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Eltern bei Gewichtsreduktionsprogrammen ihrer Kinder einbeziehen


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Adipositas: Nehmen die Eltern ab, verlieren auch die Jugendlichen Gewicht


Übergewichtige Frau beim WalkenAus Studien ist bekannt, dass übergewichtige Kinder Gewicht verlieren, wenn ihre übergewichtigen Eltern abnehmen. Doch greift dieser Zusammenhang auch bei Jugendlichen? Dieser Frage gehen Melissa S. Xanthopoulos et al. im Rahmen einer randomisierten Studie nach.

Jugendliche brauchen Vorbilder. Sie beobachten andere sehr genau, dies gilt auch für das Ernährungsverhalten. Achten die Eltern auf ihre Ernährung, so machen die Kinder es ihnen nach.

In Studien zum Thema "Übergewicht" konnte gezeigt werden, dass übergewichtige Töchter umso stärker an Gewicht verlieren, je mehr Behandlungseinheiten ihre Mütter erhalten. Um herauszufinden, ob auch Jugendliche von diesem positiven Einfluss der Eltern profitieren, führten Melissa S. Xanthopoulos und ihr Team eine randomisierte Studie mit 113 Jugendlichen durch. Das Durchschnittsalter der Jugendlichen betrug 15 (+/- 1,3) Jahre. 62% der Jugendlichen waren Afro-Amerikaner, 81% waren weiblich; der durchschnittliche Body-Mass-Index (BMI) der Heranwachsenden betrug 37,1 kg/m².

Sowohl die Jugendlichen als auch deren Eltern besuchten zeitgleich, aber voneinander getrennt, ein Programm zur Lebensstilmodifizierung. Das Programm bestand aus jeweils 30 Sitzungen. Die Themen der Sitzungen drehten sich um einen gesunden Lebensstil: Essgewohnheiten, Stimuluskontrolle, Stressmanagement und Problemlösestrategien wurden besprochen.

Die Jugendlichen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt vier Monate lang eine konventionelle Diät (kalorienreduzierte Kost mit 1.300-1.500 kcal/Tag); die andere Gruppe bekam drei Proteinshakes sowie zwei Obst- und drei Gemüseportionen täglich sowie eine kalorienarme Mahlzeit. Nach vier Monaten stieg auch diese Gruppe auf die konventionelle Diät um. Die Eltern erhielten selbst keine Diät. Alle Studienteilnehmer sollten sich 12 Monate lang täglich mindestens 30 Minuten lang bewegen.

Nach vier Monaten hatten die Jugendlichen der Protein-Shake-Gruppe stärker abgenommen als die Jugendlichen, die eine konventionelle Diät erhielten: Die Gewichtsabnahme betrug 6,3% des ursprünglichen BMIs in der Protein-Shake-Gruppe und 3,8% des ursprünglichen BMIs bei den Jugendlichen, die eine konventionelle Diät bekamen. Dieser Unterschied war signifikant. Nach zwölf Monaten konnten jedoch keine Unterschiede mehr nachgewiesen werden – in beiden Gruppen war eine Gewichtsabnahme um durchschnittlich 3,4% des ursprünglichen BMIs festzustellen.


Die Gewichtsabnahme der Eltern zeigt bei den Jugendlichen deutliche Effekte

Ein deutlicher Zusammenhang zeigte sich im Hinblick auf die Gewichtsabnahme der Eltern und ihrer jugendlichen Kinder nach vier und nach zwölf Monaten. Hatten die Eltern bis zum 4. Studienmonat mehr als 1,67% ihres durchschnittlichen BMIs verloren, nahmen ihre Kinder durchschnittlich 7,9% ihres anfänglichen BMIs ab. Hatten die Eltern bis zum 4. Monat weniger als 1,67% abgenommen, dann wiesen die Jugendlichen eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von nur 4,7% des ursprünglichen BMIs auf.

Diese Zusammenhänge setzten sich auch bis zum Studienende fort: Die Jugendlichen hatten nach zwölf Monaten durchschnittlich 7% des ursprünglichen BMIs verloren, wenn ihre Eltern bis zum 12. Monat eine Gewichtsabnahme von mehr als 0,78% des ursprünglichen BMIs aufwiesen; die Gewichtsabnahme lag bei den Jugendlichen aber nur bei 2,8%, wenn die Eltern weniger als 0,78% des ursprünglichen BMIs abgenommen hatten.

Obwohl die Eltern also keine gezielte Diät erhalten hatten, sondern nur durch Sitzungen zur Lebensstiländerung unterstützt wurden, verloren auch sie oft an Gewicht, während sie ihre Kinder auf Diät setzten. Je stärker die Eltern abnahmen, desto mehr nahmen auch ihre Kinder ab. Die Autorinnen und Autoren plädieren einhergehend mit den dargestellten Ergebnissen dafür, Eltern bei Gewichtsreduktionsprogrammen ihrer jugendlichen Kinder mit einzubeziehen.


Quelle:

Xanthopoulos, Melissa S. et al. (Children's Hospital of Philadelphia, USA):

The Association Between Weight Loss in Caregivers and Adolescents in a Treatment Trial of Adolescents With Obesity. Journal of Pediatric Psychology Volume 38, Issue 7Pp. 766-774, doi: 10.1093/jpepsy/jst024,

Zum Abstract gelangen Sie hier.




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Seite erstellt am: 24.10.2013 13:13:00
Autor/-in der Seite: Dr. Dunja Voos






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