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Stressresilienz bei Studierenden verbessern

Stress an der Uni - vermeidbar?!

Stress gehört bei vielen Studierenden zum Uni-Alltag. Mit dem Ziel, die Widerstandskraft der angehenden Akademikerinnen und Akademiker zu stärken, wurde an der Cambridge University ein Programm zur Resilienzförderung erprobt. Die Wirkung des Programms nahmen nun Julieta Galante und ihr Team unter die Lupe.

Hörsaal
© stadelpeter - Fotolia.com

 

Einer Studie der Universitäten Potsdam und Hohenheim im Auftrag des AOK-Bundesverbands zufolge leiden 53 Prozent der Studierenden in Deutschland unter einem hohen Stresslevel. Zeit- und Leistungsdruck sowie die Angst vor Überforderung führen bei vielen Studierenden zu Lustlosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen und können auch mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergehen.

Die meisten Hochschulen halten inzwischen Beratungsangebote vor, die vermehrt von den Studierenden in Anspruch genommen werden: Allein die Deutschen Studentenwerke haben im Jahr 2015 fast 32.000 angehende Akademikerinnen und Akademiker in Einzelgesprächen beraten - vier Jahre zuvor waren es noch 26.000.

Insgesamt, so ein weiteres Ergebnis der AOK-Studie, verfügen Studierende über eine eher geringe Stressresilienz. Mit anderen Worten: ihre Widerstandsfähigkeit im Umgang mit psychischen Belastungen ist nicht besonders ausgeprägt.


Förderung der Stressresilienz

Einen Ansatz zur Förderung der Stressresilienz haben nun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Cambridge untersucht. Dazu teilten sie 616 gesunde Studierende einer Interventions- und einer Kontrollgruppe zu. Mittelpunkt der Intervention stellte ein achtwöchiges Trainingsprogramm zur Achtsamkeit dar, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Übungseinheiten u.a. zu Meditation und Reflexion absolvierten. Die Kontrollgruppe hatte die Möglichkeit, im Bedarfsfall den psychologischen Beratungsdienst der Universität in Anspruch zu nehmen.


Mit Achtsamkeit die Widerstandsfähigkeit stärken

Wie die Ergebnisse zeigten, entwickelten die Teilnehmenden der Interventionsgruppe während der anschließenden Prüfungsphase weniger Stresssymptome als Teilnehmende der Kontrollgruppe: Während 57 Prozent der Teilnehmenden aus der Kontrollgruppe in der Prüfungsphase über ein erhöhtes Stresslevel berichteten, waren es in der Interventionsgruppe nur 37 Prozent. Entsprechend könne - so die Berechnungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler - das Training bei durchschnittlich fünf von 30 Teilnehmenden dazu beitragen, einem erhöhten Stresslevel vorzubeugen.

Ein Trainingsprogramm zur Resilienzförderung sollte somit Bestandteil einer umfassenden Strategie zur Förderung der psychischen Gesundheit an Hochschulen sein, so das abschließende Plädoyer der Autorinnen und Autoren.