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Arbeitsfähigkeit zeigt frühzeitig Gesundheitsprobleme im Alter an


Dienstag, 22. November 2011

Arbeitsfähigkeit zeigt frühzeitig Gesundheitsprobleme im Alter an


Zur Prävention von Frühinvalidität und gesundheitlichen Problemen im Alter ist es wichtig, so früh und verlässlich wie möglich entsprechende Risiken identifizieren und quantifizieren zu können. Dass der Indikator der „work ability“ oder „Arbeitsfähigkeit“ im mittleren Lebens- und Arbeitsalter dafür geeignet ist, hat kürzlich eine repräsentative Studie mit 5.971 44-58-jährigen finnischen BürgerInnen ergeben. Der Fokus auf die Arbeitsfähigkeit kann somit dazu beitragen, dass frühzeitig Handlungsbedarfe identifiziert und auf dieser Grundlage Präventionsmaßnahmen eingeleitet werden.

Die Arbeitsfähigkeit ist das Ergebnis der Interaktion von Arbeitsbedingungen und Individuum und eine wesentliche Grundlage für das Wohlbefinden des Einzelnen und die Produktivität eines Unternehmens. Sie kann durch arbeitsbezogene und individuelle Maßnahmen gefördert und nachhaltig verbessert werden. Der in Finnland entwickelte „Work Ability Index (WAI)"-Fragebogen dient zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bei einzelnen Arbeitnehmern wie bei Beschäftigtengruppen. Er wird im Rahmen der betriebsärztlichen Betreuung, bei Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung und in Forschungsprojekten eingesetzt.

In den Arbeitsfähigkeits-Index gehen im Wesentlichen ein: die Bewertung der derzeitigen Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu der besten, je erreichten Arbeitsfähigkeit, die Einschätzung der derzeitigen Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die körperlichen und psychischen Anforderungen, die Einschätzung der eigenen Arbeitsfähigkeit in zwei Jahren, Angaben über die Art der Tätigkeit (geistig, körperlich), die Anzahl der aktuellen ärztlich diagnostizierten Krankheiten, die von den Befragten geschätzte Beeinträchtigung der Arbeitsleistung durch diese Krankheiten, der Krankenstand in den letzten 12 Monaten und Angaben zu einigen psychischen Leistungsreserven (Aufgaben mit Freude erledigt, aktiv und rege, zuversichtlich für die Zukunft).

Von den ursprünglichen TeilnehmerInnen der 1981 gestarteten "Finnish Longitudinal Study of Municipal Employees (FLAME)” waren bis 2009 rund 32% gestorben und wei-tere 23% waren in irgendeiner Weise behindert. Die Anzahl der Todesfälle pro 1.000 Personenjahre lag bei den im Büro angestellten Männern („white-collar men") mit exzel-lenter Arbeitsfähigkeit bei 7,7, bei den Männern mit moderater Arbeitsfähigkeit bei 14,7 und bei den Männern, die eine geringe Arbeitsfähigkeit aufwiesen bei 23,5. Bei den Ar-beitern („blue-collar men") stieg die Anzahl der Todesfälle/1.000 Personenjahre von 15,5 über 20,2 auf 25,3. Bei den erwerbstätigen Frauen schwankte dieser Sterblichkeitsindikator auch in Abhängigkeit von der Arbeitsfähigkeit, aber lediglich zwischen 6,3 und 10,6 Fällen/1.000 Personenjahre. Die altersadjustierte Risikorate für Sterblichkeit war bei männlichen Arbeitern mit einer geringeren Arbeitsfähigkeit im mittleren Lebensalter zwei- bis dreimal höher als bei männlichen Angestellten mit einer ausgezeichneten Arbeitsfähigkeit im selben Lebensabschnitt.

Fasst man das Sterbe- und das Risiko von Behinderungen im täglichen Leben zusammen, war deren Wahrscheinlichkeit bei den männlichen Arbeitern mit geringer Arbeitsfähigkeit im mittleren Lebensabschnitt um das 4 1/2-Fache (odds ratio=4,56) höher als das der männlichen Angestellten mit sehr hoher Arbeitsfähigkeit. Die Sterbe- und Behinderungswahrscheinlichkeit war bei den ArbeiterInnen mit geringer Arbeitsfähigkeit in ihren mittleren Lebensjahren dreimal so hoch wie bei den männlichen Angestellten mit sehr hoher Arbeitsfähigkeit.


Der Aufsatz "Work ability in midlife as a predictor of mortality and disability in later life: a 28-year prospective follow-up study” von Mikaela B. von Bonsdorff, Jorma Seitsamo, Juhani Ilmarinen, Clas-Håkan Nygård, Monika E. von Bonsdorff und Taina Rantanen ist im März 2011 in der Fachzeitschrift "Canadian Medicine Association Journal (CMAJ)” (183 [4]: E 325-E242) erschienen und hier kostenlos erhältlich.




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Seite zuletzt geändert am: 22.11.2011 09:18:00, ursprünglich angelegt am: 15.11.2011 09:18:00
Autor/-in der Seite: Dr. Bernard Braun






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