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Ältere Erwerbstätigen tragen steigendes Armutsrisiko


Dienstag, 23. Juli 2013

Altern im sozialen Wandel: Kommt die Altersarmut zurück?


älterer MannEnde des Jahres 2012 meldete die Bundesagentur für Arbeit 812.000 Minijobber über 65 Jahre. Für Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, ein Beleg dafür, dass die Altersarmut weiter zunimmt. Doch tut sie das wirklich? Mit dieser Frage setzt sich ein Autorenteam um Claudia Vogel in einem neu erschienenen Buch auseinander.

Die Publikation beschäftigt sich mit dem Thema „Altern im sozialen Wandel" und geht dabei der Frage nach, ob eine Rückkehr der Altersarmut zu erwarten ist. Dazu thematisiert sie alte und neue Armutsrisiken und zeigt soziologische, alter(n)swissenschaftliche und sozialpolitische Implikationen auf.

Die Veröffentlichung beginnt mit einer Beschreibung der Lebenssituation älterer Menschen. Die Autorinnen und Autoren machen anhand statistischer Daten deutlich, dass ältere Menschen größtenteils über einen umfangreichen materiellen Wohlstand verfügen, da sie noch heute vom vormaligen Ausbau sozialstaatlicher Sicherungsstrukturen profitieren. Die Armutsquote der Bevölkerung ab 65 Jahren lag im Jahr 2010 bei 12,3% und damit deutlich unter der jüngerer Altersgruppen (S. 29 ff). Sind derzeit überwiegend alleinstehende ältere Frauen von Altersarmut betroffen, gehen die Autorinnen und Autoren jedoch davon aus, dass „insbesondere die heute älteren Erwerbstätigen die steigende(n) Armutsrisiken in der Lebensphase Alter zu tragen haben" (S. 469). Als Ursachen dafür werden in den entsprechenden Beiträgen sowohl Änderungen in den rechtlichen Rahmenbedingungen angeführt, die zur nachhaltigen Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung vorgenommen wurden, als auch veränderte Erwerbs- und Familienbiografien sowie der Wandel von Arbeitsmarktbedingungen.

Neben sozialstrukturellen und arbeitsmarktpolitischen Aspekten weist die Veröffentlichung auch wiederholt Bezüge zu gesundheitlichen Konsequenzen von Altersarmut auf. So zeigt beispielsweise das Kapitel der Autorinnen Susanne Kümpers und Katrin Falk „Zur Bedeutung des Sozialraums für Gesundheitschancen und autonome Lebensgestaltung sozial benachteiligter Älterer: Befunde aus Berlin und Brandenburg", dass sozial benachteiligte ältere Menschen gesundheitlich stärker gefährdet sind als besser gestellte Ältere; jene sind beispielsweise eher von Mehrfacherkrankungen betroffen. Darüber hinaus verfügen sie über weniger Ressourcen, die ihre Gesundheit schützen und sind damit in ihrer Autonomie stärker bedroht.

Dass die Zunahme von Altersarmut auch für zukünftige Aktivitäten im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung von Bedeutung ist, darauf weisen die Autorinnen und Autoren im Rahmen der Schlusskapitel – wenn auch in sehr kurzer Form – hin. Demzufolge sei für entsprechende Maßnahmen ein „auf die Vermeidung von Altersarmut gerichteter Lebenslaufbezug" (S.458) notwendig. Gemeint ist damit, dass Aktivitäten der Gesundheitsförderung und Prävention auf lebenslauftypische Risikofaktoren ausgerichtet werden sollten. Ansatzpunkte bieten hier dem Autorenteam zufolge die betriebliche Gesundheitspolitik sowie in diesem Zusammenhang die Umsetzung des Grundsatzes „Reha vor Rente". Darüber hinaus sollten lebensweltbezogene Maßnahmen verstärkt verfolgt werden, denn diese gelten insbesondere bei Menschen in sozial problematischen Lebenslagen als wirksam.


Quellen:

Claudia Vogel, Andreas Motel-Klingebiel (2013): Altern im sozialen Wandel: Die Rückkehr der Altersarmut? Wiesbaden, Springer VS; 488 Seiten; Preis: 49,99 €.

Zur Pressemitteilung des Sozialverbands VdK Deutschland „VdK sieht Rentner-Minijobber als Indiz für zunehmende Altersarmut" gelangen Sie hier.




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Seite erstellt am: 23.07.2013 14:19:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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