19. BVPG-Statuskonferenz

Bewegung und Bewegungsförderung

In Kooperation mit den BVPG-Mitgliedsorganisationen Deutscher Olympischer Sportbund e.V. (DOSB) und Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e.V. (DVGS) fand am 5. März 2020 die Statuskonferenz „Bewegung und Bewegungsförderung“ in Frankfurt am Main statt.

Seit 2016 liegen die Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung (NEBB) vor. Die 19. BVPG-Statuskonferenz hatte das Ziel, für den Themenschwerpunkt "Bewegung und Bewegungsförderung" den aktuellen Stand der Evidenz, der Rahmenbedingungen zur Implementierung sowie beispielhaft die Umsetzung in den Lebenswelten zu beleuchten. Die Statuskonferenz moderierte Angelika Baldus, hauptamtlicher Vorstand des DVGS.

Im Block "Evidenz" referierte Professor Klaus Pfeifer, Lehrstuhl für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Bewegung und Gesundheit an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des DVGS, über die NEBB. Mit dem im Juni 2018 ausgeschriebenen Förderschwerpunkt "Bewegung und Bewegungsförderung" des Bundesministeriums für Gesundheit werden anknüpfend an die NEBB derzeit zehn Vorhaben in unterschiedlichen Settings umgesetzt. Pfeiffer stellte klar: "Für Bewegungsförderung in Deutschland braucht es auf Bundes- und Landesebene bessere Strukturen und Anreize sowie mehr sektorenübergreifende Kooperation im Zusammenspiel zwischen Praxis, Politik und Wissenschaft."

Professorin Christine Graf, Leiterin der Abteilung für Bewegungs- und Gesundheitsförderung am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des DVGS, ergänzte im Block "Rahmenbedingungen zur Implementierung": "Ärzte sind wichtige Vermittler in puncto lebensstiländernder Maßnahmen."

Wie relevant eine systematische Netzwerkentwicklung für eine effektive Bewegungsförderung in Deutschland ist, stellten Prof. Dr. Alexander Woll, Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft, und Dr. Hagen Wäsche, Privatdozent und Akademischer Rat am Institut für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie am Beispiel des Forschungsprojektes "SAMBA" dar. "SAMBA" steht für "systematische Erfassung relevanter Akteurinnen und Akteure, Berufsgruppen sowie künftiger Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Bewegungsförderung zur Analyse und Entwicklung eines interdisziplinären Netzwerks". Basierend auf den Ergebnissen wurden Empfehlungen zur Netzwerkentwicklung und -steuerung abgeleitet.

Eine bessere strukturelle Verankerung der Bewegungsförderung forderte auch Dr. Mischa Kläber, DOSB: "Angesichts des scheinbar unaufhaltsam zunehmenden Bewegungsmangels in Deutschland braucht es dringend ein nationales Gesundheitsziel "Bewegungsmangel reduzieren".

Der dritte Schwerpunkt der Konferenz widmete sich der Umsetzung von Bewegungsförderung in den unterschiedlichen Lebenswelten (Schule, Betrieb, stationäre Pflegeeinrichtung und Kommune) und stellte die Situation für Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen dar. Matthias Poeppel, Direktor für Sportentwicklung des Deutschen Behindertensportverbands, unterstrich in seinen Ausführungen: "Menschen mit Behinderung müssen gleichberechtigt und selbstbestimmt an allen Angeboten zur Bewegung und Bewegungsförderung teilhaben können."

In seinem Ausblick betonte BVPG-Vorstandsmitglied Professor Winfried Banzer, Präsidiumsbeauftragter der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e.V. und Professor für Sportmedizin an der Goethe Universität Frankfurt am Main: "Bis 2025 will die WHO die körperliche Inaktivität weltweit um zehn Prozent reduzieren. Die BVPG-Statuskonferenz hat aufgezeigt, dass ein hoher Bedarf besteht, dem Handlungsfeld Bewegung und Bewegungsförderung in Deutschland mehr Gewicht zu verleihen. Die BVPG wird hierzu in ihrer Funktion als Brückeninstanz weiterhin vernetzend und moderierend unter den Akteuren tätig sein. Ein wichtiger Schritt wurde mit dieser Statuskonferenz in Kooperation mit dem DOSB und der DVGS bereits getan."

Die BVPG führt seit 2010 Statuskonferenzen zu verschiedenen Themengebieten durch und trägt damit zu mehr Transparenz im jeweiligen Handlungsfeld der Prävention und Gesundheitsförderung bei.

Die Dokumentation wird derzeit erstellt und steht demnächst zum Download bereit.

Weitere Informationen zur Statuskonferenz:

Programmflyer

Information zu den bisherigen BVPG-Statuskonferenzen sind hier zu finden.

Autor/in

Ulrike Meyer-Funke