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Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

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Die Achtziger

Von der 'gesundheitlichen Volksbelehrung' zur 'Gesundheitsförderung'

Bundesvereinigung für Gesundheit e.V. in Bonn feiert 50jähriges Jubiläum

Einleitung

50er

60er

70er

80er

90er

ab 2000

Schlusswort

Die "Achtziger"

Die achtziger Jahre geben gleich doppelten Anlass zum Feiern: 1984 wird die BfGE 30 Jahre alt, 1989 blickt man anlässlich des 40jährigen Bestehens der Bundesrepublik Deutschland auch stolz auf '40 Jahre Gesundheitserziehung" in ebendieser Republik zurück.

Die Festveranstaltungen bieten Anlass für die BfGE, öffentlich über ihre konzeptionelle Weiterentwicklung zu berichten: Der 'kleine" Paradigma-Wandel der BfGE von der 'körperlichen Gesundheitserziehung" zu den 'seelisch-geistigen und ökologischen Fragen" birgt bereits einen Hauch 'Vor-Ottawa" in sich, die damalige 'Rangliste der Probleme" könnte auch heute unverändert abgedruckt werden, und die erste Erwähnung der 'neuen Medien" bzw. ihrer noch unklaren Bedeutung für die BfGE zeugt von seltsamer Weitsicht - wenngleich das Computerzeitalter bei der Bundesvereinigung auch in den Neunzigern, selbstkritisch betrachtet, durchaus noch Züge der im Haushaltsjahr 1955/56 angeschafften Kofferschreibmaschine aufwies...

Die 'grundsätzliche Aufgabe" unseres Verbandes ist weiterhin 'Kooperation und Koordination", denn dies dient 'dem übergeordneten Ziel: Bündelung der Maßnahmen, Konzentration der Mittel..."

Die Grafik aus der Jubiläumsbroschüre zeigt - in gewagter Farbgebung und äußerst spartanischem Layout - Struktur und Aufgaben der Bundesvereinigung zum damaligen Zeitpunkt.

Und immerhin erntete die BfGE für ihre Arbeit seinerzeit nicht nur ein karges Grußwort von Heiner Geißler, sondern auch - pars pro toto - Dank von Schulamtsarzt Dr. Rolf M. aus der Schweiz, der in unnachahmlich treffender Verdichtung formulierte: 'Ich verbleibe mit herzlichem Dank für all das, was ich durch die Bundesvereinigung e.V. bisher erleben, erfahren, lernen und erhalten durfte."

Erstmals in 1989 trat die BfGE mit ihrem viel zitierten 'Grundlagenpapier" ins eher politische, denn ins fachliche Rampenlicht und führte - auf der Basis der drei Jahre zuvor von der WHO verabschiedeten Ottawa-Charta - den verhaltens- mit dem verhältnispräventiven Ansatz zusammen.

In diesem Geiste schrieb Dr. Hans-Peter Voigt MdB, der 1988 Hanna Neumeister im Präsidentschaftsamt ablöste, 1989 im Vorwort zur Broschüre '40 Jahre Gesundheitserziehung in der Bundesrepublik Deutschland":

'Die von fast allen Autoren geforderte Gemeinde- und Bürgernähe wird dazu führen, dass staatliche und nichtstaatliche Stellen ihre Arbeit neu definieren müssen, um eine Vernetzung von Verhaltensprävention und Verhältnisprävention zu erreichen. Prävention, die nicht primär auf Kostensenkung aus ist, sondern mehr Lebensqualität für den Bürger anstrebt, ist ethisch begründet und staatspolitisch gewollt."
(Der 'staatspolitische Wille zur Prävention" litt in der Folge leider immer mal wieder an ernsthaften Konditionsschwächen...)

Verbandsintern darüber hinaus erwähnenswert ist der Wechsel der Geschäftsführung 1985 auf Gottfried Neuhaus, der Beschluss der Mitgliederversammlung in 1983, die Vergabe einer Hildegard-von-Bingen-Medaille für Verdienste um die Gesundheitserziehung vorzunehmen und eine stärker internationale Ausrichtung der BfGE in der öffentlichen Darstellung.

Die zunehmende gesundheitspolitische Positionierung der BfGE hatte außerdem unvorhersehbare Folgen - die Bundesgesundheitsministerinnen und -minister kamen und gingen in dieser und eigentlich auch in den folgenden Dekaden in nachgerade atemberaubender Geschwindigkeit:
Antje Huber, Anke Fuchs, Heiner Geißler, Rita Süssmuth, Ursula Lehr... Sehr merkwürdig, diese Koinzidenz!

Etwas an ihrer Stelle jedoch blieb zum Glück ein kleines bisschen länger: der § 20 SGB V im Rahmen des ab dem 01.01.1989 in Kraft getretenen Gesundheitsreformgesetzes.

Ansonsten aufgeführt werden muss hier natürlich die Deutsche Herz-Kreislauf-Präventionsstudie (DHP), die als gemeindebezogene Interventionsstudie die Senkung der Morbiditäts- und Mortalitätsraten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Ziel hatte und von 1984 bis 1991 konzipiert war.
Die endgültige Auswertung der Studie dauert übrigens noch an...

Ein nationales Ereignis besonderer Art, das in vielfacher Hinsicht bis heute nachwirkt, ist an dieser Stelle natürlich auch zu erwähnen: der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989, maßgeblich ermöglicht durch eine besondere historische Konstellation, in der unter anderem Michail Gorbatschow eine bedeutsame Rolle spielte.

International waren für die gesundheitspolitische Diskussion der Achtziger die zahlreichen und intensiven Aktivitäten der WHO - insbesondere natürlich für den Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung - grundlegend.

Wörter der achtziger Jahre waren unter anderem: 'Rasterfahndung", 'Nullösung", 'Politikverdrossenheit", 'Ellenbogengesellschaft", 'heißer Herbst" - aber auch 'Aids", 'Gesundheitsreform" und 'Kondom".

Ach ja: als primärpräventive Maßnahme zur Vermeidung von Sehnenscheidenentzündungen im Bereich der Unterarme sowie von Rückenproblemen wird 1983 die Computer-Maus erfunden.

 

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Seite erstellt am: 23.01.2008 16:53:00
Autor/-in der Seite: Bettina Berg






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