele Jahre hinweg nur in enger und unbürokratischer Kooperation der Sozialpartner und Sozialversicherungen stattfinden, so Rolf Stuppardt, Geschäftsführer a.D. des IKK e.V.

Marina Schröder von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigte in ihrem Vortrag die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen der BGF auf und schilderte, wie die Unfallversicherungen die Gesundheitsförderung in ihren "klassischen" Arbeitsauftrag integriert haben.

Dass Betriebliche Gesundheitsförderung einen positiven Einfluss auf die Produktivitätsentwicklung eines Unternehmens haben kann, verdeutlichte Prof. Dr. Bernhard Badura. Um dies zu erreichen, müssten jedoch Qualitätskriterien, wie ein ganzheitlicher Ansatz, die Evidenzbasierung der BGF sowie die Verpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung, erfüllt werden.

Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln setzte sich mit den aktuellen Defiziten in der BGF-Landschaft auseinander. So sei für Unternehmen häufig die Qualität der vielfältigen BGF-Angebote nicht zu unterscheiden. Zudem fehle es oft an bedarfsgerechten und nachhaltigen BGF-Maßnahmen. Als wichtige und bislang vernachlässigte Zielgruppe der Gesundheitsförderung in Betrieben nannte der Sportwissenschaftler Berufseinsteiger und -einsteigerinnen, die zunehmend gesundheitliche Probleme aufwiesen.

Mit der Nachhaltigkeit von Betrieblicher Gesundheitsförderung befasste sich auch Prof. Dr. Bernd Siegemund von der BAD GmbH. Die steigende Anzahl von Siegeln und Unternehmenspreisen zur BGF führe zunehmend zu Unübersichtlichkeit. Nach seiner Erfahrung wünschen sich Betriebe ein möglichst bundesweit anerkanntes, zertifizierungsfähiges System zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Dr. Joachim Stork, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM), betonte die große Bedeutung, die Arbeitsmediziner und -medizinerinnen in der BGF haben. Mit rund 3.000 Fachärzten und -ärztinnen für Arbeitsmedizin und mehr als 12.000 Medizinern und Medizinerinnen mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gibt es eine flächendeckende Präsenz. In fachlicher Hinsicht wünschte er sich jedoch mehr gesundheitspädagogische Unterstützung, um Aspekte der Gesundheitsförderung besser vermitteln zu können.

Den positiven Nutzen von Netzwerken in der Betrieblichen Gesundheitsförderung stellte Dr. Gregor Breucker vom BKK Bundesverband heraus. Gerade dort, wo das Thema "Betriebliche Gesundheitsförderung" noch nicht etabliert sei, könnten Netzwerke die politische Unterstützung für Betriebliche Gesundheitsförderung verbessern. Deutschland sieht er in diesem Zusammenhang im internationalen Vergleich in einer recht guten Position.

Die abschließenden Talkrunden mit der Präsidentin des Landesinstitutes für Gesundheit und Arbeit NRW, mit Vertretern der Sozialversicherungen, der Sozialpartner, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie des Bundesministeriums für Gesundheit zeigten eines deutlich: Die größte Herausforderung für die Betriebliche Gesundheitsförderung liegt im Bereich "Kooperation". Potentiale hierfür liegen etwa in einem noch stärker gemeinsamen Handeln der gesetzlichen Krankenkassen und Unfallkassen miteinander und untereinander sowie z.B. zwischen den Bundesressorts Gesundheit, Arbeit und Bildung.

Das "Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen", so der Ausblick von Dr. Prümel-Philippsen von der BVPG, bietet eine gute Gelegenheit, auch 2012 den Diskurs zur Betrieblichen Gesundheitsförderung fortzusetzen. Dies nimmt die BVPG zum Anlass, sich im nächsten Jahr unter anderem im Rahmen des "Präventionskongresses 2012" mit der Betrieblichen Gesundheitsförderung zu befassen.   

 


Die ausführliche Dokumentation der BVPG-Statuskonferenz "Betriebliche Gesundheitsförderung" wird im Rahmen der Publikationsreihe "Statusbericht" erscheinen und kann über die Geschäftsstelle der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. kostenfrei bestellt werden.    


Redaktionshinweise:

Die Statuskonferenzen der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) richten sich in erster Linie an die 129 BVPG-Mitgliedsorganisationen - darunter vor allem Bundesverbände des Gesundheitswesens (wie z.B. die Bundesärztekammer, die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger sowie Verbände der Heil- und Hilfsberufe), aber auch Sozial- und Wohlfahrtsverbände, Bildungseinrichtungen und Akademien, die einen Arbeitsschwerpunkt im Bereich "Prävention und Gesundheitsförderung" aufweisen - und weitere Kooperationspartner. Ziel ist es, die Umsetzung von Präventions- und Gesundheitsförderungszielen durch fachlichen Austausch zu fördern und ein gemeinsames Vorgehen zu ermöglichen.  

Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG) mit Geschäftsstelle in Bonn wurde 1954 gegründet und ist ein gemeinnütziger, politisch und konfessionell unabhängiger Verband. Als 'Brückeninstanz' zwischen den Kooperationspartnern aus Praxis, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik stehen für die BVPG die Vernetzung kompetenter Partnerorganisationen, die Bündelung von Ressourcen, das Erreichen von Synergien und die langfristige oder dauerhafte Verfestigung der dadurch entstehenden Plattformen oder Aktionsbündnisse an der ersten Stelle.    


Kontakt:
Bundesvereinigung Prävention und
Gesundheitsförderung e.V. (BVPG)
Heilsbachstraße 30
53123 Bonn
info@bvpraevention.de



Dieser Beitrag gefällt 2 Person(en)


Seite erstellt am: 26.10.2011 09:28:00
Autor/-in der Seite: Felix Lüken
Quelle: eigene Darstellung






Termine und Ankuendigungen: