Gesundheitskompetenz

Der Gesundheitskiosk Billstedt/Horn

2017 wurde der Gesundheitskiosk Billstedt/Horn in einem der sozial schwächeren Stadtteile Hamburgs auf Initiative der „Gesundheit für Billstedt/Horn UG“ gegründet. Ziel ist es u. a., die wohnortnahe Versorgung und den Gesundheitsstatus sowie die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken.

Die Unternehmensgesellschaft (UG) „Gesundheit für Billstedt/Horn" in Hamburg ist ein Beispiel für einen populationsbezogenen Versorgungsansatz. Der durch diesen Trägerverbund gegründete Gesundheitskiosk Billstedt/Horn bildet mit seinem niedrigschwelligen Beratungskonzept eine Anlaufstelle für alle im Stadtteil. Die Idee stammt aus Finnland, wo dieses Konzept, medizinische Versorgung mit Angeboten des sozialen Bereichs zu verknüpfen, bereits seit längerem läuft. Langfristig senkt das die Ausgaben der Krankenkassen und Ärztinnen und Ärzte werden entlastet. Die kostenlosen Beratungs- und Kursangebote von geschultem und mehrsprachigem Personal des Gesundheitskiosks umfassen:

  • Beratung zu Fragen zur Gesundheit
  • Beratung vor und nach Arztgesprächen
  • Vermittlung Hilfsangebote in der Region
  • Vorträge und (Reha-)Kurse (z. B. zu Ernährung oder Bewegung) sowie
  • Versorgungsprogramme für Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen chronischen Erkrankungen.

Die niedrigschwellige Anlaufstelle wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils angenommen und im ersten Jahr wurden mehr als 3.000 Beratungen durchgeführt, mittlerweile sind es rund 6.200. Gefördert wird dies auch durch die eigens vom Ärztenetz Billstedt/Horn erstellten Überweisungsscheine zum Gesundheitskiosk, die die Ärztinnen und Ärzte ihren Patientinnen und Patienten ausstellen können. Im Gesundheitskiosk Billstedt/Horn arbeiten Krankenkassen und Ärztinnen und Ärzte sowie lokale soziale Einrichtungen sektorenübergreifend zusammen.

Das Projekt wird durch die AOK Rheinland/Hamburg, die Techniker Krankenkasse (TK), die Barmer sowie die DAK finanziert. Zuvor wurde die Finanzierung aus Geldern des Innovationsfond sichergestellt.

Auf dem Zukunftsforum Public Health vom 23. - 24. Januar 2020 in Berlin kommentierte Professorin Ute Thyen (stellvertretende Direktorin des Universitätsklinikums Lübeck) das Konzept des Gesundheitskiosk. Sie hob den kultursensiblen Lebensspannenansatz hervor sowie die sektorenübergreifende Arbeit. Der Gesundheitskiosk ist nicht nur ein Projekt der integrierten Versorgung, sondern ebenfalls eines des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD).

Geplant ist es, das Konzept des Gesundheitskiosk auch in anderen sozial schwächeren Stadtteilen Deutschlands auszuweiten.

Zu weiteren Informationen über den Gesundheitskiosk Billstedt/Horn gelangen Sie hier.

Autor/in

Linda Arzberger